STARLIGHT UNION

Der phantastische
Bücherbrief


Dezember 2017 unabhängig kostenlos Ausgabe 651


Deutsche Phantastik

Die Lythar Chronik 3
Richard Schwartz Das Blut der Könige Piper Verlag
Lars Simon dtv Verlag
Lennart Malmkvist und der ganz und gar wunderliche Gast aus Tindemossen

Internationale Phantastik

Donald Nolet Kryptogramm Droemer Verlag

Jugendliteratur

Der Club der unsichtbaren Spione 2
Gitty Daneshvari Jagt den Virus-Dieb cbj-Verlag
Nils Krebber Keine Helden - Piraten des Mahlstroms Amrûn Verlag
Joe Craig Agent in höchster Gefahr cbj-Verlag

Krimi / Thriller

Jens Henrik Jensen Oxen - Das erste Opfer dtv Verlag
Tess Gerritsen Blutzeuge Limes Verlag
Arno Strobel Das Rachespiel Fischer Verlag

Hörspiele

Sherlock Holmes 32
Arthur Conan Doyle Der griechische Dolmetscher Titania Medien
Titania Spezial
Frances H. Burnett Der geheime Garten Titania Medien
Gruselkabinett 130
Carolyn Wells Der Wiedergänger Titania Medien
Gruselkabinett 131
Francis Flagg Die Köpfe von Apex Titania Medien

DVD

Tenjō Tenge Nipponart

Fan- / Magazine

Follow 436 Fantasy Club e. V.


Deutsche Phantastik

DIE LYTAR-CHRONIK 3
Richard Schwartz DAS BLUT DER KÖNIGE
Titelbild: Anton Kokarev
Piper Verlag 8053 (2.11.2017) 457 Seiten 13 €
ISBN: 978-3-492-28053-2 (mit Klappbroschur)
www.piper.de

Das große Finale der Lytar-Chronik - Bestsellerautor Richard Schwartz schließt sein Epos um das mächtige Artefakt, die legendäre Krone von Lytar, ab. Nachdem die ersten beiden Bände ursprünglich unter dem Pseudonym Carl A. deWitt erschienen waren und nun komplett überarbeitet vorliegen, warten alle Fans sehnsüchtig auf den dritten Band. Endlich werden die Geheimnisse von Lytar gelüftet - und das Blut der Könige wird fließen ... Ein Muss für alle Askir- und Götterkriege-Fans. (Verlagstext)

Das Reich des Greifen herrschte über die bekannte Welt mit der lebendigen, kultivierten Hauptstadt Lythar. Die Herrscher sicherten ihre Macht und das Reich durch Magier, die in ihren Kräften schier unbesiegbar waren. Ebenso wie die Wesen, die sie zum Schutz des Reiches erschufen. Doch kein Reich ist ewig und die meisten gehen unter, weil die Erben sich nicht einigen können. Jeder mit eigenen Vorstellungen will der Herrscher sein und so zerfiel das Reich in einem langen gewaltigen Krieg. Es war Prinz Belior, der sich selbst zum Herrscher der Hauptstadt Lythar und des Reiches ausrief. Unter seiner Herrschaft wurden die Tempel der Göttin Mistral geschändet. Dies war nicht zum Gefallen der Götter, die daraufhin Rache nahmen. Nur wenige Menschen konnten der Rache entkommen. Mühsam retteten sie sich in ein abgelegenes Hochtal. Das Leben hatten sie erhalten, aber es war nun hart und grausam in dem Hochtal. Wind und Wetter bereiteten ihnen, wie auch die Jahreszeiten viel Mühe. So lebten Sie in Frieden, aber ärmlich. Doch dann taucht wieder ein Usurpator auf, der die Welt erobern und alte Artefakte übernehmen will. Das wichtigste Teil der Suche ist die Krone von Lythar. Lediglich ein paar Dörfler stellen sich den Heerscharen entgegen. Mit Tarlon und seinen Freunden geht es dem Ende entgegen.
Die Handlung aus Sicht eines Barden zu erzählen, der dies als Vergangenheit kennt, ist gelungen. In einem Gasthaus sitzend, gibt er die Geschichte zum Besten, um so ein wenig Geld, zumindest Aber Kost und Logis zu verdienen. Da man den Erzähler kennt, man hat ihn inzwischen zwei Bände lang begleitet, wird die Geschichte zwar spannend, aber auch vorhersehbar erzählt. Richard Schwartz ist ein guter Geschichtenerzähler, der bekannter sein dürfte. Sein Schreibstil ist gelungen und man liest gern. Seine Leser entführt er in eine alte Zeit und bald hat man vergessen, dass man in der Gegenwart des Erzählers ist, und konzentriert sich auf die ferne Vergangenheit. Das Buch bietet einen würdigen Abschluss und die ein oder andere Überraschung. 

Lars Simon LENNART MALMKVIST UND DER GANZ UND GAR WUNDERLICHE GAST AUS TRINDEMOSSEN
Titelbild: Katharina Netolitzky
dtv 21704 (12/2017) 315 Seiten 9,95 €
ISBN: 978-3-423-21704 (TB)
www.dtv.de

Der Trindemossen, ein Wald voller Magie am Rande Göteborgs, birgt viele Geheimnisse. Gemeinsam mit Mops Bölthorn macht Lennart Malmkvist sich dahin auf, um Prof. Dr. Titus Hellström zu besuchen. Er soll Lennart dabei helfen, endlich die Dunklen Pergamente in seinen Besitz zu bringen. Aber Hellström wirkt seltsam entrückt, und die Polizei ist vor Ort: Offenbar wurde Hellströms Frau entführt ... Ein weiteres Mal versucht Lennart, Ordnung in das magische Chaos um sich herum zu bringen. Und muss sich am Ende entscheiden: zwischen den Dunklen Pergamenten und Bölthorn, den er nun doch ins Herz geschlossen hat. (Verlagstext)

LENNART MALMKVIST UND DER GANZ UND GAR WUNDERLICHE GAST AUS TINDEMOSSEN ist Band zwei von Lars Simon. Schon Band eins, mit dem etwas „schusseligen“ Helden und dem sprechenden Hund hatte mich überzeugt, so dass es mir eine Freude ist, auch den zweiten Band vorstellen zu können.

Lennart ist mit der Renovierung des geerbten Ladens von Buri Bolmen beschäftigt und hofft ihn, noch vor Jahreswechsel wieder eröffnen zu können. Sein eigentliches Bestreben gilt jedoch, die Dunklen Pergamente zu finden, die grossen Schaden anrichten können, sollten sie zusammengefügt werden. In diesem Zusammenhang hält er eine Namensliste in seinen Händen die er gemeinsam mit dem Mops Bölthorn abarbeiten will. Gleich der erste Name, Prof. Dr. Hellström, Direktor des Göteborger Naturhistorischen Museums führt ihn in das nächste Abenteuer. Dr. Hellströms Frau wurde entführt. So beschliesst Lennart Malmkvist , der von Frauen einen Ausschlag bekommt, weil er gegen sie allergisch reagiert, auf die Suche. Der Professor kann aber noch ein weiteres Problem sein Eigen nennen. Jede Nacht verwüstet jemand seine Küche und hinterlässt ein Schlachtfeld. Doch wer oder was steckt dahinter? Lennart beginnt seine Suche die ihn auf eine Spur führt, die in den Wald Trindemoosen führt. Dieser Wald liegt am Rande Göteborgs. In ihm findet sich eine Menge Magie, die Lennart inzwischen zu Genüge kennen und auch fürchten lernte.

Wieder ein neuer Roman von Lars Simon, einem deutschen Autor, der sich, aus welchem Grund auch immer, hinter einem Pseudonym versteckt. Der Autor, vom Schreibstil und den Beschreibungen tendiere ich zu einem Mann, wohnt im Raum Frankfurt. Er selbst lebte einige Zeit in Skandinavien und daher verzeihe ich ihm, dass seine Romane im Ausland spielen.
Das Buch um den Frauen-Allergiker Lennart ist wieder sehr humorvoll, was mir gut gefällt. Vor allem wirken die Gags nicht aufgesetzt, sondern entstehen scheinbar in der Situation des Schreibens. Dazu die guten Einfälle, wie eine orakelnde Keksdose, sorgen dafür, dass ich mich sehr gut unterhalten fühlte.
„Ihr Reich ist also feegan?“ Ist ein Ausspruch, der einfach nur Spass macht. 

