STARLIGHT UNION

Andere Welten

Hier könnt ihr noch einmal die Abenteuer unserer Helden in 'Anderen Welten' nachlesen. Neue Abschnitte sind  am Ende der Seite in ROT verfasst. Die Vorgeschichte hierzu findet sich unter RPG Classics.

(letzte Aktualiserung: 23.10.2016 - IN DER DOMÄNDE DES GRAFEN STRAHD und IN DER DUNKELHEIT GESTRANDET von Werner Brücker)

WILLKOMMEN IM RACUDIN

Gemäß dem Wunsch des Großfürsten und dem ihrer Freundin ROMARINA (welche sich Hilfe bei der Suche nach ihren verschwundenen Stammesangehörigen erbeten hat) brechen TORRIC, KORF und MIALEE in den letzten Sommertagen in Richtung ‚Schenila’ auf. Um die Entfernung zum Dorf von MIALEES Pflegeeltern möglichst schnell zurückzulegen nutzt man dieses Mal einen der Handelsflusskähne, welche regelmäßig auf dem ‚Darowa’ verkehren, welcher ganz in der Nähe der Ansiedlung vorbeifließt. Auf ihrer 14-tägigen Fahrt durch Moravod können die drei Freunde überall die schon weit fortgeschrittenen Wiederaufbauarbeiten entlang des Flusses beobachten. Besonders die Stadt ‚Warogast’, welche einst stark unter den Angriffen der Chaosarmee zu leiden hatte, erstrahlt mittlerweile in neuem Glanz. Ebenso kehrten auch überall die Bewohner der umliegenden Dörfer aus ihrem monatelangen Exil aus ‚Waeland’ zurück und beschleunigten die Wiederaufbaumaßnahmen im ganzen Land.
Auch ‚Schenila’ ist mittlerweile fast völlig wieder hergestellt. Als die heran marschierenden Freunde und Retter des Dorfes erkannt werden ist die Freude unter den Dorfbewohnern riesengroß. Herzlich werden sie begrüßt und in die Arme geschlossen. Selbst der, ansonsten von den Dorfbewohnern sonst so misstrauisch beobachtete, Unsichtbare in seiner schwarzen Kutte wird nicht ausgeschlossen. MIALEE eilt sogleich zu ihren menschlichen Stiefeltern und begrüßt dann zusammen mit den anderen ROMARINA, die zusammen mit ihren größtenteils genesenen Stammesbrüdern bei ihren Eltern untergekommen ist. Schnell ist von der Dorfbevölkerung ein Willkommensfest organisiert bei dem jede Menge gebratene Wildschweine und Met aufgefahren werden.

Erst spät in der Nacht finden die vier Freunde Gelegenheit sich über die Ereignisse der letzten Monate auszutauschen. So erfährt die Abanzzi alles über die Vorgänge in ‚Geltin’, den Angriff der Vampire und die Mission zu der HENSTEDT und WYRWIK aufgebrochen sind. ROMARINA hingegen berichtet dass während ihres Aufenthalts im Dorf eine Elfengruppe sie besuchte und ihr mitteilte, dass sich die wiedervereinigten Elfenstämme nunmehr bis auf unbestimmte Zeit wieder von der Menschenwelt ausschließen werden um die nächste Stufe ihrer Läuterung zu erreichen. Nach wie vor ist es ihr angestrebtes Ziel in den Zauberwald ‚Karmodin’ zurückzukehren. Dieser wird ihnen aber nur dann den Zugang gewähren, wenn es ihnen gelingt sich von aller alten Schuld des Seemeisterkrieges zu befreien. Um die befreundeten Menschen und ihre Elfenschwester aber trotzdem im Kampf gegen die in Moravod wirkenden negativen Kräfte zu unterstützen, überbrachten sie ROMARINA die am Kreuzungspunkt der Drachenwege geladenen magischen Waffen. So erhält KORF nunmehr den goldenen Bogen des BARKAS und TORRIC die vom selben magischen Schmiedemeister gefertigten Säbel. Alle drei mächtigen Waffen sollen über den Willen ihrer Besitzer gesteuert werden können. Dies wird erst, nach Aussage der Elfen, nach einer gewissen Lernzeit möglich sein. Wie lange dies dauern wird, kann man nicht sagen. Ebenso können sie keine Aussage zur Dauer der Aufladung der magischen Waffen machen. Für MIALEE hingegen haben ihre Elfenbrüder eine rätselhafte Baumrindenrolle zurückgelassen, welche völlig unbeschrieben zu sein scheint. Allerdings kann ROMARINA hierzu noch die ominöse Nachricht der Elfen wiedergeben, dass sich die Botschaft der Rolle MIALEE zum geeigneten Zeitpunkt offenbaren wird. MIALEE ist ob dieser recht kurzen Nachricht an sie recht frustriert und fragt sich wie sie jemals lernen soll eine richtige Elfe zu sein, wenn der Kontakt zu ihren Brüdern und Schwestern immer nur so kurz ist … Und auch ROMARINA selbst erhielt ein wertvolles Geschenk durch ihre damaligen Besucher: fünf Bund des seltenen Eisenkrauts (ein Abwehrmittel gegen Vampire) wurden ihr überreicht um ihr bei ihrer gefährlichen Mission als wirkungsvolles Hilfsmittel zur Verfügung zu stehen. Zu guter Letzt wiesen die Elfen auch noch auf die ‚Bärenamulette’ der Kampfgefährten hin, die diesen ja einst von der Hofschamanin TABATHA überreicht wurden um die Gruppe gegen geistige Beeinflussung zu schützen. Denn auch im Gebiet des ‚Racudin’ - welcher ja durch seine bösartige Ausstrahlung Wesen, die in seinen Bann geraten, geistig und körperlich verändert – mag dieser Schutz eine gewisse Zeit bestehen können. Da dieser Einfluss des Zauberwaldes aber permanent ist, besteht die Gefahr dass die Kraft der Amulette mit der Zeit schwindet und die Freunde der geistigen Beeinflussung unterliegen …

ROMARINA berichtet dann ihren Freunden von den Erlebnissen ihrer beiden Stammesbrüder, deren Sippe nach der Loslösung aus der Symbiose mit den Elfen voller Hochstimmung in Richtung ‚Geltin’ aufbrachen – dieses aber nie erreichten. Die Erinnerung der beiden Männer verliert sich in der Zeit als die Abanzzi ihr erstes Nachtlager auf einer Waldlichtung aufschlugen und sie Nachts urplötzlich von einer dichten Nebelwand umschlossen wurden. Aus dieser griffen immer wieder Nebelfinger nach einzelnen Mitgliedern der Sippe und zerrten ins innere der diffusen Wand. Schließlich wurden auch sie verschlungen … An die Zeit dazwischen und daran, dass sie willige Werkzeuge eines Vampir gewesen sein sollen, können sie sich überhaupt nicht mehr erinnern. Ihr bewusstes Denken setzt erst wieder zu jenem Zeitpunkt ein, als sie nach dem Kampf gegen die Dorfbewohner und ROMARINAS Gruppe verwundet am Boden liegen.
Während des monatelangen Heilungsprozesses gelang es der Heilerin auch nicht diese Erinnerungslücke ihrer beiden unglücklichen Brüder zu füllen. Wohl konnte ROMARINA ihre körperlichen Verletzungen, wie Knochenbrüche und Schnittwunden, heilen – doch die seelische Zerrüttung (welche sich auch immer wieder in nächtlichen Albträumen äußerte!) der Beiden war trotz aller Bemühungen nicht zu beseitigen. Irgendetwas ist in ihnen zerbrochen und sie sind nicht mehr die Menschen, die sie einmal waren …

Was aber ROMARINA in Erfahrung bringen konnte ist die Lage des Platzes an dem das Unheil über ihre Sippe hereinbrach: es handelt sich dabei um eine große Lichtung bei einer Wegkreuzung, welche seit alters her von den Abanzzi als Lagerplatz zwischen den einzelnen Dörfern ihrer Wanderroute genutzt wird.
Aufgrund dieser Informationen beschließt die Gruppe nunmehr mit ihrer Suche nach ROMARINAS verschwundener Sippe an jener Stelle zu beginnen. Von den Dorfbewohnern mit reichlich Proviant und guten Wünschen versehen brechen die Vier mit Pferd und Wagen zu der nur zwei Tagesreisen entfernten Wegkreuzung auf. Dort zur Mittagszeit angekommen spürt MIALEE mit ihren elfischen Sinnen von der Lichtung ausgehend den ‚Hauch’ einer schwindenden negativen Ausstrahlung – ganz so als sei in einem Zimmer ein winziger Fensterspalt nach Draußen geöffnet aus dem ein ‚schlechter’ Geruch abziehe. Dieser ‚Nachhall’ eines negativen Ereignisses, welches nunmehr wahrscheinlich nahezu ein Jahr zurückliegen muss, lässt auch die anderen Drei (nachdem die Elfe das Gefühlte ihnen offenbart hat) nicht unbeeindruckt. Wie stark muss die Ausstrahlung dieses ‚negative Ereignisses’ erst vor einem Jahr gewesen sein, wenn noch heute der Nachhall spürbar ist? Eine gemeinsame Erkundung des Geländes bringt allerdings keine neuen Erkenntnisse. Nur die Idee MIALEES, dass ROMARINA doch einmal ihre magische Kugel zur Beobachtung der großen Lichtung einsetzen sollte, bringt der Gruppe neue Informationen. Erst nachdem die Abanzzi einen bisher nicht da gewesenen Widerstand in ihrem Geist überwinden musste, gelingt es ihr die Zauberkraft des geschliffenen Kristalls zu nutzen und aus der Vogelperspektive die Waldwiese in Augenschein zu nehmen. Auf der Oberfläche der Kugel wird die Lichtung allerdings seltsam milchig und verschwommen abgebildet, was daraufhin deutet dass an diesem Ort magische Kräfte am Werke sein müssen. Der sie umgebende Wald und die hindurchführenden Wege werden hingegen kristallklar abgebildet. Aufgrund dieser Beobachtungen und dem magischen Gefühl der Elfe lässt sich schließlich der genaue Ort des ‚Abzuges’ inmitten der Grasfläche ziemlich genau bestimmen. Aber auch dort weist nichts auf einen ‚begehbaren Durchgang’ hin.
Auf Vorschlag des Unsichtbaren markiert man die ‚Abzugstelle’ mit einem dicken in die Erde gerammten Ast. KORF hingegen hätte gerne das ganze Gebiet markiert. Doch MIALEE entwickelt die Theorie, dass sich der unbekannte Einfluss wie Gezeiten verhält. So könnte der Einfluss vielleicht über den Tag hinweg abnehmen (was das derzeitige ‚Abfließen’ erklärte) und sich des Nachts wieder verstärken. Ein Abstecken des derzeitigen Einflussbereiches mache dann keinen Sinn … Aufgrund dieses Gedankens ermittelt man aber nach einigen Überlegungen eine ‚Fließgeschwindigkeit’ der unbekannten Kraft von circa 20 Metern in der Stunde. Da langsam die Dämmerung näher rückt, und die Abenteurer auch trotz intensiver Spurensuche keine neuen Erkenntnisse gewinnen können, beschließen die vier Freunde einen geeigneten Platz für ihr Nachtlager ausfindig zu machen. Unter der Annahme, dass die geheimnisvolle Aura des Nächtens wieder mit gleicher Geschwindigkeit zunehmen wird, wählen sie den Lagerplatz weit genug entfernt um nicht ein ähnliches Schicksal zu erleiden. Früh am nächsten Tage soll dann die Lichtung wieder aufgesucht werden um zu ermitteln ob die Theorie der Elfe (Ebbe und Flut) auch der Wirklichkeit entspricht oder ob der Einfluss in Wirklichkeit über viele Monate hinweg immer mehr schwindet.

Fern ab der Wegekreuzung und der großen Wiese findet man schließlich eine kleine Waldlichtung auf der ROMARINAS Wagen bequem geparkt werden kann. Flugs legt KORF ein Grubenfeuer an und hungrigen Vier machen sich (nachdem ROMARINA auch ihr Pferd Schleifchen ausgeschirrt und versorgt hat) über die von den freundlichen Dorfbewohnern mitgegebenen Vorräte her. Besonders mundet ihnen dabei der in Honig eingelegte Wildschweinschinken – eine Spezialität ‚Schenilas’, welche Dank seiner hervorragenden Imker und Jäger, zu einem ‚Exportschlager’ weit über die Grenzen Moravods hinweg geworden ist. Da alle früh am nächsten Tag wieder die geheimnisvolle Wiese aufsuchen wollen, beschließt man danach sofort zu Bett zu gehen. Während die Abanzzi in ihrem Wagen übernachtet, spannt MIALEE ihre Hängematte zwischen zwei nah beieinander stehenden Bäumen auf und KORF wählt seine Schlafstätte in der Nähe des treuen Pferdes. TORRIC, der Unsichtbare, hingegen übernimmt die erste Wache und bleibt in der Nähe des Feuers mit Blick auf den nahe gelegenen Waldweg. Gekleidet ist er dabei in die, im vorigen Jahr von den Dunkelzwergen geraubten Tarnumhänge, welche ROMARINA einst für ihn zu einem Hemd und einer einfachen Hose umgenäht hat. Somit ist TORRIC für einen potentiellen Angreifer überhaupt nicht optisch wahrnehmbar …
Als KORF nach nahezu drei Stunden seinen Gefährten ablösen will, findet er diesen trotz allen Rufens und Tastens im näheren Umkreis des Lagerfeuers nicht wieder. Erschrocken bemerkt der Waldläufer allerdings, dass sich in der Umgebung ihres Lagers ein seltsamer Nebel zu ballen beginnt und langsam auf sie zu zukriechen beginnt. Sogleich schlägt KORF lautstark Alarm, da seine ganzen bisherigen Erfahrungen in der Natur dem Beobachteten zuwider sprechen und es sich daher nur um ein magisches Phänomen handeln kann. Auch SCHLEIFCHEN ist durch das unnatürliche Gebaren des mittlerweile schon zur festen Wand gewordenen Nebels aufs Höchste erregt und tänzelt nervös auf der Stelle. Ein Blick in ROMARINAS Kugel offenbart der Abanzzi dann auch das volle Ausmaß der Gefahr: zeigt der magische Blick von Oben doch nur noch die nähere Umgebung des Wagens mit dem Lagerfeuer! Alles andere rings herum wird auf der blanken Oberfläche des Artefakts nur noch als eine einzige Nebelmauer dargestellt. Da eine Flucht nicht mehr möglich erscheint, machen sich die Gefährten kampfbereit. KORF greift nach dem magischen Bogen des BARKAS und spürt zum ersten Male die mentale Verbindung welche die Waffe mit ihrem Besitzer eingeht. Doch aufgrund seiner Aufregung gelingt es dem Waldläufer nicht einen geistigen Gleichklang zu der rätselhaften Waffe aufzubauen, so dass diese auch keinerlei magische Energie freigibt. Schnell ergreift die Elfe die goldene Fernkampfwaffe, in der Hoffnung das es ihr aufgrund ihrer angeborenen Magiefähigkeiten eher möglich sein wird den Bogen zu nutzen. Auch MIALEE spürt die Resonanz zwischen sich und dem Artefakt, doch selbst ihr gelingt es in der Aufregung nicht die Waffe abzufeuern. Zudem spüren alle Drei plötzlich einen zunehmenden Druck in ihrem Kopf, dessen Ursprung scheinbar in der sich schleichend nähernden Nebelwand begründet ist.
Da der Nebel mittlerweile bis zum oberen Drittel der sie umgebenden Bäume ist und diese allerdings schon außerhalb der Reichweite der Gruppe sind, macht sie MIALEE für einen Durchbruch durch die wallende Wand stark. So beschließen die drei Gefährten (von TORRIC fehlt nach wie vor jede Spur!) alle mit dem Wagen aus der magischen Umklammerung auszubrechen. Allerdings erweist sich das Anschirren von SCHLEIFCHEN als zu große Herausforderung als das ihr alle ROMARINA gewachsen wäre. Denn das Pferd ist kaum zu bändigen, keilt immer wieder aus und reißt in panischer Angst den Kopf nach oben. Auch die Unterstützung durch KORF macht es nicht besser – und erst als auch noch die Elfe herbeieilt (obwohl sie nur wenige Kenntnisse hinsichtlich Pferdehaltung hat) und beruhigend auf das Tier einspricht, gelingt es das Zugpferd anzuschirren. Schnell hat man links und rechts am Kutschbock zwei Fackeln entzündet und prescht dann auf die bereits sehr nahe Nebelwand zu. Sogleich spüren die drei Abenteurer wie sich ein kalter, feuchter Hauch auf ihre Kleidung und die freien Hautstellen legt. Ein Schaudern durchfährt ihre Körper als diese sich instinktiv gegen dieses sie völlig durchdringende Gefühl wehren. Gleichzeitig peinigt sie rasender Kopfschmerz als sich die Nebelwand um sie schließt und es auf einmal völlig dunkel wird. Doch dann ist das quälende Stechen auch schon vorbei und Dunkelheit weicht trübem Tageslicht. Die Nebel sind verflogen und der Wagen, nebst den Reisenden findet sich auf einem fremden Weg in einer weiten, völlig unbekannten Ebene wieder. Alles Bekannte: der Wald, die Lichtung und die Wegekreuzung ist spurlos verschwunden …

Die neue Umgebung wirkt auf die Drei irgendwie modrig und krank. Am trüben Himmel ist die Sonnenscheibe kaum durch den Dunst grauer Wolken zu erkennen. Die niedrigen Gewächse auf dem weiten flachen Land rings herum wirken saft- und farblos. Einige dutzend Meter vor ihnen führt eine Holzbrücke über einen schmalen, tief eingeschnittenen Bach durch den sich graubraunes Wasser gurgelnd vorwärts wälzt. Nirgendwo ist noch etwas von dem geheimnisvollen Nebel oder der ursprünglichen Waldlandschaft zu erkennen. SCHLEIFCHEN ist wie vom Donner gerührt stehen geblieben und betrachtet auch mit weit aufgerissenen Augen und heftig blähenden Nüstern diese neue Welt. Um für alles gewappnet zu sein, beschließt KORF (nachdem er vom Kutschbock gestiegen ist) noch einmal den Bogen des BARKAS zu testen. Obwohl der Abenteurer jetzt wesentlich ruhiger ist, erbringt auch das neuerliche Spannen der magischen Sehne noch keinen Gleichklang zwischen dem Geist des Waldläufers und dem des Bogens. Frustriert schiebt der hagere Mann die metallene Waffe wieder zurück in den extra angefertigten Köcher und nimmt dafür seinen hölzernen Bogen zur Hand.