Internationale Phantastik

Donald Nonet KRYPTOGRAMM
Originaltitel: handschrift van de duivel (2016)
Übersetzung: Simone Schroth
Titelbild: Network
Droemer Verlag (2.11.2017) 377 Seiten 14,99 €
ISBN: 978-3-426-30621-5 (mit Klappbroschur)
www.droemer-knaur.de

Der preisgekrönten niederländischen Thriller-Autor Donald Nolet geht in seinem Spannungsroman KRYPTOGRAMM einem der größten ungelösten Rätsel der Menschheit nach: Das circa 600 Jahre alte Voynich-Manuskript, verfasst in einer unbekannten Schrift und Sprache, versehen mit sorgfältig angefertigten, teils unheimlichen Illustrationen – welches Wissen oder welchen Wahnsinn mag es enthalten?
Als die brillante junge Mathematikerin Zina Welter auf einer Fachtagung von Voynich-Experten bekannt gibt, das Manuskript demnächst mit einem von ihr entwickelten Algorithmus entschlüsseln zu können, wird sie über Nacht zum Ziel verschiedenster Interessengruppen. Eine Hetzjagd quer durch Europa beginnt, doch je näher Zina der Wahrheit kommt, desto weniger weiß sie, wem sie noch trauen kann. (Verlagstext)

Kryptologie ist die Entschlüsselung von verschlüsselten Meldungen, ob nun als Schrift, oder Ton, oder inzwischen aus Dateien heraus. Diese Wissenschaft ist immer wieder eine reizvolle Angelegenheit, um sie in eine Geschichte zu verpacken. Mythen und Mysterien sind beliebt in der Spannungsunterhaltung. Der niederländische Autor Donald Nolet sieht dies in seinem Roman KRYPTOGRAMM genauso. In den Mittelpunkt seiner Geschichte mit der eigensinnigen Mathematikerin Zina Welter stellt er das Voynich-Manuskript.

Zum Hintergrund:
Das Manuskript wurde von Wilfrid Michael Voynich im Jahr 1912 erworben. Es ist ein Werk, dass sich im Besitz von Rudolf II. des Heiligen Römischen Reiches befand und wohl an Hofpharmazeut Jakub Horčický z Tepence übergeben wurde, um es zu identifizieren. Das Manuskript befindet sich seit 1969 unter Katalognummer MS 408 im Bestand der Beinecke Rare Book and Manuscript Library der Yale University.
Es ist in einer bislang nicht identifizierten Schrift und Sprache geschrieben, mit unbekannten Zeichnungen versehen. Sein Inhalt konnte bis heute nicht entschlüsselt werden. Der Betreiber der Webpräsenz www.voynich-manuskript.de behauptet jedoch, es entschlüsselt zu haben.
Zurück zu Zina Welter. Die Frau hat eine vorbildliche akademische Karriere hinter sich, einen sehr gelungenen Abschluss in Princeton. Ihr erster Arbeitsplatz führte sie zu einer Investmentbank. Allerdings ist diese Aufgabe nicht sonderlich begeisternd und nach einiger Zeit fühlt sie sich dort ausgenutzt. Dies führt dazu, dass sie den Job hinwirft. Zugleich erhält sie eine e-mail ihres ehemaligen Professors. Dieser setzt sie auf das Voynich-Manuskript an. Die Folge davon, Zina ist von dem Manuskript regelrecht fasziniert. Auf einer Fachtagung gibt sie schliesslich bekannt, es mittels eines bestimmten Algorithmus entschlüsseln zu können. Diese Information macht unter den Anhängern dieses Manuskriptes schnell die Runde und Zina Welter erhält schnell weltweite Aufmerksamkeit. Die besteht jedoch nicht nur aus den Anhängern, sondern auch aus fiesen Gegnern und kriminellen Personen und auch diverse Geheimdienste kochen an dieser Suppe mit. Ganz nach dem Motto, viele Köche verderben den Brei, hielt ich die Zahl der handelnden Personen zu hoch, aber der Brei wurde nicht verdorben. Der niederländische Schriftsteller Donald Nolet legte mit KRYPTOGRAMM seinen zweiten Thriller vor. Nach einem etwas behäbigen Anfang erzählt er eine packende Geschichte. Dabei mischt er frei erfundene und tatsächliche Fakten zu einem fesselnden und schnellen Kryptologie-Thriller. Dieser spielt gleichzeitig in der realen Welt der Gegenwart wie in der Vergangenheit des Jahres 1611, als Prag Mittelpunkt Europas war. Am Königshof von Rudolfs II. war damals die grösste Dichte an Wissenschaftlern vertreten und damit die, hauptsächlich Männer, mit dem grössten Wissen der damaligen Zeit.
Geschickt webt Donald Nonet ein Netz aus Verschwörung und Intrigen. Das Buch liest sich wie ein Puzzlespiel. Unserer Wikipedia-Wissenskultur stellt Donald Nolet ein unentdecktes früheres Wissen gegenüber. Eine wilde Jagd quer durch Europa, zumindest einige Teile davon, macht aus der Jägerin des verlorenen Wissens schnell ein gejagtes Exemplar der Wissenskultur durch Sammler und Werteverwerter. Was hier dem Leser präsentiert wird ist bestens geeignet eine lange Lesenacht abzuhalten. 

Jugendliteratur

DER CLUB DER UNSICHTBAREN SPIONE
Gitty Daneshvari JAGT DEN VIRUS-DIEB
Originaltitel: The league of unexceptional children – get smartish (2016)
Übersetzung: Bettina Spangler
Titelbild und Zeichnungen: Lisa Hänsch
cbj Verlag (12/2017) 202 Seiten 14,99 €
ISBN: 978-3-570-17331-2 (gebunden)
www.cbj-verlag.de

Jonathan und Shelley sind zwei ganz normale Kinder, die bereits einen Fall glorreich lösten. Nun bittet sie der britische Geheimdienst um Hilfe. Dies ist an sich ungewöhnlich, würden die beiden, wie einige andere auch, nicht zum Club der unsichtbaren Spione gehören. Die beste Eigenschaft von ihnen ist, keine zu haben. Sie sind so unauffällig normal, dass die Kinder Niemanden im Gedächtnis bleiben würden. Das zeigt sich auch an den Kapitelanfängen, wenn die „normalen“ Kinder ihr Leid klagen.
„Alle sagen, ich würde es mir leicht machen, aber wenn das wirklich stimmt, warum tue ich mich dann so schwer?“
Der Reiz des Buches liegt für mich bei den Jugendlichen, die mit viel Witz und Spass bei der Sache sind. Jonathan Murray ist der eher zurückhaltende Junge, um nicht zu sagen schüchtern und übervorsichtig. Shelley Brown, wie Jonathan 12 Jahre alt, ist quirrliger und lügt oft. Zudem hält sie Downing Street 10 für die Adresse eines Hotels. Man kann nicht alles wissen. Beim britischen Geheimdienst lernen sie Hattie Fleming kennen, sowie Oliver Lakeshore und Darwin Chapman. Gemeinsam sollen sie die Agentin Mitford finden, die den Geheimdienst verriet.
Das Buch ist eine spannende Jugendlektüre und macht Spass, weil Handlung und Handelnde in sich stimmig sind, nicht allzu ernst genommen werden, vor allem wenn Shelley wieder mal schwindelt. Die Leserinnen und Leser, denn es ist ein Jungen- und Mädchen-Buch, fiebern in der Handlung sicher mit.