So beobachten alle Drei erst einmal argwöhnisch das Gelände auf der anderen Seite des Baches. Augenscheinlich erstreckt sich dahinter ein verwilderter Park, dessen Anfang mit einer mit unleserlichen Schriftzeichen bedeckten steinernen Stele markiert ist. Bei genauem Hinsehen sind noch die einzelnen überwucherten Wege mit teilweise umgestürzten Baumreihen, ein kleiner Teich und wild auswachsenden Büsche zu erkennen – ebenso ein verwitterter Brunnen, aus dessen unzähligen Rissen Wasser plätschert. Rechts des Brückenübergangs steht eine kleine, halb verfallene Steingruft, darum gruppiert einige Grabstätten mit windschiefen Grabsteinen. Mit etwas Abstand dahinter ragen die Ruinen einer sicherlich einstmals großen, herrschaftlichen Villa auf. Nur noch die von Rauch geschwärzten Grundmauern und einige Teile des ersten Stockwerks sind zu erkennen. Offensichtlich hat vor längerer Zeit ein verheerendes Feuer das klotzige Gebäude in Schutt und Asche gelegt. Seitlich der großen Ruine am Rand des verwilderten Geländes schließlich steht noch eine kleine Hütte, von einer größtenteils eingestürzten Mauer umgeben – vermutlich das ehemalige Quartier von Bediensteten. Überdies entdeckt man am diesseitigen Ufer noch die Überreste eines Abanzzi-Wagens, der offensichtlich hier umgestürzt und dann auseinander gebrochen ist. Alles in allem macht das gesamte Gelände den Eindruck als hätte sich schon seit Jahrzehnten keine lebende Seele mehr darum gekümmert …

Nach wie vor spüren die Abenteurer einen leichten Druck im Kopf – was MIALEE direkt zu der Vermutung kommen lässt, dass man sich jetzt höchst wahrscheinlich direkt im ‚Racudin’ befinden muss. Und KORF fügt, nach einer weiteren intensiven Musterung der Umgebung, trocken hinzu: „Hier möchte ich nicht tot überm Zaun hängen!“ Beruhigend tätschelt er dabei SCHLEIFCHENS Hals und hält nach dem, nach wie vor verschwundenen, TORRIC Ausschau – bis ihm die Sinnlosigkeit seiner Überlegung, sich nach einem Unsichtbaren umzusehen bewusst wird.
Da auch MIALEES geschärfte Elfensinne nichts gefährliches wahrnehmen können, beschließt ROMARINA schließlich ihre Kristallkugel zu Rate zu ziehen. Und tatsächlich zeigt diese auf ihrer Oberfläche kur Zeit später zwei trübe Punkte, welche sie nicht im Detail abbilden kann (da sie wahrscheinlich magisch sind) – und diese Punkte kommen über das Gelände vor ihnen schnell näher!
Augenblicke später können auch ihre beiden Gefährten die sich nähernden Wesen mit bloßem Auge erkennen. Sogleich schleicht sich Furcht in die Herzen der drei Gefährten – denn das, was dort auf sie zukommt sind nichts anderes als die gefürchteten, sechsbeinigen Dunkelwölfe mit denen die Abenteurer schon einmal unliebsame Bekanntschaft gemacht haben. Reaktionsschnell legt ROMARINA einen Stein in ihre Zwille und nimmt das vordere Tier, welches noch knapp 30 Meter von der Gruppe entfernt ist unter Beschuss. Allerdings verfehlt sie in der Aufregung die anvisierte Schnauze des sechsbeinigen Wolfes. KORF, der sich etwas von der Gruppe abgesetzt hat um eine bessere Schussposition zu erlangen, beweist dagegen die ruhigeren Nerven und trifft den Angreifer mit einem Pfeil in einen der vorderen Läufe. Nahezu zeitgleich hat MIALEE das zweite Raubtier mit Pfeil und Bogen aufs Korn genommen. Die Elfe trifft den vorwärts stürmenden Wolf allerdings nur mit einem Schuss leicht an der Seite, was dessen schnellen Angriff kaum verlangsamt. Das erste Tier hat derweil Schutz hinter der steinernen Stele am anderen Ende der Brücke gesucht. Mit ihren gesunden Läufen und dem mächtigen Gebiss beginnt es sogleich damit das hölzerne Geschoss aus der Wunde zu entfernen. Auch der zweite Sechsbeiner offenbart eine erschreckende hohe Intelligenz als er sich, kaum getroffen, in der Deckung eines verfilzten Gebüsches am Rand des verwilderten Parks niederlässt.
Nachdem sich die die drei moravischen Abenteurer kurz beraten haben, entscheidet man sich dafür dass ROMARINA eine Blitzschrottkugel auf den als Schutz genutzten Busch abgeben soll - in der Hoffnung damit den dahinter kauernden Dunkelwolf aufzuschrecken. Der Plan gelingt! Der Knall, ein heller Blitz und der beissende Schwefelgeruch treiben das halb magische Geschöpf aus seiner Deckung. Bevor allerdings ROMARINA reagieren kann, setzt der Wolf zu einem schnellen Spurt an und verschwindet hinter dem steinernen Rand des nahe gelegenen Brunnens. Auch der reaktionsschnellere Versuch MIALEES das Tier noch während seiner Flucht zu treffen geht fehl.
Ärgerlich wechselt KORF abermals die Bögen und versucht sein Glück noch einmal mit dem magischen Artefakt des BARKAS. Und tatsächlich gelingt es ihm dieses Mal ein ‚Gleichklang‘ mit den Schwingungen der magischen Waffe zu erzielen. Ungeahnte Kräfte durchströmen auf einmal den Waldläufer und ein flammender Energieblitz bildet sich auf der goldenen Sehne. Überrascht verzieht KORF den Schuss und verfehlt die anvisierte Stehle, trifft dafür aber ein nahe gelegenes Buschwerk, welches sogleich in einer gewaltigen Flammensäule förmlich explodiert.
Bestürzt stellt unterdessen ROMARINA fest, dass sich MIALEE bei ihrer überhasteten Aktion verletzt hat. Die Sehne ihres Bogens ist gerissen und hat dabei den Unterarm der Elfe verletzt. So dass dieser jetzt schnell anschwillt und sie zunächst nicht mehr in der Lage ist die Gruppe mit einer zweiten Fernkampfwaffe zu unterstützen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht packt MIALEE ihren Bogen auf den Wagen und zieht ihre Elfenklinge, da zum Glück nicht ihr Schwertarm in Mitleidenschaft gezogen wurde.
ROMARINA hadert indessen mit sich, dass sie sich nicht vor der Reise mit neuem Blitzschrot eingedeckt hat und ihr nunmehr nur noch sechs Kugeln zur Verfügung stehen. Einer plötzlichen Eingebung folgend, beschließt sie ihr Tamburin zur Ablenkung des Wolfes über den Bach gegen die Stele zu werfen. Allerdings verfehlt sie mit dem ungewohnten Wurfobjekt den steinernen Obelisken so dass ihr Tamburin darüber hinweg fliegt. Einem unergründlichen Instinkt folgend springt der Dunkelwolf daraufhin, obwohl durch seine Verletzung behindert, dem ungewöhnlichen Flugobjekt hinterher und versucht es zu schnappen. KORF sieht darin seine Chance und startet einen neuen Versuch mit BARKAS Bogen – doch auch dieses Mal reicht seine Selbstbeherrschung nicht aus um die magischen Energien zu aktivieren. Währenddessen zieht MIALEE eine neue Sehne an ihrem Bogen auf und hofft dass der Schmerz in ihrem Arm bald nachlässt. Und ROMARINA überlegt verzweifelt, ob sich in ihrem Wagen nicht eine Abwehrmittel gegen die dunklen Wölfe befinden mag.
Nach wie vor versucht der Waldläufer dem goldenen Bogen die magische Macht zu entlocken und ‚verkrampft’ sich dabei immer mehr geistig. Dieses ’herbei zwingen wollen’ des Zaubers bleibt nicht ohne Folgen für ihn. Plötzlich spürt KORF eine schmerzhafte mentale Rückkopplung, die ihn wimmernd und von Grauen geschüttelt handlungsunfähig zu Boden sinken lässt.

Schnell springt ROMARINA hinzu und zieht KORF unter den Schutz des Wagens. MIALEE greift sich BARKAS Bogen, welcher dem krampfenden Waldläufer nach seinem Versuch entfallen ist. Betrübt erkennt sie, dass sie diesen momentan auch nicht einsetzen kann. Wohl geht die Schwellung ihres Unterarms, dank der hohen Elfen-Selbstheilungskräfte, schneller zurück als bei einem normalen Menschen - jedoch ist der Schmerz immer noch so stark, dass er jede Konzentration auf die Magie des Bogens stört. So packt die Elfe auch diesen Bogen auf den Kutschbock des Wagens, kehrt zum Anfang der Brücke zurück und macht sich bereit die Wölfe mit ihrem Schwert zu bekämpfen. Ganz so als hätten sie die Probleme der kleinen Gruppe gewittert, gehen die Dunkelwölfe in diesem Moment zum Angriff über. Der nur leicht (an der Flanke) verletzte Wolf stürmt zuerst aus seiner Deckung hervor und stürmt mit erschreckender Geschwindigkeit über die hölzerne Brücke auf MIALEE zu. Im Endspurt stürzt die Bestie sich auf die Elfe und versucht mit ihrem mächtigen Gebiss die Frau zu packen. Nun zeigen sich aber doch die ersten Folgen der vorhergehenden Verwundung: der schnelle Spurt hat den Dunkelwolf geschwächt, so dass die tödlichen Kiefern knapp das zurückzuckende Bein MIALEES verfehlen. Mittlerweile hat nun auch die zweite Bestie, nach wie vor durch die Verwundung eines vorderen Laufs behindert, ihre Deckung verlassen und den jenseitigen Anfang der Brücke erreicht. Verzweifelt versucht MIALEE den Kampf gegen den ersten Gegner zu entscheiden, bevor der zweite Wolf heran ist. Doch ihre erste Attacke geht fehl. ROMARINA indessen folgt einer Eingebung, reisst die auf dem Kutschbock liegende Decke herunter und rennt zur Brücke. Geschickt gelingt es ihr an MIALEE vorbei das dicke Tuch über den dunklen Wolf zu schleudern. Dieser verwickelt sich bei dem Versuch den ungewohnten Gegner wegzuschleudern immer mehr in die Decke. Von plötzlicher Dunkelheit umfangen ist es ihm zunächst nicht mehr möglich die Elfenfrau weiter zu bedrohen. Doch nun ist der zweite Wolf heran und packt MIALEE am Bein. Dank ihrer ledernen Schutzkleidung verletzt der Biss zum Glück keine Arterie. Und obwohl rasender Schmerz die Elfe durchflutet geht sie zum Angriff über. Ebenso ROMARINA: sie hat die Zeit genutzt um einen faustgroßen Kiesel in ihre Schleuder zu legen, konzentriert den Kopf des zweiten Angreifers anzuvisieren und sodann ihr Geschoß aus nächster Distanz abzufeuern. Perfekt trifft sie die um den Unterschenkel der Elfe geschlossene Schnauze des Tieres. Durch den peinigenden Schmerz in Raserei gebracht, löst der Dunkelwolf daraufhin seine tödliche Umklammerung und stürzt sich auf den neuen Gegner. MIALEE nutzt die Chance und bohrt ihre Elfenklinge in die bereits zuvor getroffene Flanke des Tieres, reißt dabei die Pfeilwunde noch weiter auf und durchbohrt mit dem Schwert lebenswichtige Innereien des Monsters. Röchelnd kippt das Tier zur Seite und bleibt verblutend am Brückenrand liegen. Dem zweiten Dunkelwolf ist es derweil aber gelungen sich aus der Decke zu winden. Reaktionsschnell wendet er sich den beiden Frauen auf der Brücke zu. ROMARINA lässt ihre Schleuder fahren und greift zu ihrem, mit einem Giftpfeil bestückten, Blasrohr. Trotz der kurzen Distanz, aber dem Umstand geschuldet ihre nahe dabei stehende Elfenfreundin nicht treffen zu wollen, trifft der mit Skorpiongift behandelte Pfeil nicht. Auch der darauffolgende Angriff MIALEES scheitert, knickt sie doch mit ihrem verletzten Bein um und verfehlt dadurch den mächtigen Körper der haarigen Bestie.
Der Wolf nutzt den Moment aus und wendet sich schnell dem schwächeren Gegner, nämlich ROMARINA, zu. Das zuschnappende Gebiss des Wolfes streift die erschrocken zurückweichende Abanzzi zum Glück nur am Oberschenkel. Die Zigeunerin reißt daraufhin in ihrer Not einen der Blasrohrpfeile aus der noch geöffneten Ledertasche und rammt diesen in den Schädel des Tieres. Wie vom Blitz gefällt bricht dieses daraufhin zusammen als das Skorpiongift des Pfeils in Sekundenschnelle die Nerven des Tieres lähmt. Ohne auch nur noch eine Sekunde zu zögern nutzt MIALEE daraufhin die Chance und bohrt ihre Klinge in den ruhiggestellten Leib des Tieres. Erst als die Elfe sicher ist, dass auch von diesem Gegner keine Gefahr mehr droht, schleppt sie sich erschöpft zum Wagen zurück. ROMARINA folgt ihr taumelnd und lässt sich schließlich erschöpft neben ihr zu Boden sinken. Nach kurzem Atemholen beginnen die beiden heilkundigen Frauen sich gegenseitig die Wunden zu säubern und zu verbinden. Glücklicherweise können sie die Blutungen schnell stillen.
Als schließlich auch der Waldläufer seine Agonie vollständig überwunden und eine kurze Begutachtung der Dunkelwölfe durchgeführt hat, stillen allen Drei erst einmal ihren brennenden Durst und versorgen das (mittlerweile wieder ruhiger gewordene) Pferd. Danach beraten sie sich über ihr weiteres Vorgehen. Die drei beschließen vorsichtig die Brücke mit Pferd und Wagen zu überqueren und danach das Gelände auf der anderen Seite des Baches vorsichtig in Augenschein zu nehmen. Zuvor trennt KORF sicherheitshalber den beiden toten Dunkelwölfen die Köpfe ab und schleudert diese in die Landschaft (nachdem sich ROMARINA vehement gegen eine Mitnahme der gruseligen Schädel ausgesprochen hat). Zumindest glaubt man nunmehr dafür gesorgt zu haben, dass die halbmagischen Tiere nicht als untote Wesen zurückkommen können. Die Abanzzi und der Waldläufer werfen dann vor dem Aufbruch auch noch einen Blick auf den zerstörten Wagen, den ROMARINA eindeutig als einen ihrer Sippe identifizieren kann. Allerdings gibt es keinerlei Hinweise auf den Verbleib seiner Besitzer.
Wenig später, als man am anderen Ufer anlangt, widmet sich KORF dem Studium der steinernen Säule am Rande des verwilderten Parks. Nachdem er eine dicke Schicht Moos entfernt hat, entziffert er folgende moravische Inschrift: ‚Landsitz Victor Mordenheim‘. ROMARINAS neuerlicher Blick in die Kristallkugel offenbart ihr unterdessen keine neue magischen Gefahren oder Bewegungen in dem weitläufigen Gelände. Schließlich hält die Abanzzi den Wagen in der Nähe des halb überwucherten Teichs und bindet SCHLEIFCHEN an einen der verfilzten Büsche. Halb im tiefschwarzen Wasser des Teichs entdecken die Abenteurer schließlich ein verfallenes Skelett mit auffallend langen Eckzähnen. Auch dieses wirkt, wie die ganze Parklandschaft ringsum, seit Jahrzehnten unberührt.
KORF schlägt vor, da die Gruppe ja eine angebrochene Nacht hinter sich hat, erst einmal zu lagern und den versäumten Schlaf nachzuholen. Ob dieser Überlegungen widmen sich die Drei neuerlich ihrer Umgebung und wundern sich gemeinsam über den langsamen Lauf der trüben Sonnenscheibe. MIALEE erinnert sich an die Berichte der Elfen zum Zauberwald ‚Karmodin‚. Darin war nie die Rede von Jahreszeiten gewesen, als schien dort statisch und unveränderlich zu sein - selbst die Zeit! Durch diese Erinnerung ist die Elfe um so mehr in ihrer Meinung bestärkt, dass es die Gruppe tatsächlich in den ‚Racudin‘ verschlagen hat.

Da die Lage nach wie vor entspannt scheint, beschließen die beiden Frauen sich im Wagen schlafen zu legen während KORF Wache hält. ROMARINA lässt SCHLEIFCHEN vorsichtshalber angeschirrt und entfernt nur die Trense. Während seiner dreistündigen Wache beobachtet KORF immer wieder den Lauf der Sonne und findet die gemeinsame Vermutung bestätigt: der Zeitablauf in dieser Welt, zumindest was die Lichtquelle am Himmel angeht, scheint extrem verlangsamt zu sein. Der groben Schätzung des Waldläufers nach wird es noch rund fünfzehn bis zwanzig Stunden hell sein! Auch die zweite und dritte Wache, absolviert von MIALEE und ROMARINA verläuft ereignislos. Auffällig ist lediglich die ungewöhnliche Stille, welche über dem Land liegt, sowie die Abwesenheit jedes tierischen Lebens. Lediglich die Spuren der getöteten Dunkelwölfe sind zu finden. Auch eine Überprüfung des Landes mit ROMARINAS magischer Kugel bringt keine neuen Erkenntnisse. Lediglich ‚der Blick aus der Vogelperspektive‘ aus großer Höhe zeigt der Abanzzi im Norden eine schroffe Küste, welche sich auch im Westen fortsetzt. Dagegen erstreckt sich weiter östlich von ihrem Lagerplatz ein hoher Gebirgszug durch den eine breite Schlucht führt. Am Ausgang der Schlucht entdeckt ROMARINA die größere Gebäudeansammlung einer Stadt. Im Süden wiederum erstreckt sich eine weite Ebene bis zur Sichtgrenze der Kugel (welche aufgrund der latenten magischen Fähigkeiten der Abanzzi rund 50 Kilometer im Umkreis beträgt). Auch diese geographischen Erkenntnissee, welche ebenfalls nicht zur vorherigen Umgebung in ‚Moravod‘ passen, bestärken die Drei in dem Glauben in einer völlig fremden Welt gelandet zu sein.
Während deines üppigen Frühstücks beratschlagen die drei Freunde ihr weiteres Vorgehen und beschließen die Gebäude vor Ort zu untersuchen um eventuell ihren verschwundenen Freund wiederzufinden. Nachdem ROMARINA auch ihr Pferd gefüttert und getränkt hat, begutachtet man zunächst den leise plätschernden Brunnen und stellt fest, dass dessen Wasser im Gegensatz zu dem des Teiches genießbar ist. Die Untersuchung der rund um die steinerne Gruft platzierten, halb eingestürzten Gräber fördert auch nur alte Knochen zu tage. KORF gelingt es auch einige der verwitterten Grabsteininschriften zu entschlüsseln. Alle weisen auf dort beerdigte Mitglieder der Familie ‚Mordenheim‘ hin. Durch ein verglastes Fenster wirft der Waldläufer schließlich einen Blick ins Innere des kleinen Friedhofgebäudes und berichtet den beiden Frauen über das was er im trüben Licht des Innenraums erkennen kann: einen Sarkophag in der Mitte des Raumes, daneben ein Stehpult mit Schreibutensilien und medizinischen Instrumenten. Auf einem verstaubten Regal steht zudem eine Kanope, die aus ‚Eschar‘ bekannte Aufbewahrungsform für entfernte Organe eines Verstorbenen.
Trotz des leichten Grusels, welcher alle Drei beschleicht, entscheidet KORF sich die Tür ins Innere vorsichtig mit seinem Dolch zu öffnen. Nachdem die Tür knirschend nach Außen aufgeschwungen ist, blockiert KORF sie mit einem größeren Stein und betritt langsam den einzigen Raum. Unschlüssig bleibt ROMARINA davor stehen um eventuell einen schnellen Rückzug zu decken, während die Elfe ebenfalls das kleine Gebäude betritt. Die Überprüfung des Stehpults fördert ein vergilbtes Buch zu tage, dessen Seiten in einer schwer zu lesenden Handschrift beschrieben sind und welche immer wieder auch Skizzen des menschlichen Körpers beinhalten. Augenscheinlich handelt es sich dabei um die medizinischen Aufzeichnungen einer Sezierung. Darauf deuten auch die überall herumliegenden, größtenteils verrosteten ‚Werkzeuge‘ hin. Kurze Zeit ringt MIALEE mit sich, ob sie das Buch an sich nehmen soll, entscheidet sich dann aber doch (ob des teilweise blutigen Inhalts) dagegen. Ohne Kanope oder Sarkophag zu öffnen verlassen Waldläufer und Elfe schnell wieder das Innere der Gruft.