Autorin Gitty Daneshvaris überzeugt mit der Geschichte und Übersetzerin Bettina Spangler hat eine gute Arbeit geleistet. Die Geschichte ist für Erwachsene interessant, für Jugendliche spannend. So muss es sein. In jedem Fall ist die Idee, normale Kinder zu Ermittlern zu machen gut. Allerdings gefallen mir die Bücher von Enid Blyton etwas besser, weil hier mir Platz zur Verfügung war, um eine Geschichte spannend zu erzählen. 
Nils Krebber KEINE HELDEN – PIRATEN DES MAHLSTROMS
Titelbild: Atelier Tag 1
Amrûn Verlag (05.09.2017) 300 Seiten 12,90 €
ISBN: 978-3-95869-296-1
www.amrun-verlag.de

Eberhart Brettschneider ist Händler, Abenteurer und Entdecker – wenn man ihm glauben möchte. Tatsächlich jedoch ist er einer der erfolgreichsten Betrüger Kammerbads. Gemeinsam mit seiner Partnerin Aurelia schwindelt er sich durch die Straßen seiner Heimatstadt.
Als Eberhart glaubt, den großen Coup gefunden zu haben, geraten die beiden durch eine Intrige mitten in die Suche nach dem Schatz des Schreckenskapitäns. Durch Piraterie und Hexerei werden sie bis in die Tiefen des Mahlstroms getrieben, wo Eberhart Sturmgeborene, Magier, Totenbeschwörer und die Götter selbst hereinlegen muss, um zu überleben.
Aber was soll schon passieren? (Verlagstext)

Dies ist das Abenteuer von Eberhard Brettschneider, eigenen Aussage nach Händler. Anderen Aussagen zufolge ist der stämmige und kleinwüchsige Mann ein Krimineller, der andere Leute über den Tisch zieht und über das Ohr haut. Der blonde Eberhart gehört zu jenen Menschen, die für gewöhnlich keinen grossen Eindruck hinterlassen, was für seinen Beruf sehr förderlich ist. Seine ständige Begleiterin ist die relativ flink agierende und sehr diebische Aurelia. Zu ihrem eigenen Schutz kann sie sehr behände mit Dolchen umgehen. Ihr kommen zugute die Kontakte zur kriminellen Unterwelt von Kammerbad. Die zwei sind ein gut eingespieltes Duo. Ihnen gelingt es immer wieder, einen Eigentumstransfer vorzunehmen, mit dem der Besitzer nicht einverstanden ist, es aber zu spät bemerkt.
Das eigentliche Abenteuer beginnt jedoch mit der Ankunft der Gräfin von Maracasar, Estella Veronica Asuncion del Mar. Die Gräfin ist auf der Suche nach Artefakten zum Laroskult und dem Sieg der Sturmgeborenen über den Schreckenskorsar und dessen untoten Kriegern. Um mehr zu erfahren geht sie den Weg einen Basar auszurichten, immer in der Hoffnung, etwas Brauchbares zu finden. Hier kommen wieder Eberhard und Aurelia ins Spiel. Eberhard und Aurelia sind der Meinung, hier Geld verdienen zu können. Sie beschwatzen die Gräfin, um an Informationen zu kommen. Sie wollen ihr ein paar gefälschte Schriftstücke aufschwatzen und so zu Geld kommen. Doch damit nicht genug, sie brechen bei der Gräfin ein. Leider ist dieses unrechtmässige Eindringen nicht von Erfolg gekrönt. Der Leibwächter der etwas verbissenen Matriarchin ist erst Mal das vorläufige Ende ihrer Karriere, da er sie festsetzt. Das Leben nimmt für die beiden eine ungeahnte Wendung, denn der Leibwächter ist niemand anderes als der gefürchtete Inquisitor Adrian van Berg. Mit seiner Überredungskunst gelingt es der Gräfin nicht nur die beiden Einbrecher anzuwerben, sondern ebenso den skurrilen Kapitän Akbash Weißhaupt samt Schiff und Mannschaft für eine Expedition zu beauftragen. Dass dabei die Marine um etliche Waffen erleichtert wird, ist dabei nebensächlich. Interessanter ist der weitere Passagier, frisch aus einem Sanatorium engagiert. Seine Gabe soll helfen, den Schatz und das Erbe des Schreckenskorsars zu finden. Allerdings ist dies nicht so einfach wie es sich liest.

Der Text gefällt durch seine Einfachheit und ist bestens für ein Jugendbuch geeignet. Alle Gefahren werden zumeist mit friedlichen Mitteln besiegt. Egal ob es Wind und Wetter oder andere Widrigkeiten wie Piraten, sind. Keine Helden – Piraten des Mahlstroms ist ein gelungenes Jugendbuch. Nils Krebbers Welt überzeugt und ich könnte mir vorstellen, dass auf dieser Welt weitere Abenteuer stattfinden. Vielleicht mit neuen Figuren. 

Joe Craig AGENT IN HÖCHSTER GEFAHR
Originaltitel: Jimmy Coates – Revenge (2008)
Übersetzung: Alexander Wagner
Titelbild: Bilderdienst
cbj Verlag (12/2017) 311 Seiten 9,99 €
ISBN: 978-3-570-17461-6 (TB)
www.cbj-verlag.de

Der 12-jähriger Superagent Jimmy Coates versucht alles, um den Fängen des britischen Geheimdienstes zu entfliehen, aber selbst aus der Ferne scheint der NJ7 Macht über ihn zu haben.
Dank seiner Verbündeten ist es Jimmy und seinen Freunden zwar gelungen, sich in die USA zu retten und in New York Unterschlupf zu finden. Doch Jimmy wird immer wieder von seltsamen anfallartigen Visionen heimgesucht.
Ob es ihm gelingen wird, deren Bedeutung zu entschlüsseln, bevor ihm seine Widersacher auf die Spur kommen? Und wie soll er seine Freunde von einer Wahrheit überzeugen, die sich einzig und allein in seinem Kopf abspielt? Jimmy weiß nur eines: Er ist ein Agent in höchster Gefahr! (Verlagstext)

Der 12jährige Jimmy Coates wohnt mit seiner Schwester und seinen Eltern in London. Eines Abends, die Familie sitzt gemütlich vor dem Fernseher, dringen schwarz gekleidet Männer in die Wohnung ein. Das schöne Idyll wird zerstört und Jimmys verlangt von ihm zu verschwinden. Auch die Schwester kann fliehen. Jimmy beobachtet wie seine Eltern abgeführt werden in Richtung unbekannt. Das war vor einem Monat.
Auf seiner Flucht und der Suche nach seiner Familie trifft er auf den britischen Geheimdienst NJ7. Dieser sorgte dafür, dass er gentechnisch manipuliert wurde und als Geheimagent für den Geheimdienst tätig werden soll. So stellt Jimmy überraschend fest, dass der über bemerkenswerte Fähigkeiten verfügt. Dies ist auch gut so, den sie helfen ihm, aus gefährlichen Situationen mit heiler Haut davon zu kommen.
Jimmy lernt auf seiner Flucht Christopher Viggo kennen. Von ihm erfährt er, worum es geht. In dieser Hinsicht trifft ihn dann ein Schicksalsschlag. Denn sein Vater sagt zu ihm: Du bist nicht mein Sohn, als er erkennt, Jimmy will seine vorhergesagte Bestimmung nicht ausüben. Ian Coates, der Mann den er für seinen Vater gehalten hat, verlässt die Familie. Nun sitzt die Mutter mit ein paar Freunden in der Wüste in einem Versteck. Immer in Sorge vor dem NJ7. Und dort geht das neue Abenteuer los. Denn eine unbekannte Gestalt attakiert Jimmy, nur um sich als ein Mädchen herauszustellen, etwas gleich alt wie Jimmy. Und sie meint nach dem Streit, sie stände auf der gleichen Seite. Das Mädchen Zafi arbeitet für den französischen Geheimdienst, der Jimmy bei der Flucht vor dem NJ7 geholfen hatte.

Im Buch gibt es viele Anspielungen, die ein Mensch mit gutem Allgemeinwissen erkennt, junge Leser sicherlich noch nicht. So ist J. C. = Jimmy Coates = Joe Craig, der sich hier als jugendlicher Held selbst verewigt oder NJ7 = MI6 britischer Inlandsgeheimdienst. Mann muss nur bei den Buchstaben im Alphabet 1 nach oben zählen, wie auch bei der Zahl. So etwas brachte Arthur C. Clarke mit seinem Rechner HAL3000 wo der Name IBM mit einem Buchstaben nach unten übersetzt wurde.
Das Buch wird von der ersten Seite an rasant und actionreich erzählt. Es ist spannend geschrieben, vor allem, wenn im Laufe der Geschichte ein wenig Licht in das Dunkle kommt. Dabei wird auch klar, dass Jimmy von der Ferne aus manipuliert wird. Er kann sich also nicht immer auf sich selbst verlassen. Denn die Signale werden über die überall stehenden Mobilfunkmasten gesendet. 