Danach widmet man sich dem vermeintlichen ‚Dienstboten-Gebäude‘ nahe der geschwärzten Ruinen.
Nachdem die Drei die eingestürzte Umfassungsmauer überwunden haben betritt zunächst wieder KORF, mit gezücktem Schwert, den kleinen Raum im Erdgeschoß der Hütte. Die verstaubte, einfache Möblierung (Tisch, Stühle, Regal an der Wand) bestärkt die Abenteurer in ihrer Theorie, dass hier einst Bedienstete wohnten. Während eine schmale Treppe nach oben zu einer kleinen, als Schlafstätte hergerichteten Dachkammer führt, lässt eine verschüttete Steintreppe in der Ecke die Vermutung aufkommen dass die Hütte einst mit dem herrschaftlichen Hausruine verbunden war.
So entscheidet man sich schließlich dafür, direkt in den geschwärzten Überresten des größten Gebäudes auf dem Gelände nach einem Zugang in das teilweise erhaltene Erdgeschoß zu suchen.
Jedoch erweisen sich die vier großen, jeweils an einer Seite des Hauses befindlichen und aus massiver Eiche gefertigten Flügeltüren als zu gut verschlossen. Ein Blick durch ein massives Lüftungsgitter im einstigen Boden des ersten Stockwerks offenbart den Dreien die Aussicht auf eine weitläufige Säulenhalle, in der ein massiver steinerner Thron und ein großer eiserner Käfig die Blicke auf sich ziehen. Zudem gewährt eine umgestürzte Säule den Blick in einen Nebenraum, welcher mit verstaubten Tischen, Regalen und Truhen ausgestattet ist, welche wiederum mit medizinischen Instrumenten, Glaskolben und anderem teils alchimistisch anmutenden Gerätschaften beladen sind. Alles darin erinnert die drei Freunde an Myxxels magisches Labor in Geltin und man vermutet, dass hier einst ein ähnlich gearteter Mensch wirkte. Kurzzeitig kommt MIALEE sogar der Verdacht das RHADAMANTUS hier in wohl anderem Körper sein Unwesen trieb …
Nach weiterem Suchen entdecken die Drei schließlich eine, in circa zwei Meter Höhe, befindliche Lücke in einer Seitenwand des abgebrannten Gebäudes. Zunächst klettert die geschickte Elfe zusammen mit dem Waldläufer nach oben, ein heruntergeworfenes Seil erleichtert schließlich auch ROMARINA den Einstieg. Im Inneren der Ruine angelangt versuchen zunächst alle Drei gemeinsam die dortige Tür nach Draußen zu öffnen. Doch auch von dieser Seite, lässt sich die massive Pforte nicht öffnen. Allerdings weisen Schleifspuren auf dem ansonsten mit einer hohen Staubschicht bedeckten Boden daraufhin, dass vor kurzem erst diese Tür geöffnet wurde. Zudem gibt es frische Fußspuren die zu drei großen Truhen im Hintergrund des Raumes führen, deren Deckel weisen auch keinerlei Staubschicht auf. In der Befürchtung, dass sich in den Truhen etwas Gefährliches verbirgt, beschließt man zunächst die angrenzenden Räumlichkeiten zu untersuchen. MIALEE entdeckt auf einem der Schreibpulte im nächsten Raum ein stark verstaubtes Tagebuch, dessen letzter Eintrag auf das ominöse Jahr ‚A 684‘ datiert ist – diese Zeitangabe, wohl auf moravisch geschrieben, ist den Reisenden aus ‚Geltin‘ allerdings unbekannt. Nur MIALEE glaubt sich zu erinnern, dass sie auf der menschlichen Magierakademie einst im Geschichtsunterreicht von einer Zeitrechnung hörte, welche weit vor der Zeit der Seemeister gebräuchlich war und auf einem ähnlichen Prinzip beruhte. Auch die übrigen Gegenstände im ‚Labor‘ scheinen seit Jahrzehnten nicht mehr angerührt worden zu sein und bilden ein Sammelsurium aus moravischen und meketischen (der alten Zivilisation Eschars) Gegenständen. Da nunmehr MIALEES magisches Interesse geweckt ist, beginnt sie eines der großen Bücherregale zu durchforsten und stößt dabei immer wieder auf in fremden Sprachen abgefasste, uralte Bände. Die wenigen, die die Elfe entziffern kann befassen sich durchweg mit Themen wie Wiedererweckung von Toten, Unsterblichkeit oder Verpflanzung von Körperteilen und Organen.
Auch die Untersuchung der sich anschließenden Säulenhalle bringt gruseliges zu Tage. So entdeckt MIALEE bei näherer Untersuchung des steinernen Throns breite Bänder aus Eisen, die dem dort Sitzenden scheinbar Hände und Beine fixieren sollten. Aus diesen verrosteten Fesseln führen dicke Drähte in den Raum hinein und enden willkürlich auf dem Boden – jeweils allerdings an Plätzen, an denen dicke Schrauben, Stifte und Schleifspuren daraufhin weisen, dass dort einstmals irgendwelche Gerätschaften platziert waren in denen sie endeten. Auch hier scheint alles seit Jahrzehnten verlassen.
So zeigt auch der massive Eisenkäfig, welcher direkt unter dem Gitter in der Decke steht, starke Verfallserscheinungen. Eine dicke Kette auf seiner Oberseite lässt die Vermutung aufkommen, dass der nach wie vor verschlossene Käfig, einst durch diese Öffnung in den Saal hinabgelassen wurde.
Da auch hier keine weiteren Hinweise auf die Besitzer oder den Unsichtbaren zu finden sind, beschließt MIALEE schließlich sich noch einmal des Tagebuchs anzunehmen. Nur mühsam kann sie in dem trübe hereinfallenden Tageslicht die moravische Schrift entziffern, liest dann aber immer flüssiger mit lauter Stimme die handschriftlichen Einträge auch für ihre Gefährte vor.
Die Tagebucheinträge, welche sich sporadisch über viele Jahrzehnte hinweg erstrecken, schildern in ICH-Form das Leben eines gewissen DR. VICTOR MORDENHEIM, welcher einstmals kurz nach der sehr früher Beendigung seines Medizin-Studiums eine gewisse ELISE VON BRANDTHOFEN heiratete – die Tochter seines Professors für Biochemie. Nach dem Tod seines Vaters besaß VICTOR nun den notwendigen Reichtum um alle seine Interessen unabhängig zu verfolgen. Der frühe Tod seiner Mutter hatte ihn Zeit seines Lebens geprägt und ihn dazu gebracht dem Tod selbst den Kampf anzusagen. Leider entdeckten VICTOR und seine Frau bald, dass ELISE unfruchtbar war. Nunmehr lenkte VICTOR seine Forschungen auf die Erschaffung menschlichen Lebens. Schließlich wurde er von seinen Forschungen so besessen, dass er ELISE fortschickte, um bei ihrer Familie zu leben bis seine Arbeit beendet war. Nach Jahren der Forschung erreichte er endlich sein Ziel und schuf aus Tier- und Menschenteilen künstliches Leben. Doch in der Nacht als sein Geschöpf erwachte und seine Frau aufgrund der dringenden Bitte von VICTOR nach Hause zurückkehrte, schloss plötzlich ein undurchdringlicher Nebel das Schloss und die umliegenden Güter, Dörfer und Städte ein und trug sie in eine andere, seltsame Welt. Deren Grenzen waren von undurchdringlichen Nebeln bestimmt und die Zeit darin schien anderen Gesetzen zu gehorchen. Doch VICTOR war glücklich über seine Schöpfung und sah ‚ADAM‘ als das Kind, dass er und ELISE niemals haben konnten. Aber ELISE fand ihn abstoßend. ‚ADAM‘ tat nur wenig um die Situation zu verbessern, und demonstrierte eine unnatürliche Anziehung ihr gegenüber. So adoptierte VICTOR, in einem Versuch ELISE zu beschwichtigen und gleichzeitig ‚ADAM‘ einen Spielkameraden zu bieten, ein hübsches, siebenjähriges Waisenmädchen, dass sie halbverhungert in den Straßen von ‚Ludendorf‘ gefunden hatten. VICTOR nannte das Findelkind ‚EVA‘. Doch ‚ADAM‘ wurde mehr und mehr eifersüchtig auf die Aufmerksamkeiten mit denen ELISE das Kind überschüttete. ELISE, die dies voller Angst bemerkte, drohte VICTOR damit ihn und sein Geschöpf mit ‚EVA‘ zu verlassen. Und eines Nachts schließlich erwachte VICTOR von wüstem Geschrei und Kampflärm und eilte in EVAS Schlafgemach. Dort fand er ELISES blutüberströmten Körper - darüber gebeugt ‚ADAM‘. ‚EVA‘ war verschwunden und sollte auch nie wieder gesehen werden, doch das Geschöpf hielt noch ‚EVAS‘ blutgetränktes Nachthemd. Voller Zorn stürzte sich VICTOR auf sein Werk, entzündete dessen Leib mit einer Fackel und stieß es vom Balkon. Danach entdeckte er, dass noch ein winziger Lebensfunke in seiner Frau war. Ungeachtet des Brandes, der hinter ihm entstand schleppte er den Leib seiner Frau ins Labor hinunter und begann verzweifelt über eine Möglichkeit zu ihrer Rettung nachzusinnen …
Hier endeten die Einträge abrupt.

Nunmehr erklärt sich für die Abenteurer auch die Ausstattung der Räume und der Zustand des Schlosses. Allerdings hat man über den Verbleib VICTORS und dessen Frau nichts weiter erfahren, auch finden sich keine Spuren des Unsichtbaren oder der verschwundenen Abanzzi. Trotzdem beschließt MIALEE das Tagebuch an sich zu nehmen, in der Hoffnung das Wissen daraus noch einmal nutzen zu können. Nunmehr ermuntert KORF die beiden Frauen sich an die Untersuchung der Truhen zu machen. Mit gemischten Gefühlen stimmen sie dem zu – das mitgebrachte Weihwasser in den zitternden Händen. Der Waldläufer hebt sodann vorsichtig einen der Truhendeckel mit seinem Dolch an und lugt durch einen Spalt ins Innere. Nachdem er die ersten bunten Stofffetzen zu Gesicht bekommen hat, klappt er beherzt den Deckel ganz nach hinten. Ans trübe Tageslicht kommen jede Menge Abanzzi Kleidungsstücke, dazwischen Schmuck, Musikinstrumente und Alltagsgegenstände.
Auch die anderen beiden Truhen enthalten eindeutige Hinterlassenschaften des fahrenden Volkes. ROMARINAS Vermutung, dass sich unter den Truhen ein geheimer Zugang befindet, bestätigt sich allerdings nicht als KORF diese verschiebt. Auch ein Blick in ROMARINAS Kugel zeigt keine verborgenen magischen Dinge. Ebenso bringt eine genauere, von KORF durchgeführte Untersuchung des großen, verstaubten Bücherregals keine neuen Erkenntnisse. Zudem bringt eine magische Untersuchung auf das ‚Wesen der Dinge‘, durch MIALEE angewandt auch kein Ergebniss.
So entscheiden die Drei sich dafür noch einmal der Gruft und den umliegenden Gräbern einen Besuch abzustatten. Das genau Studium der Grabinschriften bringt folgende Namen ‚ans Licht‘: „Adolgard Mordenheim“, „Victoria Mordenheim“, „Franziskus Mordenheim“, „Bastian Mordenheim“. Die Namen „Victor“ oder „Elise“ sind nicht zu finden. Dies scheint die Vermutung zu bestätigen, dass die Beiden diesen Ort vor langer Zeit bereits verlassen haben …
Unklar ist den drei Reisenden nach wie vor, wie die ganzen geschilderten Vorgänge zu bewerten sind.
Gemeinsam entwickelt man die Theorie dass das damalige Experiment VICTORS irgendeinen Vorgang ausgelöst hat, welcher das Anwesen und die darum herum liegenden Ländereien in den vermeintlichen ‚Racudin‘ hineingezogen hat. Da alles daraufhin weist, dass auch die Abanzzi ebenfalls genau an diesen Ort gezogen wurden, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um einen (wie auch immer geartete) regelmäßig wiederkehrenden Vorgang handelt. Aber was ist der Auslöser? Beim Nachgrübeln erinnern die Freunde sich schließlich an die Eisfront, welche vor circa eineinhalb Jahren auf den ‚Racudin‘ traf, diesen (laut damaliger Aussage der Elfen) ‚verformte‘ und vor sich herschob. Unter dem damaligen Einfluss veränderte der Zauberwald die Umgebung über die er ‚hinweg zog‘ – dabei wurde Totes wiedergeboren und Lebendes zum Negativen verändert. Die dadurch damals entstandenen Landschaften in ‚Moravod‘ ähnelten in gewisser Weise der Umgebung in die es die Abenteurer nunmehr verschlagen hat. Sinnend stellt MIALEE die Überlegung an, ob VICTOR VON MORDENHEIM bei seinem Experiment vielleicht die Kräfte des ‚Racudin‘ angezapft hat um aus Totem Lebendes zu erschaffen. Während die Elfe in schneller Folge weitere Theorien aufstellt, entscheidet sich der praktisch veranlagte KORF dafür den Sarkophag zu untersuchen. Der massive Steindeckel bereitet ihm wohl einige Mühen beim zur Seite schieben, doch diese werden schließlich durch den Anblick eines bandagierten (vermutlich männlichen) Körpers belohnt. KORF stellt fest, dass die Bandagen an einigen Stellen entfernt und dort scheinbar Gewebe- und Knochenstücke entnommen wurden. Schnell schließt der Waldläufer wieder den Sarkophag, da man nun die Gewissheit hat, dass MORDENHEIM hier Untersuchungen angestellt hat um sich über die mekethischen Konservierungspraktiken zu informieren.
Da die Drei nunmehr sich sicher sind an diesem Ort nichts mehr Neues in Erfahrung zu bringen, beschließen sie in Richtung Osten aufzubrechen. Dort hatte ROMARINA durch ihre Kugel eine circa zwei Tagesreisen entfernte Stadt ausgemacht. Ob es sich dabei wirklich um das im Tagebuch beschriebene ‚Ludendorf‘ handelt muss sich erst noch zeigen.


DER KAMPF MIT DEM MONSTER

Nur wenige Stunden nachdem sich die kleine Gruppe zusammen mit Pferd und Wagen in Richtung Osten in Bewegung gesetzt hat, glaubt ROMARINA in Fahrtrichtung eine schemenhafte Bewegung zu erkennen. Sofort alarmiert die Abanzzi ihre Begleiter. Auch KORF und MIALEE erkennen nun die verschwommenen Umrisse einer Gestalt, welche sich einige Meter vor dem Wagen her bewegt und augenscheinlich mit den durchsichtigen Armen wedelt. Als ROMARINA das Gefährt stoppt und die Elfe, sowie der Waldläufer ebenfalls im Lauf verharren gewinnt das menschliche Wesen vor ihnen schnell an Substanz und entpuppt sich überraschend als der vermisste Unsichtbare. TORRIC ist allerdings nunmehr komplett sichtbar – und damit ist nicht nur seine Kleidung gemeint, sondern auch der bis dato unsichtbarer Körper des Assassinen. Zum ersten Male erblicken die drei Freunde das bleiche Gesicht TORRICS, welches seit vielen Jahren keinem Sonnenlicht mehr ausgesetzt war. Ungläubig tritt KORF näher und presst seinen Finger fest auf die Stirn des ehemals Unsichtbaren und bekommt daraufhin von ihm einen leichten Schlag auf den Unterarm. „Ja, ich bin echt!“ knurrte TORRIC und berichtete den Dreien von seinen Erlebnissen.
So sei er noch auf ‚Midgard‘ des Nachts als Wächter vom Nebel überrascht und wie seine Freunde in den vermeintlichen ‚Racudin‘ gezogen worden. Allerdings stellte er sehr schnell fest, dass der Übergang irgendetwas mit ihm angestellt hatte. Nicht nur unsichtbar, sondern plötzlich vollkommen körperlich instabil sah er sich außerstande mit seiner Umgebung zu interagieren oder sich den etwas später auftauchenden Gefährten überhaupt bemerkbar zu machen. Zum reinen Beobachten verdammt, wohnte er dem Abwehrkampf seiner Freunde gegen die Dunkelwölfe bei. Später folgte er ihnen dann wesenlos bei der Erkundung der Ruinen. Als seine Freunde sich schließlich der holprigen Landstraße in Richtung Osten anvertrauten, ging er stets voraus und versuchte sich ihnen bemerkbar zu machen. Als ein seltsames Ziehen einige Zeit später durch seine Körper flutete, stellte er fest dass sein Körper langsam wieder an Substanz gewann und selbst die jahrelang erduldete Unsichtbarkeit überwand …
Fasziniert von diesem Bericht rätselten die vier Gefährten über diese Veränderung. Sie kamen nach kurzem Grübeln schließlich zu dem Schluss, dass der unfreiwillige Durchgang TORRICS durch den Nebel die Auswirkungen des einst an ihm durch RHADAMANTUS vorgenommene Experiments rückgängig gemacht haben musste. Erfreut den Vermissten wieder in ihrer Mitte zu haben, beschließt man nach einigen Stunden ein Lager aufzuschlagen um sich zu stärken und auszuruhen. Mittlerweile hat man sich an den langsameren Zeitverlauf dieser Welt etwas gewöhnt und findet, trotz der nach wie vor herrschenden Helligkeit, im Schatten des mittlerweile hoch vor ihnen aufragenden Gebirgszugs Schlaf. Als die Gruppe sich einige Stunden später auf den Weg macht, hat sich der trübe Ball des Gestirns doch merklich dem Horizont genähert und es ist für alle absehbar, dass spätestens zum Zeitpunkt der nächsten großen Rast die Dämmerung hereinbrechen wird. Dank ROMINAS Beobachtungen durch die magische Kristallkugel hofft man jedoch bis dahin die Stadt jenseits des felsigen Höhenzugs, das vermeintliche ‚Ludendorf‘, zu erreichen. Mit gemischten Gefühlen folgt die kleine Gruppe weiterhin dem Verlauf der Straße, welche sich in der Mitte eines steinigen Canyons durch das Gebirge schlängelt. Erst einige hundert Meter darin eingedrungen, dringt auf einmal ein metallisches Klopfen an die Ohren der Abenteurer. Aufmerksam beobachten die Gefährten daraufhin ihre Umgebung und entdecken weiter die Schlucht hinunter einen klapprigen Gaul, welcher nahe den steil aufragenden Felswänden an einem übermannshohen Felsbrocken angeleint ist. Hinter diesem mächtigen Quader hervor dringen auch die Geräusche eines metallenen Gegenstandes welcher vermutlich auf Stein geschlagen wird. Nachdem ROMARINA den Wagen angehalten hat und abgestiegen ist, nähert sie sich zusammen mit MIALEE dem still da stehenden Pferd. Unterdessen hat KORF seinen Bogen gespannt und begleitet die beiden Frauen mit ein paar Metern seitlichem Abstand. TORRIC hingegen bleibt in einiger Entfernung zum Wagen inmitten der Schlucht stehen und beobachtet misstrauisch die gesamte Umgebung. Bei der alten Mähre angelangt begutachtet die Abanzzi fachmännisch das arme Tier und kommt zur schnellen Erkenntnis, dass das alte Tier völlig unterernährt ist und sich kaum mehr auf den spindeldürren Beinen halten kann. Vorsichtig lugt sie sodann mit der Elfe um den mächtigen Findling herum (wohlwissend das KORF jederzeit einen hervorschnellenden Gegner unter Beschuss nehmen könnte) – und staunt nicht schlecht über das magere Männlein, welches dort direkt an der Felswand mit einem kleinen Geologenhammer einige kleine Steinbrocken bearbeitet. Der ältere, offensichtlich gehbehinderte Mann bietet wahrlich einen ungewohnten Anblick, denn ein abgewetzte Gehrock, Spitzbart und Monokel vervollständigen den Eindruck einer eher den Geisteswissenschaften zugewandten Person. Zudem ist der Alte so in ein Selbstgespräch verwickelt, dass er alles um sich herum zu vergessen scheint. Überrascht hören die beiden Frauen, dass sich der augenscheinliche Wissenschaftler in moravisch mit sich selbst unterhält. Auch wenn ihnen viele der gemurmelten Worte wie ‚Salpeter‘, ‚Pyrit‘ und ‚Magnesium‘ nichts sagten, handelte es sich bei der Sprache eindeutig um die ihrer (jetzt weit entfernten) Heimat. Vorsichtig nähern sich ROMARINA und MIALEE daraufhin dem Männlein und sprechen ihn behutsam an. Erst beim zweiten Mal nimmt der Alte sie wahr und fährt erschrocken hoch. Doch kaum hat er seinen ersten Schrecken überwunden ist er auch schon mit Feuereifer dabei auf die beiden Frauen einzureden und sie mit den wildesten Theorien hinsichtlich ihrer Herkunft zu überschütten. So ist er völlig begeistert darüber nach vielen Jahren endlich wieder eine ‚Vistani‘ aus der Nähe zu sehen. Eindeutig meint er damit ROMARINA in ihrer bunten Abanzzi-Kleidung! Seinen übersprudelnden Worten zu folge handelt es sich dabei um das hier ‚ansässige‘ fahrende Volk, welches die Fähigkeit habe zwischen den einzelnen Welten ‚durch die Nebel‘ zu reisen und Kunde von anderen Völkern zu bringen. Allerdings sei dieses Fahrende Volk schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen worden … ROMARINA fühlt sich dabei an die alten Erzählungen ihrer Sippe erinnert, welche von einem der sieben Stämme der ‚Verlorenen Kinder‘ berichteten. Diese Gruppe der Abanzzi soll einstmals zwischen ‚den Welten‘ verlorengegangen sein. Sollte es sich dabei eventuell um die erwähnten ‚Vistani‘ handeln?
Auf Nachfragen berichtet der alte Mann, welcher sich als Doktor JOHNATAN VAN RICHTEN (kurz genannt ‚DER DOKTOR‘) vorstellt, dass er allerdings erst kürzlich einen Zug von ‚Vistani‘-Ähnlichen aus der Ferne gesehen habe, die von dunklen Gestalten begleitet des Nachts durch seine Heimatstadt ‚Neufurchtenburg‘ gezogen seien. Allerdings sei von ihnen keinerlei Fröhlichkeit, Gesang und Tanz ausgegangen (wie er es von früher gewohnt war). Stumpfsinnig seien sie durch die Stadt hinter ihren Wagen hermarschiert, während ihre dunklen Begleiter die Wagen lenkten. Leider scheint ‚der Doktor‘ über keine genauen Zeitbegriffe mehr zu verfügen, so dass er sich nicht zu der seit damals verstrichenen Zeit äußern kann. Allerdings glaubt er noch ganz genau zu wissen, dass dieses fremde Fahrende Volk aus der gleichen Richtung wie die Gruppe um ROMARINA kam – was diese in der Vermutung bestärkt hier auf eine Spur ihrer verschwunden Sippe gestoßen zu sein. Nachdem sich nunmehr auch die anderen Reisenden VAN RICHTEN vorgestellt haben, ergeht sich dieser in wilden Theorien über ihre Herkunft. So glaubt er MIALEE stamme aufgrund ihrer großen spitzen Ohren aus einer Welt, in der man nur aufgrund besonders ausgeprägter Hörorgane überlebensfähig sein könne. KORF in seiner Waldläuferkluft wiederum hält er für den Bewohner eines recht primitiven Barbarenplaneten. Dagegen macht ihm TORRIC ob seiner bleichen Haut und dem langen, innen dunkel gefärbten Umhang Angst. Erinnert seine Gestalt ihn doch ein wenig an die Unheimlichen die durch seine Heimatstadt zogen. Auf diese angesprochen berichtet er leutselig, dass er schleunigst vor Einbruch dorthin zurückmüsse. Befürchte er doch, dass des Nachts das ‚Monster‘ wieder käme um sich neue Opfer zu holen. Da sich die Kreatur allerdings vor allzu hellem Licht und Feuer fürchte, habe er sich hier im Gebirge die nötigen Rohstoffe besorgt um wieder rechtzeitig einige Flammentöpfe herzustellen. Als er daraufhin mit Mühe seine voll beladenen Packtaschen auf den Rücken des klapprigen Gauls wuchten will, bietet ihm ROMARINA an, er könne ja auf dem Kutschbock mitfahren und die Gruppe werden ihn zur Stadt begleiten. Erfreut bindet VAN RICHTEN sein Pferd an der Rückseite von ROMARINAS Wagen fest und klettert dann umständlich zur Abanzzi hinauf. Diese hatte zuvor schon dem armen Gaul des Professors einen Futtersack mit Hafer umgelegt – den die alte Mähre auch in Nullkommanichts geleert hatte. Auf dem einige Stunden dauernde Weg nach ‚Neufurchtenburg‘ (welches zunächst aufgrund der alten Tagebucheintragungen von den Abenteurern fälschlich für ‚Ludendorf‘ gehalten worden war) berichtete ‚der Doktor‘ weiterhin von seiner Welt, so dass sich die Gruppe aus Midgard langsam (trotz der oft wirren Worte des Alten) ein Bild von dieser Welt machen konnte. Augenscheinlich handelte es sich bei dem in Moravod als ‚Racudin‘ bekannten Zauberwald um eine Zwischenwelt, in die aus allen ‚benachbarten‘ Paralellwelten Midgards (durch welche Einflüsse auch immer!) ganze Städte und Landstriche hineingezogen wurden. So stammt VAN RICHTEN, wenn man seinen Worten Glauben schenken mag, aus einem ‚anderen Moravod‘, in dem die technische Entwicklung wesentlich weiter fortgeschritten ist. VAN RICHTEN war in dem dortigen Geltin einst Lehrer an einer Universität gewesen und hatte auch (welche Überraschung!) einstmals VICTOR MORDENHEIM unterrichtet. Der alte Mann, vom Feuereifer des jungen VICTOR fasziniert, half ihm damals den letzten Geheimnissen des Lebens auf die Spur zu kommen, und fühlt sich nunmehr indirekt auch für das ‚GESCHÖPF MORDENHEIMS‘ verantwortlich – eben jenes Monster, welches nunmehr in unregelmäßigen Abständen ‚Neufurchtenburg‘ heimsucht und dabei Frauen und Mädchen verschleppt …
Die Freunde versprechen VAN RICHTEN in seinem Kampf zu unterstützen. Als sich schließlich die trübe Sonnenscheibe langsam über den nebelverhangenen Horizont hinabsenkt kommt die Heimatstadt VAN RICHTENS in Sicht. Umgeben von mageren Feldern auf denen seltsam bleiches Gemüse kümmerlich gedeiht (bearbeitet von mageren, ungesund aussehenden Bauern!), erheben sich auf einer weiten Ebene viele mehrstöckige Häuser, die einen ungewohnten Anblick bieten: zwei- und dreistöckig aus massivem Stein erheben sie sich in den trüben Himmel. Davor gibt es gepflasterte Bürgersteige und in der Mitte jeder Straße, von Kantsteinen begrenzte, ebenfalls befestigte Fahrwege. Hinzu kommen in regelmäßigem Abstand metallene Masten mit gläsernen Hauben zwischen Bürgersteig und Straße. Diese, so erfahren die verwunderten Zuhörer VAN RICHTENS, dienten einstmals als Beleuchtung des Nachts. Doch leider gebe es schon lange kein ‚Erdgas‘ mehr, welches die notwendige Energie hierfür liefern könne. Ebenso wie die apathisch dahinschlurfenden Bewohner in den Straßen der Stadt, wirken auch die Häuser so, als hätten schon bessere Tage gesehen …
‚Der Doktor‘ glaubt sich auch erinnern zu können, dass einstmals die Stadt und das sie umgebende Land, bis hin zum Gut der MORDENHEIMS, Bestandteil einer anderen (weitaus zivilisierteren) Welt gewesen sei. Erst das Experiment MORDENHEIMS, die Schöpfung des Monsters, habe die Nebel hervorgerufen und alles in weitem Umkreis hierher gezogen. Wie lange dies zurückliege, sei ihm nicht bekannt. Überhaupt habe sich sein ganzes Zeitempfinden geändert und eine seltsame Lethargie (deren die übrigen Bewohner des Landes noch viel mehr erlegen seien) von ihm Besitz ergriffen.
Bei VAN RICHTENS zweistöckigem Haus angekommen, öffnet dieser ein hölzernes Tor zum Hinterhof des Gebäudes. Dort stellt ROMARINA ihren Wagen auf einer zum Haus hin umzäunten Wiese ab, welche zu den nächsten Häusern durch eine steinerne Mauer begrenzt wird und zudem über einen Unterstand mit Tränke verfügt. Nachdem sie SCHLEIFCHEN ausgeschirrt, sowie das Pferd des Doktors losgebunden hat, versorgt die Abanzzi die beiden Tiere noch einmal mit Futter und Wasser. Zufrieden stellt sie fest, dass sich die beiden Tiere gut verstehen und folgt ihren Gefährten zum Hintereingang des Hauses. Lediglich TORRIC bleibt zurück und bietet sich an sicherheitshalber als Wächter zurückzubleiben während die Anderen das Haus betreten. Nach mehrmaligem Klopfen wird ihnen die Hintertür von einem dürren, blassen Mädchen geöffnet, welches ihnen ‚der Doktor‘ als ELVIRA vorstellt. Kurz nach der Übergang in ‚diese Welt‘ hätten seine verstorbene Frau und er das Waisenmädchen in den Straßen der durch und durch verdorbenen Stadt ‚Ludendorf‘ gefunden. Dort habe sie das traurige Leben eines Straßenkindes gefristet. Das schüchterne, lichtscheue Kind habe sie gedauert und das kinderlose Ehepaar habe sie kurz entschlossen zu sich nach Hause genommen. Leider leide das circa siebenjährige Kind an einer ‚Lichtallergie‘, so dass sie nur des Nachts aus dem Hause käme und dadurch kaum Freunde habe. Sichtlich erfreut zeigt sich ELVIRA dann auch ihren Versorger wiederzusehen. Dagegen betrachtet sie die Gäste mit sichtlicher Scheu und Misstrauen. Auf VAN RICHTENS Geheiß hin deckt sie aber widerspruchslos den großen Tisch im großen Speiseraum des Erdgeschosses. Als sie dann allerdings kurze Zeit später ein dürftiges Mahl, bestehend aus etwas Brot, einigen schrumpeligen Früchten und etwas knorpeligem Fleisch aufträgt, beschließen MIALEE und ROMARINA ihre reichhaltigen Vorräte mit ihren Gastgebern zu teilen. Auf ihr Geheiß hin kehrt KORF zum Wagen zurück und bringt einen Teil der persönlichen Ausrüstung und Vorräte ins Haus. Beim Auspacken spürt MIALEE plötzlich ein magisches Prickeln das von dem Pergament auszugehen scheint, welches ihr die Elfen über ROMARINA vor ihrem Aufbruch ‚zugespielt‘ haben. Als sie schließlich das bis dato völlig leere Pergament aufrollt, hat sich dieses in eine Landkarte verwandelt, welche die gesamte ‚Domäne‘ (wie VAN RICHTEN diesen, von Nebel begrenzten Teil des ‚Racudin‘ nennt) abbildet. So sind neben ‚Neufurchtenburg‘ auch der Landsitz der MORDENHEIMS und der vom ‚Doktor‘ verschmähte Ort ‚Ludendorf‘ genau eingezeichnet. Zudem finden sich darauf alle wichtigen Landschaftsmerkmale, Wege zwischen den Ortschaften und weitere einzelne Gebäude. Als VAN RICHTEN die Karte zu Gesicht bekommt (deren magische Eigenschaft er überhaupt nicht realisierte), erinnert er sich an seine eigenen vielfältigen Aufzeichnungen und Tagebücher, welche er seit dem Übergang in diese Welt angefertigt hat. Nach diesen gefragt muss er leider eingestehen, dass er sie allesamt scheinbar verlegt habe. Sein mangelhaftes Zeitempfinden und diverse Gedächtnislücken machen es für ihn immer schwieriger sich an Orte und Begebenheiten zu erinnern. Die Freunde bieten sich an ihm nach dem Essen bei der Suche behilflich zu sein – interessieren sie sich doch sehr für die Begebenheiten auf dieser Welt, da das Tagebuch MORDENHEIMS ihnen bisher nur einen kleine Teil der Geschehnisse offenbart hat. Während des üppigen Mahls (welches zumindest der ‚Doktor‘ mit sichtlich ausgehungertem Magen begeistert in sich hineinstopft), tauscht der Waldläufer einmal die Wächterposition mit TORRIC um auch diesem die Gelegenheit zur Stärkung zu geben. Als der ehemalige Unsichtbare nach einiger Zeit dann wieder KORF bei der Bewachung des Hinterhofs ablöst, bietet sich ROMARINA VAN RICHTEN als Helferin bei der Herstellung der Feuertöpfe an. Diese hatte VAN RICHTEN schon wieder vergessen und ist nunmehr umso mehr erfreut, dass sich für ihn hier eine Gelegenheit ergibt sein alchimistisches Wissen an einen Interessierten weiterzugeben. ROMARINAS Hoffnung, in dem Labor des Professors (welches sich direkt an das Esszimmer anschließt), auch eine Möglichkeit zur Auffrischung ihres stark geschrumpften Blitzschrotvorrats zu finden wird damit auch erfüllt. Erfährt die Abanzzi von dem Wissenschaftler doch die chemische Zusammensetzung der einstmals von einem Alchimisten erworbenen Geschosse und lernt von ihm deren Herstellung. Während ROMARINA und VAN RICHTEN sich dann an die Herstellung der Feuertöpfe machen, erfährt die Abanzzi beim Plaudern zwischen den einzelnen Arbeitsschritten auch noch einige zusätzliche Dinge hinsichtlich des Verschwindens der ‚Vistani‘. So sollen diese seit dem seltsamen Aufwallen der Nebel, welches sich vor einem von VAN RICHTEN nicht näher zu bestimmenden Zeitraum ereignet haben soll, spurlos verschwunden sein. Dieses Aufwallen sei mit einem seltsamen Kälteeinbruch in der Nähe der ‚Domänengrenze‘ einhergegangen. Die ansonsten für ihre Bewohner undurchdringlichen Nebel hätten plötzlich die ihnen zu nahe Stehenden zu sich herangezogen und verschlungen. Nach einiger Zeit sei allerdings wieder Ruhe eingekehrt und alles sei wie vorher gewesen – nur die ‚Vistani‘, welche bis dahin regelmäßig die einzelnen Domänen bereist hätten (und denen als Einzige das Durchdringen der Nebel möglich scheint!), blieben verschwunden!
Während ROMARINA noch über die Bedeutung dieser Aussage nachsinnt und Vergleiche zu den Vorgängen in ‚Midgard‘ anstellt (Sollte das Vordingen der Eisfront vor rund zwei Jahren bis hier her in den ‚Racudin‘ gehabt haben? Hatten die Elfen nicht behauptet, dass die Eisfront den ‚Racudin‘ vor sich hergeschoben habe? Sollte das untote Leben, welches man seinerzeit am Rand des ‚EISES‘ beobachtete hatte von hier aus der Domäne ‚Lamordia‘ stammen, wie VAN RICHTEN diesen seltsamen Ort nannte?) waren KORF und MIALEE unterdessen im Stockwerk darüber zugange und durchsuchten das Haus nach den Aufzeichnungen des ‚Doktors‘. Doch wo auch immer sie suchten, sei es im Arbeitszimmer VAN RICHTENS oder den benachbarten Schlafzimmern, nirgendwo waren außer vielen angestaubten Büchern (die wohl in moravischer Sprache abgefasst waren, für die beiden Suchenden aber oft unverständliche wissenschaftliche Abhandlungen enthielten) und jeder Menge alter Kleidung etwas Brauchbares zu entdecken. Nur auf eine Durchsuchung des Mädchenschlafzimmers verzichtete man zunächst, wollte man die kleine ELVIRA (die sich nach dem Abendessen zum Schlafen zurückgezogen hatte) doch möglichst nicht wieder aufwecken.
Vor den verglasten Fensterscheiben hatte mittlerweile auch ein fahles, trübrotes Dämmerlicht Einzug gehalten, so dass die Elfe und der Waldläufer auch die Wandlichter entzündeten um den Gang im Obergeschoss etwas auszuleuchten. So entdeckten sie schließlich auch eine schmale Stiege, welche direkt hoch zum Dachgeschoss führte. Mit einer Laterne leuchtend erkundeten sie sodann den als Abstellkammer verwendeten Dachboden. Doch auch hier waren keine handschriftlichen Aufzeichnungen zu finden. Lediglich einige verstaubte Truhen mit Damenbekleidung (vermutlich aus dem Besitz VAN RICHTENS verstorbener Frau) wurden von MIALEE und KORF erfolglos durchsucht. Zurück im Obergeschoss waren auf einmal durch die teilweise geöffneten Fenster die Rufe von Dorfbewohnern zu hören. Als ROMARINAS Gefährten auf die Straße vor dem Haus hinunterblickten, konnten sie im letzten Licht des langen Tages einige wild mit den Armen fuchtelnde Bauern sehen, welche aus Richtung des Gebirges gerannt kamen und immer wieder riefen: „Er kommt!“ Das Monster kommt! Bringt eure Frauen und Mädchen in Sicherheit!“