Krimi / Thriller

Jens Henrik Jensen OXEN DAS ERSTE OPFER
Originaltitel: de haengte hunde (2012)
Übersetzung: Friederike Buchinger
Titelbild: Stoltzedesign
dtv premium 26158 (12/2017) 459 Seiten 16,90 €
ISBN: 978-3-423-26158-6 (Mit Klappbroschur)
www.dtv.de

Der Nr. 1-Bestseller aus Dänemark
Niels Oxen, ein schwer traumatisierter Elitesoldat, zieht sich in die Einsamkeit der dänischen Wälder zurück, um seinen inneren Dämonen zu entkommen. Doch bei einem nächtlichen Besuch des Schlosses Nørlund wird er zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall: Hans-Otto Corfitzen, Exbotschafter und Gründer eines Thinktanks, wurde auf dem Schloss zu Tode gefoltert. Oxen gerät in die Fänge des dänischen Geheimdienstes. Seine einzige Chance: Zusammen mit der toughen Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck muss er die wahren Täter ausfindig machen. Die Spuren führen zu einem übermächtigen Geheimbund. (Verlagstext)

Niels Oxen war ein wegen seiner Tapferkeit oft ausgezeichneter Elitesoldat in den Kriegen im Balkan und in Afghanistan und von seiner Ausbildung her und seiner eingeschätzt guten Psyche sollte er keine Kriegstrauma mit sich herumtragen. Dennoch leidet er unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Ohne Perspektive, die sozialen Kontakte gehen gegen Null, entschliesst er sich 2010 aus dem Militärdienst ausgeschieden, in die Wälder Dänemarks umzusiedeln. Lediglich von seinem Hund Mr. White begleitet. Sein bis dahin geruhsames Leben, auf den Tag bezogen, denn des Nachts treiben in seinen Gedanken 7 Dämonen, wie er es nennt, ihn an den Rand des Wahnsinns. Ein Dämon ist ein kleines Mädchen mit Barbiepuppe die ihn in einem zerstörten Umfeld lange anstarrt.
Bei einem nächtlichen Ausflug zum Schloss Norlund gerät Oxen in Mordermittlungen, da in dieser Nacht der Schlossherr und Ex-Botschafter Hans-Otto Corfitzen ermordet wurde. Wer, wenn nicht ein abgehalfterter Elitesoldat soll den Mann getötet haben? Bei solch hochrangigen Personen ist natürlich schnell der Geheimdienst zur Stelle. Unter der Leitung der resoluten Geheimdienstmitarbeiterin Margarethe Franck werden Ermittlungen aufgenommen. Dabei hat die Frau, die bei einem Unfall ein Bein verlor, manchmal Antrieb, manchmal Hilfe. Und Niels Oxen „darf“ helfen. Er muss, als Zeuge, einen Handel mit PET Chef Mossman eingehen, ihm zu helfen. In folge dessen treffen sie auf den gefährlichen Geheimbund Danhof.

Der Thriller, der diesen Begriff wirklich verdient, entwickelt sich schnell mit der richtigen Mischung aus Spannung, Verschwörungstheorien und sozialpolitischer Kritik. Niels Oxen war mir von Anfang an sympathisch. Mit seiner Art konnte ich gut umgehen und als er in das Netz von Intrigen und Ränkespielen verstrickt wird, wirkt er in den Reaktionen sehr authentisch. Sein Hadern mit der eigenen Vergangenheit sorgt für emotionale Konflikte. Auch die zweite Handlungsträgerin, die Geheimdienstmitarbeiterin Margarethe Franck ist eine gelungene Sympathieträgerin, vor allem, weil sie ganz anders dargestellt wird. In Verbindung mit Nils Oxen ergibt sich hier ein gutes Handlungspaar. Die Erzählung von Jens Henrik Jensen wird von einem fesselnden Erzählstil geprägt. Der ständige Perspektivwechsel und die vielen Wendungen sorgen für Abwechslung. Einige kleine Schwächen hat das Buch, weil mir ein paar Kleinigkeiten unlogisch erschienen, bleibt aber ein zum Teil blutiger, rasanter, spannender Thriller. 
Alles in allem ist DAS ERSTE OPFER ein sehr gelungener und spannender Auftakt zur Oxen-Trilogie. Es folgen die Bücher: Der dunkle Mann und Gefrorene Flammen beide in 2018.

Tess Gerritson BLUTZEUGE
Originaltitel: I know a secret (2017) Übersetzung: Andreas Jäger
Titelbild: Francesca Perticarini
Limes (2017) 409 Seiten 19,99 €
ISBN: 978-3-8090-2638-9 (gebunden mit Schutzumschlag)
www.limes-verlag.de

Im nun mittlerweile 12ten Fall von Rizolli und Isles geht es erwartungsgemäß wieder sehr spannend zu und es gibt verstümmelte Leichen.
Das erste Opfer ist die erfolglose Filmproduzentin Cassandra, die von ihrem Vater in ihrem Bett tot aufgefunden wird. Sie scheint fast friedlich zu schlafen, nur hält sie in den Händen ihre eigenen Augäpfel. Da Cassandra einen Horrorfilm produzierte vermutet Jane Riszzoli erstmal einen Zusammenhang in dieser Richtung. Auch gab es Probleme mit der Finanzierung des Films. Wenig später, ausgerechnete an Heiligabend, taucht die Leiche von Timothy Mc Dougal auf, durchbohrt mit 3 Pfeilen. Rizolli sieht erstmal keinen Zusammenhang zwischen den Opfern. Maura Isles erkennt schließlich, dass beide Tötungsarten mit der katholischen Kirche zusammen hängen könnten. Sie beginnt zu recherchieren und nimmt so auch wieder Kontakt zu ihrer großen Liebe, Father Daniel Brophy ,auf. Beide merken , wie stark ihre Anziehungskraft aufeinander noch ist, versuchen aber, sich auf den Fall zu konzentrieren. Bald schon stoßen sie auf den Zusammenhang der Opfer, beide waren als Kinder in einer katholischen Tagesstätte, Apple Tree, untergebracht, die in einen Skandal verwickelt wurde als ein Kind, Lizzy, spurlos verschwand und andere Kinder von sexuellem Missbrauch berichteten. Die Betreiber der Tagesstätte und ihr Sohn, Martin, wurden verurteilt, beteuerten aber immer ihre Unschuld. Und nun wurde Martin aus dem Gefängnis entlassen, genau zu dem Zeitpunkt, als die Morde passieren. Und ein weiteres Kind von damals wird nun ebenfalls vermisst, Billy. Wenn die Theorie von der Folter der Heiligen stimmt, müsste Billy irgendwo lebendig begraben worden sein. Die Ermittler arbeiten auf Hochtouren um ihn zu finden, und dabei kommen immer mehr grausame Details von damals ans Licht, der scheinbare Unfalltod von Sarah Basterash wird nun auch als Mord gesehen.
Aus der Ferne beobachtet wird das ganze von Holly, einer jungen Frau, die auch als Kind in der Tagesstätte dabei war und die bei der Aufklärung der Morde hilfreich sein könnte, aber sie hält den Mund und verkriecht sich vor Angst.
Aber auch privat ist bei Jane und Laura einiges los. Nicht nur die verbotene Liebe zu Daniel macht Laura zu schaffen, sondern auch die Tatsache, dass ihre Mutter, eine verurteilte Serienmörderin, im Sterben liegt und sie ein letztes Mal sehen möchte. Obwohl sich in Laura alles gegen ein Wiedersehen sträubt, geht sie doch ans Sterbebett und bereut es sogleich auch wieder. Ihre Mutter scheint mit den Morden an dem aktuallen Fall igendwie beteiligt zu sein, nimmt ihr Geheimnis aber mit ins Grab.
Jane dagegen gerät in ihrem Elternhaus zwischen die Fronten, nachdem ihre Mutter die Affäre zu Janes früherem Chef beendet hat und zu Janes Vater zurück gekehrt ist. Dass sie dabei nicht glücklich ist scheint nur Jane zu bemerken.
Ich finde genaus diese Mischung aus privaten Einblicken und grausamen Tötungsdelikten so anziehend, dass ich die Bücher von Tess Gerritson geradezu verschlinge. Bei diesen Thrillern sollte man aber in der chronologischen Reihenfolge lesen. Ich freue mich jeden Herbst auf ein weiteres Abenteuer, habe bei diesem Buch aber festgestellt, dass es mich doch etwas genervt hat, wieder und wieder von der großen verbotenen Liebe zwischen Maura und Daniel zu lesen, von ihrem Schmerz, aufeinander zu verzichten, von ihren Sehnsüchten nacheinander. Ich finde die beiden sollten entweder endlich zueinander stehen oder es eben lassen.
Janes Leben mit ihrem Mann Gabriel und ihrer mittlerweile 3 jährigen Tochter Regine kam hingegen etwas zu kurz, aber es ist ja auch schön, dass dort mal keine Katastrophe passiert.
Wie immer ein spannender Thriller den ich jedem empfehlen kann. Dennoch bleibt der erste Band der Reihe, DIE CHIRURGIN, mein absolutes Lieblingsbuch. Susanne Giesecke