Mittlerweile waren auch VAN RICHTEN und ROMARINA zu ihren Freunden heraufgekommen und berichteten davon, dass ihre Arbeit im Labor getan sein – es aber noch einige Zeit dauern werde, bis die Magnesiumpaste in den hölzernen Feuertöpfen getrocknet sei. Schnell entschloss man sich im Erdgeschoss alle Türen zu verrammeln und die hölzernen Laden vor den Fenster zu schließen. Kurz informierte man den Assassinen im Hinterhof, dass man sich gemeinsam in den ersten Stock zurückziehen werde. TORRIC beschloss aber weiterhin Wache bei Pferd und Wagen zu halten und das von Innen verschlossene Tor des Hinterhofes im Auge zu behalten. Nachdem VAN RICHTEN noch einen wild anklopfenden Nachbarn mit einem Brandtopf zum Selbstschutz ausgestattet hatte, brachten die Abenteuer die restlichen Töpfe nach oben. Danach verspannte der Waldläufer die Treppe zum Obergeschoß mit mehreren Seilen, so dass ein schnelles Vordringen über diesen Weg dem ‚Monster‘ nicht möglich sein sollte. Mittlerweile war es Draußen Nacht geworden. Bis auf TORRIC hatten sich alle derzeitigen Bewohner des Hauses im großen Arbeitszimmer VAN RICHTENS eingefunden. Auch ELVIRA war durch den Lärm mittlerweile erwacht und klammerte sich ängstlich an den hageren Körper des ‚Doktors‘. Von dem Zimmer im ersten Stock aus hatte man einen guten Blick auf die Straße hinunter. Das breite Fenster, an dem zwei Personen nebeneinander bequem stehen konnten, bot einen guten Schusswinkel zu beiden Seiten der Fahrbahn hinunter, so dass die beiden Bogenschützen (entsprechende Beleuchtung vorausgesetzt) ein recht gutes Schussfeld hatten.
Atemlos lauschten die Bewohner des Hauses in die mittlerweile stille Dunkelheit der Stadt hinaus. Bis plötzlich ein hölzernes Splittern von der Rückseite der gegenüberliegenden Häuserzeile zu ihnen heraufdrang. Kurze Zeit später folgte der schrille Schrei einer Frau, gefolgt von wildem Brüllen und stampfenden Schritten. Angestrengt spähten die wesentlich empfindlicheren Augen der Elfe in eine schmale Gasse, welche sich auf der anderen Straßenseite zwischen zwei hochaufragenden Steinhäusern befand. Sie glaubte dort Bewegung erkannt zu haben und tatsächlich schob sich von dort kurze Zeit später ein massiver, rund zweieinhalb Meter großer Mann hervor. Die zappelnde Frau, welche er sich einfach unter den Arm geklemmt hatte, wirkte neben seinem mächtigen Körper wie eine Puppe. Mittlerweile hatten mutige Städter die Straße zur Stadtmitte hin verbarrikadiert und das aufgetürmte Holz in Brand gesteckt, so dass die zottige Gestalt recht gut ausgeleuchtet wurde. Entschlossen nimmt KORF den Hünen unter Feuer und trifft diesen dank seiner Scharfschützenfähigkeiten direkt in der Brust. Doch was einen normalen Menschen direkt töten würde, macht das aus Leichen- und Tierteilen gefertigte Wesen nur wütend. Mit einem riesigen Satz überwindet das MONSTER von MORDENHEIM die breite Straße und flüchtet sich mit seiner Beute direkt in den toten Winkel unter dem geöffneten Fenster VAN RICHTENS. Dieser entzündet voller Panik einen seiner Feuertöpfe, stößt MIALEE zur Seite und lässt das brennende Gefäß direkt aus dem Fenster nach unten fallen. Das Fass landet daraufhin unbeschädigt auf dem Bürgersteig vor dem Haus und taucht die Straße urplötzlich in blendend helles Licht. Aufbrüllend flüchtet sich daraufhin der übergroße Kunstmensch, nach wie vor mit der Frau unterm Arm, auf die Straße hinaus. Die Geisel in seinen Armen fing wieder an panisch zu schreien. Kaum drangen ihre Schreie in das Zimmer nach oben, riss sich ELVIRA von VAN RICHTEN los und stürzte zur Treppe. „Mutter!“ rief sie, „Mutter! Ich komme!“ Entsetzt warfen sich die Abenteurer ratlose Blicke zu. Dann stürzte die reaktionsschnelle Elfe bereits zur Tür. Jetzt zeigte es sich allerdings, dass die mit Seilen abgespannte Treppe nicht nur für eventuelle Angreifer ein Hindernis darstellte. Flink wand sich das schlanke Kind zwischen den Tauen hindurch und war schon an der Tür, als MIALEE gerade erst damit begann die Taue zu zerschneiden …
„Elvira!“ rief VAN RICHTEN entsetzt. „Bringt mir mein Kind zurück!“ Dieser jammervolle Aufschrei führte dazu das nunmehr auch KORF und ROMARINA reagieren. Schnell waren sie ebenfalls bei der Treppe und halfen MIALEE beim Beseitigen der Stolperfalle. Unterdessen hatte das Kind schon den Türriegel zur Seite geschoben und war auf die Straße gerannt. In seiner Verzweiflung warf der ‚Doktor‘ einen zweiten Brandsatz auf die Straße hinunter, in der Hoffnung damit das Monster von ELVIRA fern zu halten. Unterdessen stand das MONSTER VON MORDENHEIM unschlüssig auf der Straße, mit der nunmehr bewusstlosen Frau im Arm, sowie der brennenden Barrikade in seinem Rücken. Verwirrt betrachtete er das Kind, welches auf ihn zu rannte. „Eva?“ grunzte er und lies seine Beute achtlos zu Boden fallen. Darin sah KORF seine Chance dem unheimlichen Wesen den Gar aus zu machen. Mit einem meisterlichen Schuss hämmerte er einen seiner Pfeile dem Riesen direkt in die Stirn. Doch was einen normalen Menschen direkt umgebracht hätte, lässt das Monster nur zurücktaumeln und sich mit einer seiner mächtigen Pranken das Geschoß aus dem Kopf reißen. Schwankend, jedoch immer noch am Leben tappt das Wesen rückwärts. Unterdessen hat MIALEE das weinende Kind erreicht, welches sich über den bewusstlosen Leib der Frau beugt. Schnell ist sie heran und packt ELVIRA am Handgelenk. Mit der anderen Hand greift sie nach der Frau und zieht sie in Richtung von VAN RICHTENS Haus. KORF sieht nunmehr ein noch freieres Schussfeld vor sich und beschließt seinen normalen Bogen gegen die magische Waffe des ‚Barkas‘ zu tauschen. Tief versenkt er sich in Konzentration um den notwendigen Einklang mit der Waffe zu erreichen. Und tatsächlich gelingt es ihm die Waffe auszulösen. Ein Energiepfeil verlässt zischend die Sehne und bohrt sich in eine schräg gegenüberliegende Häuserwand. Das Monster, welches sich gerade in den Schutz der daneben befindlichen Gasse werfen wollte, brüllte abermals auf als ein kopfgroßes Eckstück des Gebäudes in seinen Unterschenkel bohrte.
Zum gleichen Zeitpunkt hatte auch ROMARINA die Elfe erreicht und ergriff deren bewusstlose Last auf der anderen Seite. Wortlos verständigten sich die beiden Frauen und schleiften die Ohnmächtige gemeinsam in Richtung Haus. ELVIRA indessen löste sich plötzlich mit nahezu unmenschlicher Kraft aus MIALEES Griff und rannte schreiend in eine dunkle Gasse, welche sich in der gleichen Häuserzeile wie VAN RICHTENS Haus befand – lediglich näher zu der nach wie vor brennenden Barrikade hin.
Ehe KORF noch reagieren konnte, folgte ihr der Riese humpelnd in den schmalen Seitenweg.
Die beiden Frauen zogen derweil die Ohnmächtige in den Hausflur und überzeugten sich davon, dass ihr nichts Lebensbedrohliches fehlte. Lediglich ihr rechter Arm stand unnatürlich ab, so als habe sie ihn sich beim Sturz gebrochen. Schnell überlassen sie die Frau der Obhut des keuchend heraneilenden VAN RICHTEN. Während nunmehr MIALEE wieder zum Vorderausgang hinausstürzt, rennt ROMARINA zur Hintertür. Auf dem Weg zu ihrem Wagen ruft sie TORRIC zu, er solle das hölzerne Tor öffnen. Sie selbst reißt das Gatter zur Pferdeweide auf, springt auf SCHLEIFCHENS Rücken und schnappt sich eine Fackel vom Kutschbock. Dann prescht sie mit dem Pferd zur Straße hinaus, stoppt kurz an einem der Feuertöpfe und entzündet im Hinunterbeugen ihre Fackeln. Währenddessen hat MIALEE den hinter dem Monster her stürmenden Waldläufer eingeholt. Zusammen betreten sie nun mit gezückten Schwertern die enge, absolut dunkle Gasse und ärgern sich darüber dass sie über ihre schnelle Entscheidung zur Verfolgung keinerlei Lichtquelle mitgenommen haben.
Da hören sie hinter sich auch schon Hufgetrappel und ROMARINA galoppiert auf SCHLEIFCHEN heran. Reaktionsschnell ‚spritzen‘ die Beiden zur Seite und pressen sich an die steinernen Wände. Als Pferd und Reiter, mit wild flackerndem Licht vorbeihuschen, erkennen MIALEES empfindliche Elfenaugen voraus einen noch schmaleren Gang, welcher von ihrem Weg abzweigt und hinter dem links von ihnen befindlichen Gebäude zurück zu VAN RICHTENS Haus führt. Und in diesem schmalen Gässchen glaubt MIALEE den riesigen Schattenumriss des MONSTERS VON MORDENHEIM zu erkennen …
TORRIC ist zur gleichen Zeit im Hinterhof nicht untätig geblieben. Beim Öffnen des Hoftores hatte er die Lage auf der Straße kurz überblickt und sich entschlossen dem ‚Monster‘ den Weg abzuschneiden. Da er sich den Aufbau des Hinterhofs noch während des letzten Tageslichts eingeprägt hatte, fiel es ihm auch im Dunkel leicht sich orientieren. Mit wenigen Schritten hatte er die Trennmauer zum danebenliegenden Nachbargrundstück erreicht. Trotz seiner guten Kletterfähigkeiten bereiteten ihm die total mit Moos bedeckten Steine einige Schwierigkeiten beim Aufstieg auf die rund 2,50 Meter hohe Begrenzungsmauer. Oben angekommen verharrte er erst einmal und lauschte in die Dunkelheit hinaus. Vor ihm erklang entferntes Hufgetrappel auf. Sollte es sich dabei um ROMARINA auf SCHLEIFCHEN handeln? Dann vernahm er auf einmal schnaufende Atemzüge und stampfende Schritte, die schnell näher kamen. Dicht gekauert auf dem Mauersims und in seinen schwarzen Umhang gehüllt wartete der Assassine kampfbereit auf den vermeintlichen Gegner. Dabei hielt er seine beiden magischen Säbel fest umklammert und versuchte einen Einklang mit den beiden Waffen zu erreichen. War nur der Zeitpunkt gekommen, dass er sie zum ersten Male einsetzen konnte?
Unterdessen hatten MIALEE und KORF sich an den schmalen Seitengang herangepirscht. Seit ROMARINA mit SCHLEIFCHEN die schmale Seitenstraße zu den Feldern hin verlassen hatte waren die Beiden wieder in völlige Dunkelheit gehüllt. KORF entschloss sich alles auf eine Karte zu setzen. Den magischen Bogen fest umklammert und in der Hoffnung er möge ihn auch dieses Mal nicht in Stich lassen hechte er nach vorne und versuchte die übernatürliche Kraft des Bogens zu aktivieren. Doch nichts geschah, zu aufgeregt war der Waldläufer um einen Gleichklang mit ‚Barkas‘ Schöpfung zu erreichen. Zum Glück war dieses Versagen für KORF ohne Folge, denn die Stelle an dem MIALEE noch einige Minuten zuvor einen riesigen Schatten wahrgenommen hatte war leer. Dagegen klangen einige Meter voraus, den schmalen Seitenweg hinunter zu VAN RICHTENS Haus urplötzlich Kampfgeräusche auf. Obwohl es nahezu stockdunkel war beschlossen MIALEE und KORF in die enge Gasse einzudringen. Die Elfe übernahm dabei die Führung, waren ihre Augen doch weit besser als die eines Menschen und nahmen selbst in absoluter Dunkelheit zumindest vage Umrisse wahr …
Zur gleichen Zeit hatte ROMARINA auf SCHLEIFCHEN die Seitenstraße verlassen und war wenig später voraus auf eine Umzäunung gestoßen. Diese ritt sie nun langsam entlang, immer wieder leise den Namen des Kindes rufend. Schließlich entdeckte sie vor sich ein schmale, dunkle Gestalt am Boden liegend. „Elvira?“ hauchte sie fragend und beugte sich mit der brennenden Fackel nach vorne um die Person näher in Augenschein nehmen zu können. In diesem Moment sprang die zierliche Person wie von der Feder geschnellt nach oben. „Hab ich Dich, Abanzzi!“ zischte eine fremde Stimme gehässig. ROMARINA zuckte zurück und riss die Fackel wieder nach oben. Für Sekunden sah sie gefletschte Vampirzähne auf sich zurasen, dann warf sie sich instinktiv zur Seite und schlug mit der Fackel nach dem Gegner. Das unheimliche Wesen fauchte wütend auf, warf sich im Flug herum und verschwand im Gelände jenseits der Umzäunung. ROMARINA zitterte am ganzen Leib und hatte Mühe das aufgeregt tänzelnde Pferd zu beruhigen. Langsam begann sich ein Verdacht in den Gedanken der Abanzzi festzusetzen. Sollte dieses Wesen, von dem sie nur Sekundenbruchteile eine Gestalt wahrgenommen hatte, tatsächlich ELVIRA gewesen sein? Langsam lenkte sie SCHLEIFCHEN wieder in Richtung des Verbindungsweges zur Hauptstraße hin, als vor ihr der Lärm eines Kampfes herüberscholl …
TORRIC hatte den Aufprall des massigen Körpers gegen die Mauer mehr erahnt als tatsächlich gesehen. Als allerdings mächtige Pranken sich in den Sims der Steinwand krallten, herrschte für ihn Klarheit welchem Gegner er gegenüberstand. Nur VICTOR MORDENHEIMS MONSTER war so hoch, dass er die 2,50 Meter hohe Mauer aus dem Stand erreichen konnte. Die Gefahr in seiner Position auf der Mauer von dem Riesen gepackt wurde übermächtig. Seufzend lies TORRIC die angesammelte Konzentration seines Geistes in die beiden von ihm umklammerten Säbel fließen. Und es gelang: Bruchteile von Sekunden später lösten sich die beiden Klingen aus seiner Hand und erfüllten den unausgesprochenen Wunsch des Assassinen: sie attackierten gemeinsam das unheimlichen Wesen! Voller Wut aufbrüllend taumelte das ‚Monster‘ zurück, versuchte schützend die mächtigen Arme vor das Gesicht zu reißen. Doch der schmale Gang behinderte die Bewegungen der Chimäre, so dass die beiden magischen Säbel nahezu ungehindert auf ihren Gegner einstechen konnten. Aufatmend sprang TORRIC nach vorne von der Mauer und folgte dem unheimlichen Wesen, welche sich mittlerweile mühsam im engen Durchgang gedreht hatte um zur Seitenstraße zurück zu flüchten. Auch das Wesen schien über Nachtsichtfähigkeiten zu verfügen, gewahrte es doch gleich vor sich die anderen beiden Gegner, welche sich vorsichtig den Gang entlang auf es zu tasteten. Immer noch von den magischen Waffen des einstmals Unsichtbaren attackiert, stemmte sich MORDENHEIMS MONSTER zu beiden Seiten gegen das den Gang begrenzende Mauerwerk um seine Gegner zu überspringen. „Ducken!“ schrie MIALEE, die den Schatten auf sich zufliegen sah, riss dabei instinktiv ihr Schwert nach oben und bohrte es dem ‚Monster‘ in den Unterleib. Nunmehr zeigte es sich, dass selbst dieses unglaublich widerstandsfähige Geschöpf Grenzen gesetzt waren. Taumelnd konnte es noch die schmale Gasse verlassen, brach dann aber blutüberströmt an der gegenüberliegenden Wand der Seitenstraße zusammen. Gemeinsam traten nun TORRIC, MIALEE und KORF dem Unheimlichen entgegen. Dieser lag zusammengesunken an der Häuserwand. Der wenige Lichtschein, welcher von der nunmehr hoch flackernden Barrikade hereindrang, offenbarte zum ersten Mal das Groteske der Gestalt. ‚Adam‘, wie MORDENHEIM sein Geschöpf einst nannte, war ein Flickwerk aus Körperteilen. Ein Puzzle aus erhobenen Narben überzog seinen ganzen Körper. Jedes Teil des muskulösen Körpers schien vollkommen und passend proportioniert zu sein – in der Gesamtheit aber wirkte das Wesen aber irgendwie abstoßend. „Es war Eva!“ flüsterte das Wesen schon nicht mehr recht bei Sinnen, als die Säbel endlich von ihm abließen. „Sie ist das Monster … hat Elise umgebracht … und … sie ist hier …“ Sein Kopf sank nach vorne und die röchelnden Atemzüge verrieten das es zu Ende ging. MIALEE, deren uraltes Elfenwissen ein solch unnatürliches Wesen nicht akzeptieren konnte, setzte schließlich den Gnadenstoß.
Im gleichen Moment war auch ROMARINA auf SCHLEIFCHEN heran. Kurz berichtete sie von ihrer unheimlichen Begegnung und der damit verbundenen Vermutung. Ihre Gefährten setzten sie dann über die letzten Worte des MONSTERS VON MORDHEIM in Kenntnis. Da wurde es für ROMARINA zur Gewissheit: ELVIRA und EVA waren ein und dieselbe Person – und Mädchen musste ein Vampir sein!
Schnell trieb sie SCHLEIFCHEN wieder an, preschte aus der Seitenstraße hervor und hielt auf VAN RICHTENS Haus zu. Dort gewahrte sie im Schein der langsam verlöschenden Feuertöpfe den ‚Doktor‘, welcher das weinende, kleine Mädchen tröstend im Arm hielt. Einige Meter vor den Beiden stieg sie ab. Mit einer fließenden unauffälligen Handbewegung öffnete sie den kleinen Flakon mit Weihwasser den sie immer bei sich trug und benetzte eines ihrer Spitzentaschentücher. Dann war sie auch schon heran und beugte sich zu dem schmutzigen, verheulten Kind hinunter. „Arme Kleine“, sagte sie mit gespieltem Mitgefühl, „ich werde dir erst einmal das Gesicht abwischen …“ Bevor das Kind noch zurückweichen konnte, klatschte sie ihr das durchnässte Tuch mitten ins Gesicht. Aufschreiend taumelte ELVIRA daraufhin nach hinten und riss die Händchen vor das urplötzlich Blasen werfend Gesicht. VAN RICHTEN begann zu taumeln. „Was? …“ Im nächsten Moment bekam der ‚Doktor‘ ganz glasige Augen und stapfte auf ROMARINA zu. Bevor diese noch ihre Überraschung überwinden konnte, hatte der alte Mann sie mit übermenschlicher Kraft an der Gurgel gepackt und gegen die Hauswand gepresst. Hilflos strampelte ROMARINA in seinem Würgegriff. „Verflucht, sollst du sein, Abanzzi! Das kostet dich dein Leben!“ kreischte ELVIRA und begann ihre Gestalt zu verwandeln. Das kindliche Wesen wurde binnen weniger Sekunden zu einem großen grauen Wolf, der sich ihr zähnefletschend näherte. Um Luft ringend, rief ROMARINA nach SCHLEIFCHEN. Das Pferd hatte den Wolf als natürlichen Feind ausgemacht und begann gegen ihn auszukeilen. Dieser Aufschub genügte um den drei Freunden ROMARINAS Gelegenheit zu geben den Kampfplatz zu erreichen. Während MIALEE sich auf VAN RICHTEN stürzte und versuchte seinen mörderischen Griff um den Hals der Abanzzi zu lösen, attackierten KORF und HENSTEDT das wolfsähnliche Geschöpf. Den erfahrenen Kämpfern gelang es schnell den Gegner in die Enge zu treiben und ihm einige üble Wunden beizubringen. Plötzlich veränderte sich die Gestalt des Vampirmädchens abermals – und eine Ratte huschte an Stelle des Wolfes zwischen den Beinen der beiden Kämpfer hindurch. Doch obwohl der kleine Körper einiges an Vorteilen hinsichtlich Beweglichkeit und Schnelligkeit bot, hatte er schon zuvor zu viele Treffer einstecken müssen um schnell genug aus der Gefahrenzone zu kommen. Ein meisterlicher Hieb des Waldläufers trennte schließlich ein Bein des Nagers vom Körper, woraufhin abermals eine Verwandlung einsetzte und die nackte, magere Gestalt des Mädchens auf der Straße lag. Das abgetrennte, ebenfalls zurückverwandelte Bein lag in einiger Entfernung neben ihr. Bettelnd reckte das kleine Wesen seine Arme nach oben, während sich um es herum eine große Blutlache bildete. „Bitte, helft mir …!“ Der hartgesottene TORRIC trat hinzu und hob seine Waffe um ihr den Schädel vom Rumpf zu trennen. „Wir wisst nicht mit welchen Kräften ihr Euch eingelassen habt!“ fauchte ELVIRA ihn mit wütend funkelnden Augen an. Der Assassine hieb zu, der kleine Mädchenkopf rollte zur Seite und alle Teile der Gestalt begannen sich vor den Augen der Umstehenden in Staub aufzulösen. Zur gleichen Zeit sackte VAN RICHTEN ohnmächtig zusammen und entließ ROMARINA aus seinem eisernen Griff. MIALEE konnte ihn gerade noch auffangen, bevor er hart zu Boden stürzte. Schweigend schauten sich die Gefährten ob dieser grauenhaften Erlebnisse an, während im Hintergrund die wütenden Dorfbewohner den Leichnam des MONSTERS VON MORDENHEIM der nach wie vor flammenden Barrikade übergaben.
ROMARINA führte mit schmerzenden Gliedern ihr Pferd wieder zurück in den Hinterhof. Währenddessen verfrachteten ihre Gefährten den nach wie vor bewusstlosen VAN RICHTEN und das mittlerweile erwachte Opfer des Monsters in jeweils eins der freien Betten. Dabei förderte auch eine Untersuchung von ELVIRAS Zimmer keines der verschwundenen Tagebücher VAN RICHTENS zu tage.

DIE REISE ZUR NEBELGRENZE

Als die am Arm verletzte OLGA nach einigen Stunden wieder im Hause VAN RICHTENS zu sich kommt, kann sie sich an ein Mädchen namens ELVIRA überhaupt nicht erinnern. Auch der wenig später erwachende ‚Doktor‘ hat keinerlei Erinnerung an das einstige Straßenmädchen, welchem er einst ein Heim gab. Alles weist daraufhin, dass mit dem Tod der Vampirin auch deren Vergangenheit in den Köpfen der Menschen gelöscht wurde. Alles andere aber, der Tod seiner Frau (welche einst an Blutarmut starb!), die Ankunft der fünf Fremden und der Kampf gegen das Monster, sind komplett präsent. Das Überraschende ist auch, dass die wahrscheinlich von ‚ELVIRA‘ oder vielmehr EVA durchgeführten geistigen Manipulationen bei VAN RICHTEN nunmehr aufgehoben sind und der alte Wissenschaftler wesentlich ‚klarer‘ wirkt als zuvor. Wohl stellt er bei sich einige Erinnerungslücken fest (die er auf sein Alter schiebt), weis aber genau dass er einst die ganze vom Nebel eingeschlossene Welt ‚LAMORDIA‘ bereiste und ihre Grenzen auslotete. Leider habe er seine Tagebücher irgendwo verlegt, so dass er nichts mehr Genaues über diese Reisen berichten kann. Allerdings kann er berichten, dass der Name für diese ‚Domäne‘ einstmals von den ersten Bewohnern, nämlich denen ‚Ludendorfs‘ geprägt wurde. Diese seien mit ihrer Stadt sehr viel früher an diesen seltsamen Ort verschlagen worden (angeblich von ihrem Gott aufgrund ihres schlechten Lebenswandels verbannt!) – und entstammten augenscheinlich auch ein wesentlich älteren Zeitepoche. Sein Ort ‚Neufurchtenburg‘ selbst käme aus einem wesentlich moderneren Zeitalter aus der Welt ‚Mysgard‘. Dort nutze man schon seit einiger Zeit die Kraft des Dampfes und betreibe damit viele Maschinen. Leider sei mit dem ‚Übergang‘ in diese Welt viel von dem Wissen verloren gegangen und er selbst merke auch, wie er mehr und mehr von der ‚alten Welt‘ vergesse. VAN RICHTEN vermutet, dass die unterschiedlichen Bewohner ‚LAMORDIAS‘ aus verschiedenen Welten hierher ‚gezogen‘ worden seien. Auffällig sein, dass alle Menschen die gleiche Sprache, nämlich ‚moravisch‘ (wenn auch oft in seltsamen Abwandlungen) sprechen. Auch gebe es oft Gemeinsamkeiten in den Ursprungswelten, z.B. gleiche Landschafts- oder Städtenamen. Dies alles deute darauf hin, dass die hierher verschlagenen Orte und Menschen aus Paralellwelten stammten – und diese Welt hier gleichsam ein ‚Sargasso‘ zwischen den Dimensionen darstelle. Über den Vorgang selbst, der zum ‚Übergang‘ hierher führe, kann der ‚Doktor‘ nur rätseln. Er vermutet aber, dass gewisse ‚Experimente mit den Urkräften der Natur‘ (wie MORDENHEIMS Versuch künstliches Leben zu erschaffen!) zu einem Art Überdruck führen, welcher durch ein natürliches ‚Ventil‘ in diese Dimension abgeleitet wird um eine Zerstörung der Ursprungswelt entgegenzuwirken. Dazu passe auch, dass die einstmals als einziges Volk durch den Nebel reisenden ‚Vistani‘ von vielen anderen ‚kleinen Welten‘ hinter dem Nebel berichteten, die sich wie unzählige Seifenblasen aneinander pressten und voller ‚Strandgut‘ aus ‚größeren Welten‘ seien. Betrüblicherweise verwische sich bei all deren Bewohnern mit der Zeit das ‚Zeitgefühl‘ immer mehr, so dass es irgendwann keine Rückschlüsse mehr gebe, wie lange jemand sich schon an diesen seltsamen Orten befinde. Wirkliche Fremdwesen, wie Elfen oder Zwerge sind VAN RICHTEN unbekannt. Wohl berichteten die ‚Vistani‘ immer wieder über solche Geschöpfe, doch viele dieser Geschichten hält der Wissenschaftler für übertrieben. Auch glaubt er nicht an das Prinzip der Magie – bis ihn MIALEE durch ein mittels ihres ‚Unsichtbare Hand‘-Zaubers bewegtes Buch eines Besseren belehrt!
Leider, so berichtet der Doktor später weiter, können die ‚Vistani‘ als Informationsquelle nicht mehr dienen, da diese ‚Wanderer zwischen den Welten‘ schon eine ganze Weile nicht mehr durch ‚LAMORDIA‘ gezogen seien. Zeitlich müsse ihr Verschwinden mit dem vor einiger Zeit auffälligen Verhalten des Nebels zusammenhängen. Habe doch dieser urplötzlich eine furchtbare Kälte ausgestrahlt und sei in Wallung geraten, woraufhin auch Mutige welche sich ihm näherten von ihm für immer verschlungen worden seien. Nachdem sich die Nebel später wieder beruhigt hätten, blieben die ‚Welten-Zigeuner‘ verschwunden. Nur einmal seither, tief in der Nacht, habe er einen unbeleuchteten Wagenzug von ihnen durch ‚Neufurchtenburg‘ fahren sehen. Allerdings sei das bunte Völkchen dabei, für die geborenen Musikanten und Schausteller völlig ungewöhnlich, absolut still und phlegmatisch gewesen. Marionetten gleich seien sie hinter ihren Wagen her getrottet, während auf den Kutschböcken unheimliche, schwarze Gestalten saßen und die Richtung zur nächst gelegenen Nebelwand vorgegeben hätten. ROMARINA vermutet sogleich, dass es sich bei den Beobachteten wahrscheinlich in Wirklichkeit um Angehörige ihrer verschwundenen Sippe, den ‚Andradno‘, gehandelt hat.
Weiterhin berichtet VAN RICHTEN: In die Nebel selbst könne man wohl als ‚Nicht-Vistani‘ eindringen, doch egal wohin man sich darin auch wende, stets käme man wieder an der gleichen Stelle in ‚LAMORDIA‘ heraus an der man in die Wand eingedrungen sei. Zusammen mit MIALEE studiert VAN RICHTEN daraufhin die magische Karte der Elfe (über deren mysteriöse Eigenschaften der ‚Doktor‘ allerdings noch nicht informiert wurde!) und berichtet, soweit es seine manipulierten Erinnerungen zulassen, über die sonstigen Gegebenheiten dieses seltsamen Landes. Von Interesse ist für die Abenteurer aus Moravod vor allen Dingen ein Punkt am Rand des Nebels, welcher mit ‚Schloss Mordenheim‘ bezeichnet ist. Dort soll nach VAN RICHTENS Meinung der Zufluchtsort des ‚Monsters‘ gewesen sein – handle es sich doch dabei um den einstigen Familienbesitz von ELISES (der Frau VICTOR MORDENHEIMS – in die sein Geschöpf ‚verliebt‘ gewesen sein) Eltern. Die Vermutung, dass dort die vom ‚Monster‘ entführten Frauen und Mädchen gefangen gehalten werden, bestärkt die fünf Reisenden aus Midgard in ihrem Entschluss sich zunächst dorthin zu wenden. Schließlich sehen sich die Gefährten in der Pflicht die Verantwortung für die Entführten zu übernehmen, da sie vor einigen Stunden das MONSTER VON MORDENHEIM (wenn auch durch Manipulation durch die Vampirin) getötet haben. Auch die Warnung VAN RICHTENS, dass es dort von Dunkelwölfen nur so wimmele kann die Gefährten nicht in ihrem Entschluss wankend machen. Zuvor rüstete man sich mit Hilfe des ‚Doktor‘ allerdings noch waffentechnisch aus. So fertigt der alte Wissenschaftler aus den verbliebenen Resten seiner pyrotechnischen Vorräte ‚Blitzpfeile‘ und ‚-bolzen‘ für die Nahkampfwaffen der vier Reisenden. MIALEE studiert unterdessen in der umfangreichen Bibliothek des alten Forschers die für sie verständlichen Bücher, während die mittlerweile ebenfalls erwachte OLGA sich von ihren Rettern verabschiedet und zu ihrer Familie auf die andere Straßenseite zurückkehrt. Danach kümmert sich ROMARINA um die Versorgung der beiden Pferde, welche sich nach wie vor auf der kahlen Weide hinter dem Haus aufhalten. Später entscheidet sich die Abanzzi dafür die Küche einer Inspektion zu unterziehen. Bei der Musterung der Küchenfeuerstelle findet sie einige angekohlte Papierfetzen mit handschriftlichen Aufzeichnungen VAN RICHTENS. Damit klärt sich dann ihrer Vermutung nach auch der Verbleib der verschwundenen Tagebücher des ‚Doktors‘. Augenscheinlich hat die als kleines Mädchen getarnte Vampirin die Aufzeichnungen verbrannt. Die weitere Untersuchung der Küche fördert allerdings keine neuen Überraschungen zu tage. Auch die Untersuchung des darunterliegenden Kriechkellers bleibt ergebnislos.
So vergehen zwei Tage (von den Zeitbegriffen der aus Midgard Stammenden gesehen) in denen sich die Gefährten von den vorhergehenden Strapazen ausruhen und auf die anstehende Reise vorbereiten können – während Draußen nach wie vor die ungewöhnlich lange Dunkelheit anhält. In diesen Tagen unterhält VAN RICHTEN die Freunde immer wieder mit seinen Reisegeschichten, deren Erinnerungen daran nach und nach bei ihm wiederkehren. Vermehrt warnt der ‚Doktor‘ sie vor den Bewohnern des rückständigen ‚Ludendorf‘, welche alle Halsabschneider und Verbrecher seien. Er empfiehlt den Reisenden aus Midgard daher die wohl weitere, aber dafür wahrscheinlich mit nicht so vielen (menschlichen) Gefahren verbundene Strecke nach ‚Schloss Mordenheim‘. Diese führt über eine unbesiedelte Steppe zwischen zwei Gebirgszügen hindurch, welche sich einem schlafenden Drachen gleich von Norden nach Süden durch fast ganz ‚Lamordia‘ hinziehen.
So brechen die vier Besucher zusammen mit Pferd und Wagen schließlich zu Beginn der nächsten ‚Tag-Phase‘ auf. Der Abschied vom ‚Doktor‘ war kurz, aber voller Herzlichkeit. Zuvor hatte der alte Wissenschaftler noch ein wenig seines Hafers für SCHLEIFCHEN geopfert (zumeist könne sich das Pferd ja in der Steppe von dem dort wachsenden Gras ernähren). Ein in der langen Nacht durchgeführtes Experiment mit VAN RICHTENS Wanduhr hatte die Vermutung bestätigt, dass in dieser Welt die Zeit ungefähr vier Mal langsamer verlief als in Midgard. So planen die Gefährten für ihre Reise zur Nebelgrenze schließlich eine Reisezeit von 12 ‚Normaltagen‘ ein und entscheiden sich dafür auch während der längeren Nachtphasen ‚Lamordias‘ eine Tagestrecke zurückzulegen. Dank des von VAN RICHTEN vorausgesagten ebenen Geländes, glauben die Gefährten auch die Gefahren einer Nachtfahrt unter dem Einsatz von Laternen bewältigen zu können. Mit Hilfe von MIALEES magischer Karte erkennt man auch einen Wasserlauf und einen großen See, welche man am 6. Tag bzw. 10. Tag der Reise erreichen wird um die Wasservorräte aufzufüllen.
Die ersten beiden Reisetage, die unter dem trübem der stets verdeckten Sonne stattfinden, vergehen auch recht eintönig und ereignislos. Doch gegen Ende des dritten Reisetages, inmitten einer Nachtphase kommt es zu einer schwerwiegenden Panne, als ein Rad von ROMARINAS Wagen in ein übersehenes Erdloch schlägt und dabei schwer beschädigt wird. Während die fluchende ROMARINA daraufhin SCHLEIFCHEN ausschirrt, heben ihre Gefährten neben dem beschädigten Rad eine Grube aus und entzünden dort ein Feuer um die Reparaturstelle gut auszuleuchten. Danach sucht ROMARINA im Wageninneren die notwendigen Materialien zur Behebung des Schadens zusammen. Wohl hat sie eine solche Instandsetzung noch nicht selbst durchgeführt, hat aber bei einer solchen schon einmal zugeschaut. So kann sie ihren Freunden zumindest die Grundzüge der notwendigen Tätigkeiten erläutern. Während somit die Abanzzi, sowie der Waldläufer und die Elfe beschäftigt sind, patrouilliert der ehemalige Unsichtbare in der Nähe des erzwungenen Lagerplatzes und behält die in tiefe Dunkelheit getauchte Umgebung sowie das grasende Zugtier im Auge. So vergehen knapp zwei Stunden in denen das Rad ausgebaut wird und die beschädigten Holzelemente ausgetauscht werden. Als ROMARINA, KORF und MIALEE gerade wieder dabei sind das reparierte Rad auf die Achse zu schieben, bemerkt TORRIC wie SCHLEIFCHEN auf einmal den Kopf witternd nach oben reißt und aufgeregt zu tänzeln und zu schnauben beginnt. Wiehernd läuft das Pferd zum Wagen zurück und alarmiert dadurch auch die Anderen. Angestrengt mit allen Sinnen lauschend, verteilen sich die Gefährten daraufhin und blicken angestrengt in absolute Schwärze hinaus. Doch zunächst kann lediglich MIALEE, dank ihren wesentlich empfindlicheren Elfenaugen die Gegner ausmachen. Es handelt sich dabei um zwei, dicht an den Boden gepresste Körper, welche sich robbend in Richtung des Wagens vorwärts bewegen. Schnell macht die Elfe ihre Mitstreiter auf die Positionen der Angreifer aufmerksam. Der stets kurz entschlossene KORF legt schnell einen der neuen ‚Blitzpfeile‘ auf die Sehne und feuert diesen in die angewiesene Richtung ab. Doch trifft er weder die sich weiterhin langsam nähernde Kreatur, noch entzündet er den trockenen Steppenboden. TORRIC hingegen entscheidet sich für eine andere Taktik und schleicht einem der Angreifer mit gezückten ‚Normal‘-Schwertern entgegen. Doch dieser erkennt sogleich die Annäherung seiner ‚Beute‘, springt auf und stürzt dem Assassinen entgegen. Nunmehr kann TORRIC auch die Gestalt besser erkennen: es handelt sich um eines der sechsbeinigen, wolfsähnlichen Geschöpfe mit denen die Abenteurer schon mehrmals zu tun hatten - einen Dunkelwolf! Auch MIALEE kann nunmehr die Art des Gegners erkennen und warnt die anderen mit einem kurzen Zuruf. Flink greift sie ebenfalls nach einem der ‚Blitzpfeil‘ in ihrem Köcher, kann diesen allerdings mit ihren von der Reparatur fettigen Fingern nicht richtig greifen, so dass dieser ihr entgleitet und zu Boden fällt. Unterdessen ist der Dunkelwolf schon an TORRIC heran, den dieser mit einem zur Abwehr erhobenen Schwert erwartet. Als der mächtige Kiefer nach dem Arm des Assassinen schnappt, weicht dieser aber reaktionsschnell zur Seite hin aus und entgeht so dem Angriff. Doch auch TORRICS Gegenangriff scheitert an der Agilität des sechsgliedrigen Geschöpfes. Ebenso geht ROMARINAS Fernschuss mit der Zwille daneben und bringt somit dem ehemaligen Unsichtbaren auch keine Entlastung. Doch die nächste Reaktion des Tieres kommt überraschend: es bricht den Angriff auf die Menschen ab, wirft sich herum und verschwindet in der Dunkelheit. Sein Gefährte folgt ihm nur Sekunden später! An SCHLEIFCHENS nunmehr entspanntem Verhalten können die verwunderten Gefährten erkennen, dass es sich nicht um einen Trick der sehr intelligenten Tiere handelt, sondern dass diese sich tatsächlich zurückgezogen haben. Auch den Rest der Nacht geschieht nichts mehr, so dass die vier Freunde ungestört die Reparatur abschließen und nach einigen Stunden Ruhezeit ihren Weg fortsetzen können.
Die nächsten Tage und Nächte der Reise vergehen, wider Erwarten, ohne irgendwelche besonderen Vorkommnisse. So erreicht man wie geplant am 6. Reisetag den kleinen Flusslauf, mit dessen klarem Gebirgswasser man die Trinkwasservorräte auffüllen kann. Gleiches geschieht am 10. Tag an einem großen See, dessen entferntes Ufer bereits im ewigen Nebel dieser Welt verschwindet. Die drei letzten Tage über (als die Reisegruppe nach ‚Westen‘ abbiegt) wird die unheimliche Nebelwand schließlich zu ihrem ständigen Begleiter - welcher die nahe Küstenlinie ‚Lamordias‘ umfangen hält. Freudig begrüßen die Reisenden schließlich (nach dem doch recht eintönigen Braun der Ebene) dass satte Grün eines dichten Waldes, in dem ihr Ziel ‚Schloss Mordenheim‘ auf einer Landzunge liegen soll. Zu Beginn einer neuen ‚Tagphase‘ am 13. Tag der Reise erreicht die Gruppe schließlich ein klotziges Steingebäude, welches sich eineinhalbstöckig auf einer Waldlichtung erhebt. An zwei Seitenflächen des quaderförmigen Wohnturms entdecken die Abenteurer massive Eisentüren – wovon eines augenscheinlich mittels eines mächtigen Baumstamms eingedrückt und teilweise aus den Angeln gerissen worden war. Der rund 1,5 Meter durchmessende und zwanzig Meter lange Stamm war offensichtlich als Ramme verwendet worden – und ragte auch jetzt noch ein ganzes Stück ins Innere des trutzigen Wehrturms. Das gegenüberliegende, zweite Tor war hingegen unversehrt und auch fest verschlossen. Da man vor Betreten erst einmal die Verhältnisse im Inneren des Gebäudes abklären wollte, lenkte ROMARINA ihren Wagen dicht unter eine der in rund 2,5 Metern Höhe angebrachten ‚Lichtscharten‘ und warf vom Kutschbock aus einen Blick ins Innere des düsteren Turmes. Von ihrer Position aus konnte sie den großen Innenraum des Erdgeschoßes übersehen: ein Bücherregal, ein steinerner Sessel, eine Feuerschale, ein Arbeitstisch und ein Stehpult vermittelten eine recht friedliche Atmosphäre in dem unbewohnten großen Raum. Im Hintergrund erkannte die Abanzzi den Zugang zu einem Treppenhaus, welches sowohl in offensichtlich vorhandene Kellergewölbe wie auch in den ersten Stock führte. Ihre halblaut weitergegebenen Informationen bestärken schließlich MIALEE und KORF in ihrem Entschluss vorsichtig (über den Baumstamm hinweg) in das Gebäude einzudringen. Bei einer ersten Untersuchung stellt die Elfe fest, dass die Feuerstelle erkaltet ist, das Erdgeschoß aber durchaus den Eindruck macht als sei es noch nicht lange verlassen und der Besitzer käme gleich wieder. Auch die wenigen, durch die brutal geschaffene Öffnung, hereingewehten Blätter deuten daraufhin dass der ‚Einbruch‘ noch nicht sehr lange zurückliegen kann. Fasziniert blättert MIALEE wenig später durch die handgeschriebenen Bücher in dem massiven Regal an der Seitenwand des Raumes. Da es sich um moravische Schrift handelt, ist es für sie ein leichtes die Texte zu entziffern. Verwundert stellt sie fest, dass es sich dabei um die Tagebücher des ‚Monsters‘ VON MORDENHEIM handelt. Bei einem schnellen Studium erfährt sie, dass ADAM oft ‚menschliche‘ Phasen hatte in denen er sich seiner Selbst vollkommen bewusst war. Andere Phasen, zu deren Beginn sich auch die Schrift des Autors erschreckend veränderte, bezeichnete das Kunstgeschöpf selbst als ‚Tage des Monster‘. In diesen Zeiten raubte er immer wieder Frauen die ihn an VICTORS Frau ELISE, seine heimliche Liebe, erinnerten. Ebenso entführte er Mädchen welche EVA ähnlich sahen – in der Hoffnung einmal die ‚wahre‘ EVA zu finden und seinem Vater damit seine Unschuld zu beweisen. Obwohl ADAM die ‚Tage des Monsters‘ fürchtete, war er sich doch gewiss selbst in diesem unkontrollierten Zustand zumindest keine Morde verübt zu haben. Auch bot er den entführten Frauen und Kindern bei sich im Obergeschoß ein zu Hause, beschützte sie vor der gefährlichen Umwelt - in der es (in seiner Vorstellung?) nur so von Dunkelwölfen und dunklen Gestalten wimmelte – und besorgte ihnen Nahrung und Kleidung. Ja, er brachte sie auch wieder zurück nach Hause, wenn sie dies wünschten. Einige blieben aber auch freiwillig, da ihr Leben bei ihm besser war als ihr vorhergehendes. Gleichwohl schloss er Frauen und Kinder ein wenn er den Turm verlies um durch ‚Lamordia‘ zu streifen. Ob seiner düsteren Aura mieden ihn sowohl ‚die Dunklen‘ (zu denen er auch EVA zählte), wie die auch die Dunkelwölfe - aber leider auch die ‚Vistani‘, deren Kommen und Gehen er von seinem Turm immer mal wieder beobachten konnte …