Arno Strobel DAS RACHESPIEL
Fischer Verlag (1/2014) 352 Seiten 9,99 €
ISBN: 978-3-596-19694-4
www.Fischer-Verlag.de

Als Frank eines Tages aus seinem Briefkasten einen USB Stick holt, denkt er an einen Werbegag oder einen Virus, ist dann aber neugierig genug, den Stick zu öffnen. Es erscheint das Bild eines nackten, abgemergelten Mannes, der in einem Kellerverlies angekettet gefangen gehalten wird. Frank wird zu einem Spiel aufgefordert: er kann den unbekannten Mann retten, muss dazu aber eine Mutprobe erfüllen. Er muss innerhalb der nächsten Stunden die Mosel, auf dem Brücken-geländer balancierend, überqueren. Dies tut er natürlich nicht und vergisst den Stick wieder. Am nächsten Morgen bekommt er wieder eine Nachricht, diesmal sieht er, wie der Mann vom Vortag in dem Kellerverlies von hunderten hungrigen Ratten bei lebendigem Leibe aufgressen wird. Zurück bleiben die fürchterlichen Schreie des Mannes. Noch glaubt Frank weiter an einen Fake, aber er wird erneut aufgefordert, das Spiel mit zu spielen, sonst würden er und seine Familie sterben. Unterschrieben ist das ganze mit dem Namen: Festus. Das gibt Frank nun doch zu denken, denn Festus war ein Junge aus der Vergangenheit, an dessen Tod Frank nicht ganz unschuldig war. Noch während er sich den Kopf zerbricht wer der geheimnisvolle Unbekannte sein könnte melden sich drei weitere Freunde von der Clique damals. Thorsten, Sven und Manuela haben den selben Stick erhalten und sie alle werden aufgefordert, am nächsten Tag zu einem alten Atombunker in der Eifel zu kommen und weitere Anweisungen zu befolgen. Da sie Angst haben, die Geschichte von damals könnte bekannt werden, befolgen sie die Anweisungen. Und ehe sie sich versehen sind sie in dem alten Bunker eingesperrt. Hier erst beginnt das perverse Spiel richtig. Die Freunde haben eine Nacht lang Zeit, um Punkte zu erspielen. Es gibt insgesamt 4 Aufgaben und Punkte. Ein Punkt rettet das Leben der Angehörigen, ein zweiter Punkt das eigene Leben. Alle anderen Spieler und ihre Familien werden sterben. Nun kommt erschwerend hinzu, das es in dem alten Bunker weder Licht noch Handyempfang gibt und die vielen hungrigen Ratten vom Video auch auf ihre Mahlzeit warten. Als Beweis werden via Monitor Bilder der Kinder und Ehefrauen gezeigt, gefilmt in den Häusern der Opfer. Wollen Frank, Thorsten, Manuela und Sven anfangs noch zusammen spielen und einen Ausweg finden, merken sie recht schnell, dass es hier nur ums nackte Überleben geht und jeder sich selbst der Nächste ist.
Festus, wie sich der Spieleiter nennt, beobachtet jeden ihrer Schritte und manipuliert die Freunde immer mehr. Als der Morgen graut und noch immer alle am Leben sind, werden die Spielregeln verschärft und aus Freunden werden Feinde.

Dieses Buch ist wirklich sehr spannend und grausam geschrieben. Ich verspürte beim Lesen einzelner Passagen eine leichte Übelkeit, das passiert mir nicht so oft. Die Idee ist wirklich gut, auf diese Weise Rache zu nehmen. Durch immer wieder eingeschobene Rückblicke wird das Leben der Jugendlichen und deren Bande von damals wieder lebendig und die Story immer verständlicher. Auch wenn ich es etwas unlogisch fand dass alle vier Erwachsenen in den Bunker gegangen sind obwohl sie schon bedroht wurden. Ich hätte sicher draußen als Wache gewartet anstatt das Verlies zu betreten. Auch fand ich die Tat von damals, bei der der geistig zurückgebliebene Festus seine Leben verlor, nicht so schuldbeladen wie es hier dargestellt wird. Für mich ist es ein Unfall der passieren kann, das Schreckliche daran war das Vertuschen. Aber die Beschreibung, wie man sich in extremen Situationen verhält und was durch den Lebenswillen und den Kampf um die eigene Familie in seinem Inneren passiert, ist wirklich fesselnd beschrieben.
Als Leser dachte ich an meine Kindheit und Jugend, in der sicher auch nicht alles korrekt ablief und fragte mich, ob auch meine Vergangenheit mit 30 Jahre später einholen könnte. Denn wenn wir ehrlich sind hat doch jeder die eine oder andere Leiche im Keller.
Ich hatte bis zum Schluss keine Ahnung, wer der Täter ist, mein Verdacht wurde immer wieder gekonnt auf andere Personen gelenkt. Susanne Giesecke 

Hörspiele

SHERLOCK HOLMES 32
Sir Arthur Conan Doyle DER GRIECHISCHE DOLMETSCHER
Sprecher: Joachim Tennstedt, Detlev Bierstedt, Thomas Balou Martin, Georg Tryphon, Timmo Niesner u. a.
Titelbild: Ertugrul Edirne
Titania Medien (12/2017) 1 CD = 56 Minuten 8,99 €
ISBN 978-3-7857-5547-1