Da wird MIALEE auf einmal in ihrem Studium durch ein lautes Wiehern SCHLEIFCHENS aufgeschreckt. Das Pferd hat wiederum den Geruch von Dunkelwölfen wahrgenommen und schlägt Alarm. Sogleich erkennt die dadurch aufmerksam gewordene ROMARINA vom Kutschbock aus zwei sechsbeinige Gestalten welche sich vorsichtig durch das dichte Unterholz in Richtung des Turmes bewegen. Schreiend warnt sie ihre Gefährten. TORRIC, gerade erst im Begriff ebenfalls das Gebäude zu betreten, wirbelt herum und zieht seine beiden Schwerter. Auch der mitten im Raum stehende KORF stürmt zur eingerammten Tür, erkennt einen der huschenden Schatten und feuert direkt darauf einen Pfeil ab. Leider fängt das dichte Unterholz sein Geschoß ab. Aus diesem Grunde zögert auch die ebenfalls hinzugetretene MIALEE mit Pfeil und Bogen einzugreifen. Viel zu gering ist die Chance die unheimlichen Wesen unter diesen Bedingungen zu treffen. Daher stoppt TORRIC auch nicht seinen Sturmlauf auf die Wölfe zu, sondern umläuft das als Deckung dienende Gebüsch der einen Bestie und attackiert sie mit seinen Schwertern. Allerdings hat er die Reaktionsschnelligkeit des Sechsbeiners unterschätzt, der mit Leichtigkeit dem Angriff ausweichen kann. An anderer Stelle erreicht wohl ein von ROMARINA geschleuderter Stein sein Ziel, wird aber durch das verfilzte Buschwerk soweit abgebremst, dass auch der zweite Dunkelwolf unverletzt bleibt. Ein gewagter Scharfschützenpfeil, von KORF zwischen MIALEE und TORRIC hindurchgefeuert, bohrt sich nahezu zeitgleich ebenfalls nutzlos ins dichte Gestrüpp. All diese Abwehrmaßnahmen zeigen aber schließlich doch Erfolg, als sich die beiden Tiere auf einmal heulend herum werfen und sich tiefer in den Wald, außerhalb der Reichweite der Bögen zurückziehen.
Nachdem diese Gefahr für den Moment gebannt scheint, kehrt MIALEE ins Haus zurück um eine zuvor gefasste Idee in die Tat umzusetzen. Sie betritt das steinerne Treppenhaus und ruft nach oben: „Hallo, ist da jemand?“ Als von Oben her keine Antwort erfolgt, steigt sie langsam in dem nur spärlich ausgeleuchteten Treppenhaus nach oben. Währenddessen hat ROMARINA die bisher verschlossene zweite Pforte des Turmes geöffnet, SCHLEIFCHEN ausgeschirrt und das Pferd ins Innere der Wohnfestung geführt. TORRIC und KORF halten unterdessen vor dem Turm Wache und behalten die Umgebung im Auge. Mit der Elfe ist abgesprochen, dass sie diese Aufgabe später nach ihrem Aufstieg von der offenen Beobachtungsplattform des Turmes aus weiterführen soll. MIALEE hat unterdessen auch schon die erste Etage erreicht und sieht sich einem ziemlichen Chaos gegenüber. Einige zerwühlte Betten und Kisten, umgeworfene Stühle, Schränke und Feuerschalen, eine umgekippte Waschwanne und überall verstreute Kleider deuten auf einen offensichtlichen Überfall hin, dem eine unbekannte Anzahl von Frauen und Kindern als Entführte zum Opfer gefallen sind. Da sich so schnell keine weiteren Spuren finden lassen, folgt MIALEE den drängenden Rufen der beiden Männer vor dem Turm, steigt auf das Dach des Gebäudes und nimmt die gewünschte Beobachtungsposition ein. Derweil hat ROMARINA ihren Wagen zum Teil ausgeladen und Proviant, sowie wichtige Ausrüstung ins Innere des Turmes gebracht. Nachdem die Hintertür wieder verschlossen wurde, ziehen sich auch KORF und TORRIC in das Gebäude zurück und beginnen damit den durch den Baumstamm teilweise blockierten Ausgang zu verrammeln. Zunächst planen die beiden Männer die ohnehin teilweise zerstörte Eingangstür ganz aus den Angeln zu heben und sie danach als Barrikade gegen die Dunkelwölfe zu verwenden. ROMARINAS Einwurf, dass man das Haus noch gar nicht ganz überprüft habe und zum Beispiel der Keller noch nicht inspiziert wurde, wird wohl zur Kenntnis genommen, aber einfach mit dem lapidaren Satz: „Du kannst ja den Keller inspizieren!“ abgetan. Die Abanzzi, welche grundsätzlich Angst vor unter Tage liegenden, dunklen Räumen hat weigert sich aber standhaft und möchte nicht alleine hinunter steigen. KORF und TORRIC vertrösten sie daraufhin auf später, da ihnen zunächst ein Schutz gegen die Wölfe wichtiger erscheint. Nachdem ROMARINA die Feuerschale entzündet hat, entdeckt TORRIC in einer Truhe (unter einem ganzen Stapel Männerbekleidung) einen großen Knüppel, welcher sich idealerweise als Hebel verwenden lässt. Derweil behält MIALEE vom Dach aus abwechselnd die Umgebung des Turms und das offene Treppenhaus im Auge um die Freunde bei Gefahr jederzeit warnen zu können. Auch ROMARINA steht vor der Kellertreppe und beobachtet die dunkle Öffnung des dahinterliegenden Raumes, um beim Auftauchen der geringsten Gefahr Alarm zu schlagen. Nachdem die beiden Männer sich eine ganze Weile erfolglos an der Tür versucht haben, entscheiden sie sich dann doch schweren Herzens dafür alle anderen beweglichen Gegenstände (Tisch, Truhe, Stehpult, etc.) so vor dem Eingang zu platzieren, dass zumindest der Leib eines Dunkelwolfes sich nicht hindurchquetschen kann. Danach wendet sich der Waldläufer dem von ROMARINA verschmähten Keller zu. Die schmale Treppe nach unten führt ihn in eine grob aus dem Felsen gehauene Grotte, in der sich neben einer Art Küchennische auch eine Vorratsecke mit Kisten und Fässern befindet. Nachdem der, zuvor nur von dem von oben über die Treppe kommenden Licht erleuchtete Raum, durch das Anfachen einer Feuerschale von KORF erhellt wurde, entdeckt dieser auch noch eine kleine Quelle. „Keller gesichert!“ ruft KORF nach oben. „Und wir haben sogar Frischwasser!“ Die von oben wieder heruntergestiegene MIALEE und TORRIC haben es mittlerweile, dank des Baumstammes als Hebelkraftverstärker, auch geschafft die Tür komplett heraus zu hebeln und ebenfalls in die Barrikade einzubauen. Unterdessen macht sich der Waldläufer wieder auf dem Weg nach ganz Oben um den Späherposten nicht zu lange unbesetzt zu lassen. Als MIALEE ihm kurze Zeit später folgt stürzt sich plötzlich eine riesige Fledermaus aus dem Dunkel des Treppenhausschachtes auf sie hinunter und schnappt nach ihrem Hals. Nur dank ihrer Reaktionsschnelligkeit kann die Elfe dieser hinterhältigen Attacke ausweichen und ihre Gefährten mit einem kurzen Warnschrei alarmieren. „Verflucht!“ ruft KORF. „Angriff von wo?“ „Treppenhaus – Fledermaus!“ ruft MIALEE kurzatmig, da sie sich schon dem nächsten Luftangriff erwehren muss. ROMARINA reagiert sofort auf den Hilferuf ihrer Elfenfreundin und stürmt zum Zugang des Treppenhauses. Ein Blick nach Oben zeigt ihr sogleich das Missliche der Lage. Flink legt sie eine Blitzschrotkugel in die Zwille und schleudert sie der zum dritten Male MIALEE angreifenden Fledermaus entgegen. Ein meisterlicher Treffer lässt das riesige Flugwesen taumeln und unkontrolliert gegen die Steinwände prallen. KORF und TORRIC sind derweil aber zum handlungsunfähigen Zuschauen verdammt da das Treppenhaus so eng ist, dass man es nicht zu zweit nebeneinander betreten kann. Leider kann auch MIALEE die zeitweise Irritation nicht zu ihrem Vorteil nutzen, verfehlt sie doch mit einem Schwerthieb das hektisch umherflatternde Wesen.
ROMARINA ist unterdessen zum ‚Nachladen‘ in den Raum zurückgewichen und hat dadurch Platz für den schon drängelnden TORRIC gemacht. Dieser fackelt nicht lange, zückt Krummsäbel und Parierdolch und stürmt die Treppe hinauf um die Elfe zu unterstützen. Doch auch sein erster Hieb geht fehl.
Unterdessen beobachtet KORF vom Dach aus, dass die beiden Dunkelwölfe sich erneut heranpirschen. Ein erster von ihm abgeschossener Pfeil verfehlt jedoch sein Ziel, so dass die beiden unheimlichen Wesen sich rasch dem Turm nähern können. Während so eines der intelligenten Tiere zur Hintertür gelangt und dort durch Kratzen und Scharren das dahinterstehende Pferd aufschreckt, wendet sich der andere Wolf der Barrikade am Vordereingang zu. Verzweifelt versucht ROMARINA SCHLEIFCHEN zu beruhigen. Auf der Treppe unter dem Waldläufer spitzen sich derweil die Dinge ebenfalls zu. So gelingt es MIALEE nur noch mit Mühe die nächste gezielten Attacke des lederhäutigen Blutsaugers dank ihren hohen Armschienen abzuwehren. Und TORRIC gerät plötzlich von unten in Bedrängnis als ein zweiter dunklen Schatten sich aus dem Keller zu ihm heraufschwingt. „Von wegen gesichert!“ keucht die Elfe als sie des neuen Angreifers gewahr wird. Doch der ausgebildete Assassine weis sich zu wehren und hat rechtzeitig seinen Parierdolch zur Hand. Und dank der wieder schnell herbeigeeilten Abanzzi erwischt ihn der zweite Angreifer auch bei seinem zweiten Angriff nicht. Fliegt das Tier doch direkt in den nächsten Blitzschrotschuss ROMARINAS hinein! TORRIC fackelt daraufhin auch nicht lange und sticht beherzt zu. Der Blutsauger wird tödlich getroffen und stürzt nach unten in den Keller zurück. TORRIC nutzt die Atempause und versucht seine magischen Säbel zu ‚aktivieren‘. Doch in der Aufregung des Kampfes findet er hierzu nicht die notwendige Konzentration. Zum Glück hat derweil MIALEE dank ihrer geschärften Elfensinne nach wie vor die Oberhand gegenüber dem ersten Angreifer, den sie immer wieder zurückschlägt und das eine ums andere Mal gegen das Mauerwerk abprallen lässt.
Zur gleichen Zeit hat sich auch der zweite Dunkelwolf im Schutze des dichten Gesträuchs dem Turm genähert und mit einem schnellen Spurt die Barrikade erreicht. Nunmehr, im Schutz der überhängenden Zinnen, beginnt das Tier die Barrikade zu ‚bearbeiten‘ um sich einen Weg ins Innere zu schaffen. ROMARINA stürzt daraufhin zu der dicht hinter der Barrikade liegenden Keule, wickelt einige der gefundenen Kleidungsstücke darum und entzündet diese ‚Behelfsfackel‘ an der Feuerschale. Als sie jedoch sieht dass das Untier momentan die Barrikade noch nicht überwinden kann, entscheidet sie sich schnell anders und reicht die klobige Fackel an den stärkeren TORRIC weiter. Dieser steckt daraufhin sein Schwert in die Scheide zurück und stößt nunmehr mit der brennenden Keule nach der, nach wie vor die Elfe bedrängende, Fledermaus. Doch in diesem Moment stürzt sich eine zweite Fledermaus, welche sich augenscheinlich die ganze Zeit über im ersten Stockwerk verborgen hielt, auf MIALEE hinab. Doch reaktionsschnell weicht die junge Elfe aus und der Blutsauger stößt an ihr vorbei. KORF indessen, der einsieht dass er die beiden Wölfe von seiner Position auf dem Dach nicht mehr gefährden kann, zieht sein Langschwert und kommt der Elfe von Oben her zu Hilfe (nachdem er zuvor alle dunklen Ecken des Treppenhauses mit seiner Waffe ‚abgestrichen‘ hat). Eine der, ihr ausgewähltes Opfer wild umkreisenden, Fledermäuse wird direkt tödlich getroffen und stürzt an MIALEE und TORRIC vorbei in den Kellerzugang hinunter. Die dritte Fledermaus ergreift daraufhin die Flucht nach vorne und schießt an TOORIC vorbei in das Erdgeschoß hinunter. Ohne zu zögern stürzt sie sich auf die nach wie vor misstrauisch den Dunkelwolf beobachtende Abanzzi. Diese sieht aber zum Glück den geflügelten Schatten im Augenwinkel und wirft sich im letzten Moment zur Seite. Der darauffolgende Versuch den Blutsauger mit einem der herumliegenden Kleidungstücke einzuwickeln scheitert allerdings. Und bevor noch der herbeieilende TORRIC ihr zur Hilfe kommen kann verbeißt sich das Untier in ROMARINAS Hals. Schmerzerfüllt schreit sie auf und alarmiert damit auch noch die anderen Gefährten, die über die Treppe nach unten eilen. „Macht sie ab! Macht sie ab!“ jammert die Abanzzi während sie verzweifelt versucht das Ding von ihrem Hals zu lösen. Der Assassine lässt daraufhin Fackel und Dolch fallen und versucht ebenfalls eine der wild umherschwingenden Flügel des unheimlichen Wesens zu packen. Wohl schafft er es das Tier zu packen, dieses hat sich allerdings so in ROMARINA verkrallt dass es ihm nicht gelingt es zu lösen. Doch auch der Waldläufer kommt herbeigestürzt, lässt alles fallen, versucht das Untier zu packen und erwischt tatsächlich den anderen Flügel. ROMARINA (die um ihren Hals fürchtet) schreit panikerfüllt: „Was wollt ihr nur alle von mir …!“ Zum Glück zieht in diesem Moment die Vampirfledermaus ihre Zähne aus ihrem Hals zurück und verkrallt sich daraufhin mit den Krallen nur noch fester in ihre Gewandung. Wimmernd lässt sich ROMARINA zu Boden sinken. Daraufhin kann TORRIC den Blutsauger fester packen und von ihr herunter reißen. Wütend zappelt das Tier nun, an beiden Schwingen gehalten im Griff der beiden Männer. Auf Zuruf von KORF lässt TORRIC seine Seite fahren und der Waldläufer versucht die Fledermaus in den neuen Feuertopf zu schleudern. Doch das agile Wesen fängt sich geschickt zuvor ab und schwingt sich hoch in den Raum. „Mistvieh!“ schimpft KORF hinterher. „Wie konntet ihr sie nur loslassen …“, mault ROMARINA während sie sich zitternd einen der herumliegenden Kleiderfetzen um den stark blutenden Hals wickelt.
Mittlerweile kehrt auch MIALEE aus dem Keller zurück, den sie einer genaueren Inspektion unterzogen hat um weiteren Angreifern vorzubeugen. Ihr erster Schwerthieb, vom Zugang zum Treppenhaus aus geführt, treibt die Fledermaus wieder zur Decke hinauf. Dann eilt die Elfe zur am Boden liegenden Abanzzi um ihre Erste Hilfe zu leisten. TOORIC weicht zur gleichen Zeit mit einer Flugrolle einer neuerlichen Attacke des Blutsaugers aus und greift nach seinem am Boden liegenden Parierdolch. Auch KORF nutzt die Situation und schnappt sich seine zuvor abgelegten Waffen. Für wenige Augenblick ist MIALEE dadurch ungedeckt. Da ihre ganze Konzentration auf die verwundete Freundin gerichtet ist entgeht ihr der Sturzangriff des Biestes. Erst als dessen Hauer sich vorne in ihre Kehle bohren springt sie aus ihrer knienden Haltung auf – doch da ist es für eine Abwehr bereits zu spät. Die vor ihr liegende Abanzzi stemmt sich unterdessen mühsam hoch und zieht ihren Dolch um der Elfe zu Hilfe zu kommen. TORRIC hingegen schiebt seine Waffe zurück in die Scheide und versucht das sich an MIALEES Brust klammernde Tier abermals zu packen, doch dessen ledriger Leib entwindet sich einem glitschigen Aal gleich seinen Händen. Auch KORFS Plan, MIALEE mit einem Ruck zu sich herumzuziehen und dann die Fledermaus mit dem Schwertknauf zu betäuben, scheitert. Das liegt daran, dass MIALEE sich in diesem Moment stark verkrampft und all ihre Kraft darauf anwendet das Tier von ihrer Kehle weg zu reißen. Und ihre Anstrengung wird belohnt: Zappelnd hält sie das Biest mit beiden Händen weit ausgestreckt vor sich, während ein heller Blutstrom ihre Kehle hinuntersickert. Reaktionsschnell taumelt die junge Elfe nach vorne, zum nahen Mauerwerk hin und schmettert das unheimliche Wesen mit Schwung dagegen. Und während sie das nunmehr betäubte Biest weiterhin gegen die Wand presst, ist die taumelnde ROMARINA schon heran und trifft mit einem Dolchhieb den bepelzten Leib des Wesens. Befriedigt sieht sie den Blutstrom, welcher aus der Fledermaus ringt und keucht: „Das Blut will ich alles wiederhaben!“
Unterdessen haben sich beide Dunkelwölfe wieder der Barrikade zugewandt und bearbeiten diese massiv mit Klauen und Zähnen. KORF, der erkennt dass die anderen Gefährten die Lage im Inneren unter Kontrolle haben, zieht sich bis zur beschädigten Tür zurück und macht sich kampffertig um bei einem möglichen Durchbruch schnell reagieren zu können. Als eine geifernde Schnauze in einer Lücke erscheint sticht der Waldläufer beherzt zu. Tief dringt sein Schwert in die Wange des Tieres, welches darauf heulend seinen Kopf zurück reißt. Gleich darauf lassen beide Wölfe von der Barrikade ab und ziehen sich in den Wald zurück. Im Hintergrund des Raumes spürt MIALEE zur gleichen Zeit wie ihre Kräfte rapide schwinden, nur noch mühsam kann sie das sich windende Tier halten. Doch da ist schon TORRIC heran und erledigt das Vieh mit einem gezielten Stich seines Dolches. Stöhnend taumelt MIALEE zurück und wirkt in ihrer Verwirrung einen Zauber, der ihr zeigen soll ob der Biss der Fledermaus bei ihr einen magischen Schaden verursacht hat. Doch durch den Blutverlust ist sie so geschwächt dass der Zauber misslingt. ROMARINA, trotz ihrer eigenen Schwäche ganz die geborene Heilerin, ist derweil zu der Kleiderkiste getaumelt und hat eines der großen Hemden gepackt. Routiniert fertigt sie daraus einen Verband welcher kurze Zeit später die Halswunde MIALEES bedeckt. Als sich die Abanzzi danach benommen zu Boden sinken lässt, springt ihr der ebenfalls heilkundige TORRIC zur Seite und übernimmt bei den beiden Frauen die weitere Wundversorgung. Erleichtert löst sich schließlich die Spannung bei den vier, mit SCHLEIFCHEN fünf Gefährten. Man beschließt sich zunächst weiterhin im Haus zu verbarrikadieren und neue Kräfte zu schöpfen. Da es noch rund 36 Stunden hell sein wird, beschließen die Gefährten das Tageslicht auszunutzen um den Turm vollständig zu erkunden und weitere Ausrüstung aus dem Wagen hereinzuholen. Derweil rätselt man nach wie vor welche Geschehnisse sich zuvor in diesem Turm zugetragen haben. Wer hat die Tür mit Hilfe des riesigen Baumstamms eingedrückt? Was ist mit den Frauen und Mädchen passiert, die einstmals hier lebten?

AN DIESER STELLE FEHLEN DIE ABENTEUER IN DER DOMÄNE HAR'AKIR -  DER TEXT WIRD NOCH BEARBEITET

IN DER DOMÄNE DES GRAFEN STRAHD

Endlich haben ROMARINA und ihre Gefährten KORF, TORRIC und MIALEE eine Spur von ROMARINAS ‚Abannzi-Sippe‘ gefunden, welche über den moravischen Zauberwald ‚Racudin‘ in den Bann unzähliger zwischen den Dimensionen existierender ‚kleiner Welten‘ geraten ist. Während sie die Spur der verschwundenen Sippe verfolgen, erfahren sie von einer dunklen vampirischen Macht welche Einfluss über alle diese Welten gewinnen will. Zusammen mit ihrer neuen Gefährtin ARIZA führt sie ihr Weg schließlich nach ‚Barovia‘, der dunklen Domäne des Grafen STRAHD. Doch ihre Freude über das Zusammentreffen mit einigen Angehörigen der Abannzi-Sippe währt nur kurz - geraten diese doch schnell wieder in Gefangenschaft ihrer Vampirischen Sklavenhalter. Ebenso bemächtigen sich die Herrscher dieser Welt ROMARINAS Wagen und den darin transportierten Ausrüstungsgegenständen und Vorräten. Zusammen mit der mittlerweile als Freundin gewonnen Werwölfin ANJA macht man sich daran das Schloss der Vampire zu erkunden. Während der unsichtbare TORRIC einen Alleingang unternimmt und nach einer riskanten Kletterpartie in strömendem Regen in das Obergeschoß des Hauptgebäudes eindringt, gelingt es dem Rest der Abenteurer sich zwischen zwei Horden Zombies zunächst unerkannt über den Burghof zu schleichen. Erst spät werden einige der Geschöpfe STRAHDS auf die Eindringlinge aufmerksam, können aber noch bevor sie Alarm schlagen vernichtet werden. Die Gruppe findet schließlich vor dem hereinbrechenden nächtlichen Unwetter Schutz in einem Schuppen. Dort entdecken die Gefährten eine schwarze Kutsche, welche aufgrund der darin befindlichen Hinterlassenschaften eindeutig als Transportmittel für die gefangenen Abanzzi diente. Die Gruppe beschließt die Nacht in dem Schuppen zu verbringen, wird aber schon einige Zeit später auf eine (von einem Unbekannten) geöffnete Tür aufmerksam. Heimlich folgt man dem Fremden in das Hauptgebäude und dringt über diverse (nicht verschlossene Geheimgänge) in einen der Schlosstürme ein. Hierbei kann auch eine magische Scherung, welche die Psyche der Fünf zu beeinflussen sucht, sie nicht aufhalten. So stoßen die Abenteurer schließlich bis zur höchsten Turmspitze vor. Dort entdecken sie einen Schacht, welcher scheinbar bis tief unter das Schloss führt. Ebenso gibt es dort in zugiger Höhe eine seltsame, halbmetallene Pritsche an die ein bis über die Turmspitze hinausragender Eisenstab befestigt ist. Weitere Drähte führen von dort aus auch in die Tiefe des Schachtes hinunter. Kurze Zeit später stoßen die Gefährten im Innern des Turmes auf einige Räume die eindeutig von einem Menschen bewohnt werden. Dieser scheint sich, laut der überall herumliegenden Literatur, mit vielen dunklen Aspekten der Wissenschaft und Magie zu beschäftigen. Zudem finden sich in den Räumlichkeiten Gemälde, welche eine Dorfbewohnerin darstellen, die die Gruppe Nachts zuvor aus den Klauen einer Bestie retten konnte. KORF und die vier Frauen entscheiden sich dafür, sich zunächst in diesen verlassenen Räumlichkeiten auszuruhen um wieder zu Kräften zu kommen. Derweil hat TORRIC an anderer Stelle Räumlichkeiten entdeckt, in denen eine (mittels Dämpfen betäubte) junge Frau gefangen gehalten wird. Er befreit das potentielle Opfer der Vampire und legt die Bewusstlose in dem Flur davor ab. Bei der weiteren Durchsuchung des Obergeschosses stößt er auf einen Arbeitsraum in dem ein verwahrloster Mann, augenscheinlich ein Buchhalter, mit einer langen Kette an einen Tisch gefesselt ist. Dank seiner Unsichtbarkeit gelingt es TORRIC den Raum unerkannt zu durchqueren. Hierbei fällt ihm ein Seil, welches aus einem schmalen Schacht aus der Decke kommt, auf. Mit diesem, nahe dem Tisch platzierten Tau, scheint der Gefangene sich gegenüber Jemandem in den Räumlichkeiten über ihm bemerkbar machen zu können. Tatsächlich entdeckt TORRIC im Hintergrund des Raumes eine schmale Treppe welche nach oben führt. Kurz entschlossen macht sich der Unsichtbare an den Aufstieg. Im darüber liegenden Geschoss entdeckt er einen Wachraum in dem das Seil aus dem Untergeschoß an einer großen Metallglocke endet. Der Raum ist mit einem Vampir und einer Vampirin besetzt. Kurz entschlossen meuchelt der Unsichtbare den angeketteten Mann im Untergeschoß und als der Blutgeruch einen der Wachen anlockt, attackiert er auch diesen Vampir. Wohl kann er daraufhin den Vampirmann nicht vollständig töten - dies übernimmt aber die zweite Vampirwache für ihn. Gerät die Vampirin doch ob der leckeren Gerüche in einen Blutrausch und zerfetzt dabei ihren verwundeten Gefährten förmlich. Allerdings scheitert TORRICs Versuch, auch die zweite Wache auszuschalten, an der gesteigerten Wahrnehmung der Vampirin. Schlimmer noch: es gelingt dieser über die Glocke einen Alarm auszulösen, welcher einen ganzen Schwarm Vampirfledermäuse alarmiert. Der Versuch des Unsichtbaren die Vampirin daraufhin erneut zu stellen scheitert an deren schneller Flucht. Bei ihrer Verfolgung durch verschiedene Räume und Gänge des Schlosses sieht sich TORRIC schließlich selbst in der Rolle des Flüchtenden als der ´Fledermausschwarm ihn einholt. Noch kann er sich in einem engen Gang seiner Haut erwehren, während er immer wieder versucht eine von ihm entdeckte Geheimtür zu öffnen ...
Zuvor hat auch die Gruppe um KORF mit einer seltsamen Begegnung zu kämpfen. Treffen ROMARINA und ARIZA doch auf eine monströse Gestalt, die dem zuvor in einer anderen Welt getroffenen Kunstgeschöpf ADAM nahezu völlig ähnelt. Auch das stumpfsinnige Verhalten des scheinbar aus dem Schlosskeller heraufgestiegenen Geschöpfes ähnelt seinem Vorgänger. Die Vermutung, dass es sich bei diesem Wesen ebenfalls um eine Kreation des verschwundenen Wissenschaftlers MORDENHEIM handelt, beginnt sich zu verdichten. Als man dem Geschöpf schließlich vorsichtig zur Turmspitze folgt, gelingt es den fünf Gefährten schließlich auch das Geheimnis der dort aufgestellten Liege zu entschlüsseln: sie dient dazu die in der Turmspitze einschlagenden Blitze über Kabel an den darauf liegenden ADAM weiterzugeben. Dieser tankt dadurch Lebensenergie und wirkt auf einmal wesentlich agiler als zuvor. Heimlich nimmt man die Verfolgung des wieder in die Kelleretagen hinabsteigenden Monsters auf. Nur knapp entgehen dabei die Gefährten dem durch Glockengeläut alarmierten Fledermausschwarm, welcher ebenfalls nur kurz zuvor über den Turm ins Treppenhaus eingeflogen ist.
Noch bevor der Fledermausschwarm den Unsichtbaren überwältigen kann öffnet sich die Geheimtür vor TORRIC und eine (ihm merkwürdig vertraute) Stimme ruft: „Schnell hier hinein, Unsichtbarer!“ Ohne lange zu überlegen stürzt sich TORRIC durch den Türspalt, während vor ihm eine Männergestalt mit einem Kerzenleuchter in der Hand durch einen schmalen, dunklen Gang vorauseilt. Schnell folgt der Assassine dem Fremden, welcher am Ende des Ganges eine weitere Geheimtür geöffnet hat und sie für ihn aufhält. Derweil konnten zwei Fledermäuse ihm noch vor dem Schließen der ersten Geheimtür in den Gang folgen. TORRIC schafft es aber dank eines kräftezehrenden Spurts diese schließlich an der zweiten zuschlagenden Geheimtür abzuhängen. Nunmehr findet er endlich Zeit die vertraut wirkende Gestalt seines Helfers in Augenschein zu nehmen. Voller Verblüffung erkennt er schließlich im Kerzenschein die Gesichtszüge PETERS, eines Vampirdieners, mit dem er zum ersten Mal bei einem Bloodbowl-Spiel auf einer der anderen ‚kleinen Welten‘ zusammentraf. PETER berichtet ihm, dass er und seine Frau sich geschworen haben, dass sie beide so lange bei ihrer in eine Vampirin verwandelte Tochter ALICE bleiben wollen, wie es nur möglich ist. Seither dienen sie ihrem Kind als ‚Futterquelle‘ und erfüllen im Schloss des Grafen Dienerpflichten. Mehr schlecht als recht habe man sich mit den Vampiren arrangiert, doch den Taten des in ihrem Auftrag unter freiem Willen handelnden Wissenschaftlers stünden sie mit Abscheu entgegen. Führe der doch unter Anleitung des Grafen in den Kellergewölben grausame Experimente an gefangenen Vistani durch. Schnell informiert PETER den Unsichtbaren darüber, dass das Eindringen seiner Freunde ebenfalls nicht unbemerkt geblieben ist und er befürchte dass diese in eine Falle laufen. Er zeigt TORRIC eine zu den Kerkern hinunterführende Treppe. Diese könne ihn direkt zu seinen Freunden führen, dort in der Umgebung des Forschers seien sie vor dem Vampirgefolge STRAHDS sicher. Habe der Graf doch vor seinem Aufbruch die Anweisung erlassen, dass man sich von diesem Menschen auf jeden Fall fernhalten solle. Aber es gäbe dort unten andere Geschöpfe unter dem Befehl des Wissenschaftlers, die der Gruppe ebenso gefährlich werden könnten. TORRIC wagt sich daraufhin trotzdem an den Abstieg, während PETER die Vampire mit lautem Geschrei von dessen Fährte abzubringen versucht …
Derweil haben die anderen Abenteurer heimlich die Verfolgung von ADAM 2 aufgenommen und entdecken dabei ein Stockwerk tiefer einen offensichtlichen Küchenkomplex (zumindest weisen die Gerüche daraufhin) entdeckt. Dort scheint sich das Kunstgeschöpf mittlerweile bei einem Koch aufzuhalten. Heimliche Blicke unter einem Türspalt hindurch weisen darauf hin, dass es sich bei dem werkelnden Koch wahrscheinlich um jene Person handelt welche MIALEE einige Stunden zuvor auf dem Schlosshof wahrnahm. Als die junge Werwölfin ANJA sich schließlich klangheimlich auf den weiteren Weg nach unten macht, entschließt sich die Truppe ihr zu folgen. Schnell ist sie ROMARINAS Blicken im trüben Licht einer einzigen Fackel am Ende der Wendeltreppe entschwunden. Hier endet die Treppe in einem kurzen, gemauerten Gang dessen Boden knöchelhoch mit trübem Wasser bedeckt ist. ROMARINA vermutet sie entweder in einem der beiden Räume, welche in mehreren Schritten Entfernung links und rechts des Ganges abzweigen, oder in der großen Halle in welcher der Gang schließlich weiter hinten mündet. Mittlerweile ist TORRIC ebenfalls bei der Gruppe eingetroffen und hat von seinen Gefährten die ihnen zuvor überlassene Bekleidung und Waffen übernommen. Nachdem man sich flüsternd gegenseitig über die Erlebnisse der anderen Abenteurer informiert hat, beschließen MIALEE und ROMARINA der Werwölfin zu folgen. Da die beiden Frauen in dem trüben Wasser Fallen und gefährliches Getier vermuten, hangeln sie sich an den in 1 ½ Meter Abständen im Mauerwerk befestigten Fackelhaltern bis zu dem ersten Quergang hin. Von dort hatten sie kurze Zeit zuvor einen rufenden Laut vernommen, welcher eventuell von ANJA stammte. Die beiden Quergänge entpuppen sich als kurze Zugänge zu je einem Gefängnistrakt mit acht nur durch Eisenstäbe getrennten Zellen. Die stählernen Eingangstüren zu Beginn des jeweiligen Traktes sind nicht verschlossen, so dass die beiden Frauen in einen eindringen können und dort vor einem der vergitterten Räume ANJA finden. Auf der anderen Seite: die eingeschlossene Gestalt eines total abgemagerten Wolfes, den ihnen ANJA als LOUP-GAROU, ein Mitglied ihres Rudels vorstellt. Verzweifelt zerrt die die Werwölfin an der verschlossenen Gittertür, doch selbst als die beiden Frauen ihr zu Hilfe kommen (und sie mit ihren bescheidenen Fähigkeiten zum Schlösser öffnen unterstützen) gelingt es nicht die Zelle zu öffnen.
Derweil geschieht in der angrenzenden große Halle Rätselhaftes: zwischen nahezu 3 Meter hohen, aus schwarzem undurchsichtigem Glas bestehenden Zylindern beginnen grünliche Blitze unregelmäßig hin- und her zu zucken. Dabei ertönt ein heller, singender Laut. Und die restlichen Mitglieder des Kommandos, welche mittlerweile größtenteils bis zu den Zellen vorgerückt sind, glauben hinter der blendenden Helligkeit der Blitze dunkle Gestalten sehen zu können die langsam näher kommen. Schließlich erkennen sie in ihnen jene grotesken Mischwesen (halb Vampir und halb Tier) welche sie einst in der Domäne Har’akir im Tempel beobachteten, als das unheilige Ritual eine Pforte in eine andere Welt zu öffnen schien. Und auch hier gehen diese Wesen direkt zum Angriff über. Auf einen Ruf des im Hintergrund stehenden KORF lässt sich TORRIC vor der Halle zu Boden fallen um für den Bogenschützen eine freies Schussfeld zu schaffen. Leider landet er dabei direkt in einer unter der Wasseroberfläche verborgenen Dornenfalle. Nur dank seines wiederangelegten Brustpanzers fügen ihm nur einige der armlangen Stahlspitzen schwere Wunden zu.
Unterdessen hat ANJA den fruchtlosen Öffnungsversuchen der beiden Frauen lange genug zugesehen. Voller Wut verwandelt sie sich in ihre furchterregendste Werwolfgestalt und reißt die Gittertür aus der Verankerung. Dadurch können sich ROMARINA und MIALEE nunmehr auf die Geschehnisse vor dem Zellentrakt konzentrieren. Der aufmerksamen ARIZA ist das Pech des Unsichtbaren nicht entgangen, stürzen sich doch nunmehr drei der grotesken Wesen auf den nach wie vor am Boden Liegenden. Den beiden Heilkundigen gelingt es schließlich den verwundeten TORRIC in den gegenüberliegenden Zellentrakt zu ziehen. Dort versuchen sie so gut wie möglich die schlimmen Wunden zu versorgen, was sich aufgrund des unsichtbaren Körpers als nicht so einfach erweist. Zur gleichen Zeit steht ARIZA allein mit KORF im Kampf gegen die geifernden Monstren, während sich ANJA verzweifelt um ihren zu Tode geschwächten Artgenossen bemüht. Doch plötzlich, als die Blitze in der Halle schneller und regelmäßiger zu zucken beginnen, ziehen sich die Angreifer zurück. Doch es bleibt keine Zeit zur Freude: vernimmt KORF doch schwere Schritte von oben, die sich die Treppe hinunter ihrem Standort nähern. Schließlich taucht wie erwartet ADAM 2 im Fackelschein des Treppenabsatzes auf. KORF entscheidet sich blitzschnell nicht lange zu verhandeln. Er tritt bis zum Zellenbereich zurück und feuert mit dem magischen Bogen des BARKAS. Und obwohl er das hünenhafte Kunstgeschöpf in der Aufregung verfehlt, gelingt es ihm trotzdem dessen Vormarsch zu stoppen: Bringt sein Schuss doch eine ganze Seitenwand des Ganges zum Einsturz und blockiert den Zugang hinter vielen Metern Geröll. Zum Glück hält der Rest des Ganges stand. Doch die Gefahr nähert sich von anderer Seite: mittlerweile haben die Blitze einen stakkato schnellen Rhythmus erreicht und auch das helle Singen peinigt enervierend die Ohren. Zudem bilden sich zwischen den Glassäulen graue, wallende Nebel die den Helden nur allzu vertraut sind. Auch auf dieses Phänomen, den Vorboten einer interdimensionalen Pfortenöffnung, ist man bereits in Har’akir gestoßen. Und jetzt wo der Rückweg für die Gruppe versperrt ist gibt es nur eine Lösung: Die unheimliche Maschine, welche in der Nachbarhalle arbeitet, muss zerstört werden. Als die Nebel fast den Ausgang der Halle erreicht haben, gelingt es schließlich unter Einsatz mehrerer Fernkampfwaffen einen der Zylinder zu zerstören. Mit einer gallertartigen Flüssigkeit wird dann eine Gestalt aus dem zerborstenen Glasbehälter hinausgeschwemmt: die verkrümmt zuckende und schreiende Gestalt eines Abanzzi ! Und obwohl dieser zumindest nicht mehr körperlich ein Teil der Maschine ist, springen die grünlichen Blitze auch weiterhin zu ihm hinüber und scheinen aus ihm Kraft für die Nebel zu ziehen. Um diesem gequälten Wesen Erlösung zu bringen und vielleicht ihr Aller Ende doch noch damit aufhalten zu können greift KORF erneut zu BARKAS Bogen. Doch die tobenden Kräfte im Innern der Halle lenken die magischen Energien des Bogens ab, schleudern sie gegen die Wände, wo diese sich wiederum reflektiert entladen. Von einem Augenblick zum anderen ist alles in schmerzende Helligkeit getaucht und ein rasender Schmerz tobt durch die Körper der Gefährten. Dann ist Nichts mehr …

IN DER DUNKELHEIT GESTRANDET

Eine Ewigkeit scheint zu vergehen bis der ziehende Schmerz aus ihren Gliedern weicht und die Gefährten sich in vollkommener Dunkelheit wiederfinden. Sie spüren harten Steinboden unter sich, und die Luft um sie herum ist staubgeschwängert, reizt zum Husten und kribbelt in der Nase. Um sie herum ist ein unheilvolles Knacken und Knistern zu vernehmen. KORF kommt als Erster wieder zu sich, kann aber eine seltsame Verwirrtheit nicht von sich abschütteln. Nur mit größter Mühe gelingt es ihm sich auf einen Gedanken zu konzentrieren. MIALEE ergeht es ganz ähnlich. Bei ihr kommt allerdings noch hinzu, dass sie vorkommen blind ist. Ihre elfische Wahrnehmung, welche ansonsten die Wärmeausstrahlung anderer Wesen aufnahm schien völlig außer Kraft zu sein. Eine Nachwirkung der verheerenden Explosion oder des Vampirblutes, welches nach wie vor in ihrem Körper zirkulierte? Waren doch nach dem Biss der Fledermaus ihre Sinne immer mal wieder außer Kontrolle geraten, besonders dann wenn die blutsaugenden Untoten in ihre Nähe kamen. Verwirrt bemerkt die ansonsten so friedfertige MIALEE bei diesen Gedanken eine unbändige Wut in sich aufsteigen, verbunden mit dem Wunsch diese an Irgendjemandem abzureagieren… ROMARINA, ARIZA und ANJA hingegen haben nach Abklingen der Gliederschmerzen mit keinerlei dieser Probleme zu kämpfen, sind jedoch zunächst ob der um sie herum herrschenden absoluten Dunkelheit genauso ratlos. TORRIC hat es von Allen indessen am schwersten getroffen, ist er doch unter einem Berg von Schutt begraben. Noch im Vollbesitz seiner Kräfte wäre es für ihn wahrscheinlich ein Leichtes gewesen sich aus dem losen Geröll zu befreien. Nunmehr allerdings - beim letzten Kampf schwer verletzt, nur notdürftig verbunden und durch die Explosion zusätzlich geschwächt – taumelt er am Rande einer Ohnmacht dahin und droht bei jeder Kraftanstrengung das Bewusstsein zu verlieren. „Hallo, hört mich jemand?“ ruft er schwach. Seine Stimme hallt in einem offensichtlich großen, hohen Raum wider. Mittlerweile ist auch das bedrohliche Knacken und Knistern verstummt, so dass ihn seine Gefährten gut verstehen können. Ein weit entferntes zartes Weinen und Jammern ertönt, welches offensichtlich aus dem Mund von ANJA stammt. Doch eine andere, tiefere Stimme antwortet direkt: „MEISTER? MEISTER, BIST DU DAS?“ Erschrocken erinnern sich die Gefährten an die mächtige Gestalt von ADAM 2, welcher sich vor dem Unglück ganz in ihrer Nähe befand und zu dem diese dumpfe und kindlich wirkende Stimme wohl gut passen musste. Mittlerweile hat KORF seine Verwirrung etwas überwunden und ruft in die Dunkelheit: „Torric, bist Du das?"

... wird fortgesetzt ...