Wikipedia meint zur Geschichtensammlung um Sherlock Holmes folgendes:
DIE MEMOIREN DES SHERLOCK HOLMES, erschienen 1893 unter dem englischen Originaltitel THE MEMOIRS OF SHERLOCK HOLMES, ist die zweite Sammlung von Detektivgeschichten um Sherlock Holmes von Sir Arthur Conan Doyle. In sämtlichen Geschichten des Bandes fungiert, wie auch in fast allen übrigen Sherlock-Holmes-Geschichten, Holmes’ Freund Dr. Watson als Ich-Erzähler.
Außergewöhnlich an der Geschichtensammlung ist, dass sie sowohl Sherlock Holmes’ ersten Fall (DIE ‚GLORIA SCOTT’), der in Rückblenden erzählt wird, als auch seinen – nach Doyles damaliger Planung – letzten Fall (DAS LETZTE PROBLEM) enthält, der mit einem traurigen Nachruf auf den großen Detektiv endet. Zudem enthalten die Geschichten Details aus Sherlock Holmes’ Privatleben, wie die Beziehung zu seinem Bruder Mycroft oder seinen Kokaingenuss.
Die im Januar 1893 im Strand Magazine erschienene Kurzgeschichte THE CARDBOARD BOX (dt. DIE PAPPSCHACHTEL) fiel aufgrund ihres Ehebruch-Themas Doyles Selbstzensur zum Opfer und war nicht Bestandteil des Bandes. Das Holmes’sche Kabinettstückchen vom Anfang dieser Geschichte rettete der Autor jedoch ins Buch hinüber, indem er es kurzerhand der Episode THE RESIDENT PATIENT einverleibte.
DER GRIECHISCHE DOLMETSCHER ist in der Sammlung die neunte Kurzgeschichte, die sich nun auf CD gebannt dem wohlwollenden Hörer darbietet. Im Einzelnen geht es um den Griechen Mr. Melas. Ein eleganter Mann nimmt seine Dienste in Anspruch. Allerdings sind die Umstände etwas ungewöhnlich, denn er darf nicht wissen, wo er übersetzt, noch die Namen der beteiligten Personen kennen. Mit dem Griechen, der etwas misshandelt scheint, soll er sich unterhalten und ihn dazu bringen, bestimmte Papiere zu unterzeichnen. Über den Inhalt findet Mr. Melas nichts heraus. Während des Gesprächs tritt eine junge Griechin ins Zimmer und erkennt den Mann trotz der entstellenden Pflaster. Von den beiden Engländern wird sie jedoch sofort aus dem Zimmer komplementiert.
Melas sorgt sich um den Mann und die Frau und bittet seinen Nachbarn, Mycroft Holmes, um Hilfe.Der ältere Bruder von Sherlock hat besondere Fähigkeiten im Aufklären von Kriminalfällen, ist aber zu bequem, um sie anzuwenden. Sherlock und Dr. Watson, zu Besuch bei Mycroft, übernehmen den Fall.
Dies ist eine interessante Folge, da Dr. Watson endlich mal Sherlocks Bruder kennenlernt, von dem er bislang nichts wusste. Zum anderen ist dies eine Folge, deren Ausgang man als Leser der Erzählung, wie als Hörer des Hörspiels, nicht erwartete.
DER GRIECHISCHE DOLMETSCHER ist das neueste Hörspiel der Sherlock Holmes-Reihe. Mit Auftritt von Mycroft wird erst einmal das Verhältnis der beiden Brüder zueinander dargestellt. Dies ist den Macher von Titania sehr gut gelungen. Nicht umsonst sind die Hörspiele um Holmes dieses Labels bei mir sehr angesehen.
Die Geschichte um den Übersetzer driftet ein wenig in den Hintergrund, wenn man den beiden Brüdern lauscht.
Den Sprechern, allen voran Joachim Tennstedt und Detlev Bierstedt gelingt es, ihren Figuren Leben einzuhauchen. Geräuschkulisse und Musik verleihen dem Hörspiel die nötige viktorianische Atmosphäre. Am Abend gehört, nur bei wenig Licht und ohne weitere Ablenkung, ist dies ein gelungenes Beispiel bester Unterhaltung. Nicht jeder hat einen knisternden Kamin, aber diese Atmosphäre ist genau das richtig in einer besinnlichen Weihnachtszeit, um diese ein wenig aufzulockern und spannender zu gestalten. 

TITANIA SPECIAL 13
Frances H. Burnett DER GEHEIME GARTEN
Sprecher: Bodo Primus, Uschi Hugo, Dagmar von Kurmin, Thomas Balou Martin, Matthias Lühn, Tom Raczko u. a.
Titelbild: Firuz Askin
Titania Medien (12/2017) 1 CD = 76 Minuten 8,99 €
ISBN 978-3-7857-5364-4

Die Weihnachtszeit ist immer etwas Besonderes. In den letzten Jahren machten sich Marc Gruppe und Stephan Bosenius selbst ein Geschenk, indem sie Jugendhörspiele herausbrachten. So ist es inzwischen Tradition auf dieses Hörspiel zu warten. Titania Special könnte man auch als „Das Geschenk“ bezeichnen. Marc Gruppe setzte mit Der geheime Garten einen weiteren Kinderbuchklassiker in ein Hörspiel um. Nicht zu verwechseln mit dem Hörspiel PATER BROWN - DER GEHEIME GARTEN, gelesen von Ernst Holzmann.

Es sind nicht unbedingt die Märchen und Geschichten, die jeder kennt. Dass man gerade Frances Eliza Hodgson Burnett wählte hat sicherlich seinen Grund. Die Autorin, vor 168 Jahren am 24.11.1849 in Manchester geboren, wuchs in den Slums von Manchester auf. Sie wanderte 1865 nach Amerika aus. Sie schrieb etwa 40 Kinderromane, von denen LITTLE LORD FAUNTLEROY auf Deutsch DER KLEINE LORD der bekannteste ist. Sie starb am 29.10.1924 in Plandome Park/Long Island.

Die Eltern der zehnjährigen Mary Lennox starben an Cholera. Sie hat Glück, weil sie nicht im Waisenhaus landet, sondern bei ihrem Onkel Archibald leben kann. Dieser ist für sie jedoch vollkommen unbekannt, sie kannte ihn vorher gar nicht. Mary fällt es schwer, das angenehme Leben als Tochter eines britischen Kolonialbeamten aufzugeben. Der einsam gelegene Landsitz ist nicht gerade das, was sie gewohnt ist, vor allem, da sie auf sich selbst gestellt ist. Die wenigen Angestellten beaufsichtigen sie zwar, sind aber selten in der Lage, sich wirklich um sie zu kümmern. Ihre erst ablehnende Haltung ändert sich, als sie den alten Gärtner kennen lernt und den Zugang zu einem geheimen Garten.
Dies ist die Geschichte von Mary, die versucht in ihrem Leben klar zu kommen und gleichzeitig mit ihrem Leben auch Erfüllung bei anderen Menschen weckt. Ihr gelingt es nicht nur den eigenen Verlust der Eltern zu verarbeiten, sondern auch bei anderen Menschen einen Verlust als solchen hinzunehmen und das eigenen Leben in Frieden zu leben.

Das Hörspiel ist wieder einmal mehr eine gelungen Angelegenheit mit einer einfachen, trotzdem zeitlosen Geschichte. Es ist zwar eine andere Zeit, in der die Erzählung spielt, aber das Thema ist heute genau so aktuell wie damals. Die Sprecher machen ihre Arbeit gut, auch wenn die Stimmen älter wirken, als sie in der Erzählung sein sollten. Ohne geeignete jugendliche Sprecherinnen und Sprecher, ist dies ein Problem, dass jedes Label besitzt. Musik und Geräuscheffekte schaffen eine angenehme Atmosphäre, versetzen den Zuhörer auf das abgelegene Landgut. 


GRUSELKABINETT 130
Carolyn Wells DER WIEDERGÄNGER
Sprecher: Dirk Stollberg, Reinhilt Schneider, Horst Naumann, Uschi Hugo, Dagma von Kurmin, Bodo Primus, Matthias Lühn u. a.
Titelbild: Ertugrul Edirne
Titania Medien (12/2017) 1 CD = 74 Minuten 8,99 €
ISBN 978-3-7857-5562-4

Carolyn Wells (1862-1942) ist eine in Deutschland eher unbekannte amerikanische Autorin, die Kinderbücher und Kriminalromane schrieb, aber hin und wieder auch Ausflüge ins phantastische Genre machte, ohne dabei ihre Wurzeln zu verleugnen, das merkt man auch an DER WIEDERGÄNGER. Die Millionärsgattin begann 1896 zu veröffentlichen, wobei sie bereits im darauffolgenden Jahr sich den Kriminalromanen zuwandte. Dies merkt man auch der Erzählung DER WIEDERGÄNGER an, die zwar mysteriöse Elemente enthält, aber eindeutig dem Krimigenre zuzuordnen ist.
1920. Peter Crane ist Erbe einer wohlhabenden New Yorker Familie. Diese Figuren sind, in der Literatur sehr beliebt, weil sie sich um Geldverdienen keine Gedanken machen müssen. Peter ist umschwärmt und wird vor allem von der hübschen Carlotta Harper genannt Carly, geliebt. Carly hingegen wird von Peters Freunden Gilbert Blair und dem Autor Kit Shelby verehrt. Die drei Männer verkünden den Plan, eine Expedition ins Innere des unerforschten Labrador durchzuführen. Carly und Peters Schwester Julie sind wenig begeistert von dieser Aussicht. Dennoch verspricht Carly, auf Peter zu warten. Vater Benjamin Crane spricht sich dafür aus, den Unternehmungsgeist seines Sohnes zu unterstützen. Die Bedingung dabei ist, einen zuverlässigen Führer dabei zu haben.
Die Expedition bricht Ende Juli auf. Zwei Monate später bricht das Unglück über sie herein. Mitte Oktober geraten sie in einen schweren Schneesturm, bei dem Peter in eine Gletscherspalte stürzt. Bei dem Unglück bricht er sich zudem beide Beine. Seine Begleiter Kit und Gilbert treten nach langer, ereignisloser Suche ohne ihn die Rückreise nach New York an. Hier hielten Peters Vater und Familie Séancen mit Madame Parlato ab. Sie erzählte vom Tode Peters. Daher sind die Rückkehrer sehr erstaunt, als sie erfahren, dass die Familie vom Tod bereits Kenntnis hat.
Die Handlung wechselt, wendet sich Julie Crane zu, die McClellan Thorpe liebt, den Architekturkommilitonen von Gilbert Blair. Als Gilbert Wochen später vergiftet aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Thorpe. Julie stürzt in eine tiefe Verzweiflung. Madame Parlato beschwört in einer weiteren Séance den Geist Peters, der ebenfalls Thorpe beschuldigt.
Um seiner Tochter und Thorpe zu helfen, engagiert der Vater den Ermittler Pennington Wise. Er soll mit seiner Assistentin Zizi die Angelegenheit untersuchen.
Die Handlung selbst ist eher ein Kriminalstück mit okkulten Einschlag, das was man unter Okkulten Detektiven versteht. In dieser Hinsicht nichts neues, denn innerhalb des Gruselkabinetts wurden schon öfters solche Stücke produziert.

Die Sprecher, die Musik und die Geräusche wurden bestens aufeinander abgestimmt. Eine Angewohnheit, die von Marc Gruppe und Stephan Bosenius immer wieder aufs Neue durchgeführt wird. Ihre penible Arbeit ist es, die die Hörspiele auf einem sehr hohen Niveau halten. Dabei ist es gar nicht mehr so wichtig, ob die Handlung, verursacht durch die Autoren, ein Logikloch oder gar mehrere, enthält. Oftmals führt die Erzählung die Hörer auf eine falsche Fährte und überrascht letztlich mit einem gelungen Schluss. Die Dialoge stehen im Vordergrund, an keiner Stelle werden sie verdeckt. Die Musik und die Geräusche unterstreichen das Hörspiel, sorgen für die richtige Stimmung. Die Musik wird in erster Linie mit klassischen Instrumenten bestritten, passend zur damaligen Zeit.
DER WIEDERGÄNGER, so meine Zusammenfassung, gefällt als Hörspiel zur guten Unterhaltung. Es überzeugt Geräuschen, Stimmen und Musik. Die Geschichte wirkt etwas zu künstlich. Sie hätte mit einem Unfall auf New Yorks Strassen genau so funktionieren können. Carolyn Wells erzählt eine klassische Mystery-Geschichte, in der das Offensichtliche schnell zu einem Kriminalfall wird. Marc Gruppe nimmt sich in der Übersetzung viel Zeit, um die Figuren einzuführen. Dabei fand ich es zu Beginn etwas schwierig, die drei Männerstimmen auseinander zu halten. 



GRUSELKABINETT 131
Francis Flagg DIE KÖPFE VON APEX
Sprecher: Michael-Che Koch, Thomas Balou Martin, Helmut Winkelmann, Marie Bierstedt, Uschi Hugo, u. a.
Titelbild: Ertugrul Edirne
Titania Medien (12/2017) 1 CD = 63 Minuten 8,99 €
ISBN 978-3-7857-5563-1

Justus Miles ist ein ehemaliger Soldat, der freischaffend als Söldner seinen Unterhalt sucht. Als ein Mann gesucht wird, der weder Tod noch Teufel fürchtet, ist er der erste, der den Arm hebt. Gemeinsam mit seinem Kameraden Rusty begleitet er einen gelähmten Mann als eine Art Leibwächter und Diener zugleich. Trotz seines Handicaps scheint der Auftraggeber aber in ständiger Gefahr zu sein. Diese ständige Gefahr trifft auch schnell auf die beiden Ex-Soldaten zu. Aus der Reisebegleitung wird bald ein Himmelfahrtskommando. Dagegen scheint der Grosse Krieg eher harmlos gewesen zu sein, mit seinen hunderttausenden Toten.
Klischee wird in diesem Hörspiel bzw. seiner Vorlage gross geschrieben und die Erzählung mit ihrem gelungenen Ende, von Marc Gruppe dennoch überzeugend in Szene gesetzt, ist schnell vorherzusehen. Wie typisch bei den Pulp-Magazinen der amerikanischen Frühzeit, wird hier die Männerwelt der 1920er Jahre bedient. Frauen, sofern sie vorkommen, spielen eine untergeordnete Rolle. Die Erzählung DIE KÖPFE VON APEX ist ein gelungener Phantastik-Mix zwischen Grusel und Science Fiction.
Die Sprecher sind wie immer gut gewählt. Ihnen merkt man an, dass sie die Figuren verinnerlichen und die Rollen, in denen sie nun denken müssen, besten ausfüllen und ausführen. Dieses in der Rolle aufgehen, springt auf den Hörer über und lässt ihn an den richtigen Stellen ein wenig erschauern. Die passende Geräuschkulisse und die dezent eingesetzte Musik untermauern das Gebäude Gruselkabinett, dass mit seiner 131 Folge erneut überzeugt. DIE KÖPFE VON APEX von Francis Flagg (Pseudonym von Henry George Weiss (1898-1946)) ist solide Unterhaltung. 

DVD

TENJŌ TENGE
Nipponart (11/2017) 5 DVD = 650 min 49,95 €
Dolby Digital 2.0
Sprachen: Deutsch, Japanisch, mit deutschen Untertiteln

Auf der Todo-Akademie herrschen raue Sitten. Das müssen auch die beiden Schläger Soichiro und Bob bereits an ihrem ersten Tag dort feststellen. Wortwörtlich mit Hand und Fuß müssen sie sich an der Schule ihren Status erkämpfen, bis sie auf Maya, die Anführerin des Juken-Clubs treffen. Das toughe Mädchen verpasst den beiden Kampfanfänger erst einmal eine Tracht Prügel, um zu zeigen, wer hier das Sagen hat. Doch auch die ersten amourösen Abenteuer lassen nicht lange auf sich warten...
Tenjō Tenge zu Deutsch „Himmel und Erde“ ist die perfekte Mischung aus Action und Erotik, gewürzt mit einer guten Prise Fantasy und Philosophie.

Ganz allgemein gesehen zeichnet sich die Serie TENJŌ TENGE, in Japan von 1998 bis 2010 in einzelnen Kapiteln im Magazin ULTRA JUMP erschienen, durch einen guten und detailreichen Zeichenstil aus. Aus den 136 Kapiteln wurden schliesslich 22 Taschenbücher, die unter anderem in Deutschland bei Panini erschienen. Die Zeichentrickserie besticht nicht nur mit Elementen eines actionlastigen Mangas. Sie enthält auch andere Elemente aus Phantaastik und Krimi, die die Serie sehr viel interessanter macht, als viele andere gleichartige Comics und Zeichentrickfilme. Die Zeichnungen sind zudem mit sexuellen Anspielungen versehen. Die männlichen Figuren besitzen Muskeln, die nur durch jahrelanges Training entstehen können, die weiblichen Figuren bestechen durch lange Beine und kurzen Röcken mit Schlüpferblitzern oder sind halbnackt dargestellt. D. h. man sieht oft viel Haut, hinzu kommen sehr grosse Augen und Brüste. Die Umsetzung der gleichnamigen Comic-Vorlage, hier bei Panini erschienen, ist eine perfekte Mischung aus Action und Erotik, Phantastik und Philosophie.
Soichiro Nagi und Bob Makihara sind neue Schüler der Todo-Akademie. Sie haben eine Eigenschaft, die nicht gern gesehen wird und dazu führte, von diversen Schulen zu fliegen. Beide prügeln sich gerne. Sie wollen mit ihren Kräften die stärksten sein und unterwerfen mit ihren Prügeleien die Schüler der Schulen, beginnend mit den kleinsten und Jüngsten Schülern. Ihre Prügeleien und Einschüchterungen enden jedoch auf der Todo-Akademie. Doch bereits ihren ersten Kampf gegen Maya Natsume verlieren die beiden. Maya Natsume, die wie ein kleines Kind aussieht, haut Soichiro Nagi bildlich gesehen, aus den Socken. Maya ist jedoch kein Kind, sondern besitzt die Fähigkeit sich in ein solches zu verwandeln. Sie verwandelt sich von einem Kind in ihre normale Gestalt zurück und sorgt für einen Fenstersturz. Soichiro fällt auf ein Dach, durchbricht es und findet sich in einem Duschraum wieder, praktisch in den Armen der nahezu unbekleideten Aya Natsume. Diese ist die hübsche, jüngere Schwester von Maya. Soichiro wird mit einem zweiten Problem konfrontiert, da sich Aya ad hoc in ihn verliebt.
Mit ihren unverschämten Eskapaden ziehen Bob und Soichiro die Aufmerksamkeit des Executive-Komitees auf sich. Die Mitglieder des Komitees, die die „unreinen“ Schüler bestraft, verpassen den beiden eine schwere Tracht Prügel. Gedemütigt schwören die beiden Jungs Rache und treten dem Juken Club bei, deren Vorsitzende ausgerechnet Maya ist, um besser und stärker zu werden.
Mit der Rückblende in die Vergangenheit der Todo-Akademie werden die phantastischen Eigenschaften der Handlungsfiguren beleuchtet.
Im Mittelpunkt steht Shin Natsume. Er ist der ältere Bruder von Maya und Aya. Aya und er verfügen über das Ryugan oder Drachenauge. Die übernatürliche Fähigkeit wird mehr und mehr zum Feind für Shin, da diese die Kontrolle über ihn übernimmt. Im Hintergrund wacht Mitsuomis Vater, Takayanagi Dougen, Shins Entwicklung. Bunshichi Tawara kann Shin zur Vernunft bringen. Damit hat er eine kleine Verschnaufpause, in der auch der Budo-Club gegründet wird, den Maya leitet. Sie hingegen verliebt sich in Mitsuomi. Dies sieht Shin nicht gern und die beiden bekriegen sich, was zum Tod von Shin führt. In der gleichen Zeit wird ein Komplott geschmiedet, in der die Takayanagi-Familie eine besondere Rolle zu spielen scheint.
Takayanagi-Phönix spielt auch in der Gegenwart eine grosse Rolle. Während sich die meisten Budo-Mitglieder auf ein grosses Schulturnier vorbereiten, indem sie härter denn je trainieren, erwartet Souichiro eine andere Ausbildung. In ihm fließt das Blut der Exorzisten. Die Eigenschaft ermöglicht es ihm, die übernatürlichen Kräfte anderer Personen zu übernehmen. Für diese Ausbildung sind die Oberhäupter der Familien des Takayanagi-Phönix verantwortlich. Scheinbar sind Mitglieder der Familie auch Mitglieder einer neuen Organisation, die den Budo-Club bekämpfen. Zudem wird Souichiro, dessen Familie die Fähigkeit der Ryuken (Drachenfaust) besitzt, von seinem Vater Souhaku Kago entführt. Für ihn muss er Exorzismus-Aufgaben erfüllen, das heisst die Drachentore anderer zu übernehmen. Mitsuomi und Maya befreien Souchiro aus den Händen seines Vaters, der dabei seinen Kopf verliert. Maya, die über das Schwert Reiki zu wachen hat, fällt bei dieser Aktion in einen komaartigen Zustand.
Zur gleichen Zeit hat Aya mit Hilfe ihrer Drachenaugen eine Vision von Ereignissen, die bereits 400 Jahre zurückliegen. In einem weiteren Rückblick wird gezeigt, wie Oda Nobunaga von Kago Souhaku enthauptet wird. Dieser hat sich mit Prinzessin Senhime auf der Burg Ōsaka-jō verschanzt.

Am 24. November kam TENJŌ TENGE als Gesamtausgabe DVD heraus. Durch die späte Erscheinung hat es diese Serie nicht mehr in den November-Bücherbrief geschafft.
Es kommt jetzt nicht darauf an, die ganzen Folgen zu erzählen. Deutlich wird jedoch, dass aus einer einfachen Geschichte nach und nach ein Epos wird. Je länger man der Geschichte folgt, desto wichtiger werden die vorhergehenden Folgen für das Verständnis.

Ich bin mit den Bildern, den Charakteren und dem Hintergrund einverstanden, auch wenn ich mir an verschiedenen Stellen mehr Einzelheiten und besseren Stil gewünscht hätte. Die Animationen von TENJŌ TENGE sind eher einfach gehalten. Die Hintergründe kommen oftmals ohne Einzelheiten aus, während die Figuren ein angenehmes Charakterdesign aufweisen.
Diesen japanischen Zeichentrickfilm konnte ich mit viel Spannung, aber auch mit einigem Humor verfolgen.
Was die Verpackung und den Inhalt betrifft: Der Schuber ist sehr gut verarbeitet und die CDs halten sicher in der Halterung. Zusätzlich gibt es ein kleines Poster. Die fünf CDs werden in einem Portfolio aufgeklappt, das zudem Bilder enthält. Hier werden die einzelnen Figuren vor- und dargestellt. Optisch gibt es an dem Film nichts auszusetzen, konnte ich mit viel Spannung, aber auch mit einigem Humor verfolgen. Die Animationen sehen gut aus und auch akustisch gibt es aus meiner Sicht nichts zu bemängeln. Beim Ton gibt es jede Menge Effekte. Egal ob es nun der Kampf an sich oder Hintergrundgeräusche sind, alles ist gut dargestellt. Die Synchronisation kann sich hören lassen, ist qualitativ sehr hochwertig ausgefallen. Die Stimmen passen zu den einzelnen Charakteren und die Synchronsprecher sind alle sehr gut gewählt und sprechen mit viel Herzblut. Auch actionreiche und traurige Szenen wurden bestens vertont. In TENJŌ TENGE erhält der Zuschauer zusätzlich Einblicke in die japanische Kultur und die klassische Umgebung Japans. Ein rundum gelungenes Spektakel auf 5 DVD. 

Episoden
1. Heilige Hallen
2. Die Niederlage
3. Der Beauftragte
4. Zweifel
5. Die Strafe
6. Illusionen
7. Der Durchbruch
8. Ryugan
9. Durchsetzungsvermögen
10. Erinnerungen
11. Der mit den übernatürlichen Kräften
12. Die Dunkelheit
13. Magische Kräfte
14. Fegefeuer
15. Yin & Yang
16. Die Folgen
17. Wahre Absichten
18. Resonanzen
19. Die Motive
20. Das Komplott
21. Der Gewaltausbruch
22. Der Entschluss
23. Der Fluch
24. Der ewige Wandel

Fan- / Magazine

follow 436
Fantasy Club e. V. 642 Seiten Mitgliedsbeitrag
ISSN 1439-1716
www.follow.de

Follow habe ich des Öfteren vorgestellt. Der Verein mit seinen über 40 Gruppierungen und über 60 Jahre bestehen ist immer noch sehr aktiv. So erschien jetzt die Nummer 436 des internen Magazins. Auf 642 Seiten, damit meines Wissens das umfangreichste Magazin der Vereinsgeschichte, präsentieren sich die einzelnen Gruppen mit Rezepten, Geschichten, Berichten, Fotos, Bildern etc. um so die anderen Gruppierungen von ihren internen Aktivitäten. Zu diesen gehört natürlich aktives Rollenspiel. Jedes Mitglied einer Gruppe hat ihren eigenen Namen und Hintergrundgeschichte in der erfundenen Welt. Somit ist ein ganztägiger Verkleidungsspaßss gegeben und wenn, wie hier berichtet, das Fest der Fantasie ins Spiel kommt wird daraus schon mal mehr als eine Woche. Dann tritt man als Köchin, Krieger, Priester, Schäfer oder was immer man will, auf. In Follow waren Piraten aktiv, bevor Johnny Depp den Pirat spielte, bevor Arnold Schwarzenecker seinen Conan gab, hatten wir schon unsere Barbarenkrieger. Follow ist der Platz, um seine Fantasie auszutoben. Dies gilt auch für angehende Autorinnen und Zeichner. Hier hat man die Möglichkeit, Clanintern oder ganz allgemein Geschichten zu veröffentlichen oder Bilder. Das Spektrum ist groß oder wie Jemand mal zur Rezension von Magira schrieb: Die Bandbreite ist breit. 

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